Öko-Test - 20 Produkte im Rotkohltest Testsieger

20 Produkte im Rotkohltest im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

12/2024 - Öko-Test

Rotkohl im Test – Wie gut ist die Beilage aus dem Glas?

Rotkohl gehört in Deutschland zu den Klassikern auf dem Winter- und Weihnachtstisch. Besonders praktisch ist die Variante aus dem Glas oder Beutel, die schnell zubereitet ist. Doch wie steht es um die Qualität dieser Produkte? Öko-Test hat 20 Rotkohlkonserven untersucht und dabei sowohl Bio- als auch konventionelle Marken geprüft. Neben dem Geschmack lagen der Fokus auf Schadstoffen, Nährwerten und sozialen Aspekten der Produktion. Das Ergebnis zeigt: Nicht alle Produkte sind eine gute Wahl.

Wie wurde getestet?

Im Test standen 20 Rotkohlprodukte, darunter sechs Bio-Marken. Neben klassischen Rotkohlkonserven wurden auch Varianten mit Apfel untersucht. Analysiert wurden die Konserven auf Pestizide, Schwermetalle, Zucker- und Salzgehalt sowie den Geschmack. Außerdem überprüften die Tester, ob Angaben auf den Etiketten den tatsächlichen Werten entsprachen und wie umweltfreundlich die Verpackungen sind.

Wie schnitt der Rotkohl ab?

Die gute Nachricht: Alle Bio-Marken im Test waren frei von Pestiziden und wurden mit „sehr gut“ bewertet. Diese Produkte bieten eine sichere Wahl für Verbraucher, die Wert auf unbedenkliche Inhaltsstoffe legen. Auch fünf konventionelle Produkte konnten mit einem „gut“ überzeugen, darunter die Eigenmarken von Penny und Edeka. Zwei konventionelle Marken fielen hingegen deutlich ab:

  • K-Classic Delikatess Apfelrotkohl (Kaufland) und Hainich Apfel-Rotkohl erhielten die Noten „mangelhaft“ beziehungsweise „ungenügend“.
  • Grund waren Rückstände von Pestiziden wie Captan, das als potenziell krebserregend gilt, und Spirotetramat, das die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Was sind die Hauptprobleme?

Pestizidrückstände

In acht Produkten wurden Rückstände von Pestiziden oder deren Abbauprodukten gefunden. Auch wenn die Gehalte nicht akut gesundheitsgefährdend waren, stuft Öko-Test diese als besonders bedenklich ein.

Zu viel Salz und Zucker

Viele konventionelle Rotkohle enthielten deutlich mehr Salz und Zucker als die Bio-Varianten. Einige Produkte überschritten sogar Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Besonders auffällig waren die Zuckerwerte bei Penny und Kaufland, deren Produkte über 50 % der täglich empfohlenen Zuckeraufnahme decken können.

Apfelrotkohl mit zu wenig Apfel

Produkte, die als Apfel-Rotkohl deklariert sind, enthielten teilweise überraschend wenig Apfel. Der Tegut Apfel-Rotkohl kam beispielsweise auf weniger als drei Prozent Apfelanteil, während die Leitsätze für Gemüseprodukte mindestens zehn Prozent vorsehen.

Geschmackliche Mängel

In der Sensorikprüfung fielen einige Produkte durch. Kritisiert wurde unter anderem ein Mangel an Würze, zu wenig Säure oder ein aromaarmer Geschmack. Besonders negativ bewerteten die Tester den Geschmack des Hainich Apfel-Rotkohls, der als „kaum süß-säuerlich“ beschrieben wurde.

Was macht Rotkohl gesund?

Rotkohl ist reich an Nährstoffen wie Vitamin C, Vitamin K, Eisen und sekundären Pflanzenstoffen wie Anthocyanen und Senfölglycosiden. Diese wirken antioxidativ, entzündungshemmend und stärken das Immunsystem. Allerdings gehen beim Garen im Kochtopf einige Vitamine verloren. Um den Nährwert zu erhalten, sollte Rotkohl nur kurz und schonend erhitzt werden.

Fazit: Welche Rotkohle sind empfehlenswert?

Bio-Marken sind die klare Empfehlung, da sie frei von Pestiziden und bedenklichen Inhaltsstoffen sind. Zu den Testsiegern gehören die Rotkohle von Alnatura, Dennree und Rewe Bio. Auch einige konventionelle Produkte wie die Eigenmarken von Penny und Edeka schnitten gut ab.

Verbraucher sollten hingegen Produkte meiden, die durch Pestizidrückstände oder einen überhöhten Zucker- und Salzgehalt auffallen. Wer Apfelrotkohl kauft, sollte zudem einen Blick auf den tatsächlichen Apfelanteil werfen, da nicht alle Produkte halten, was sie versprechen.

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