ADAC motorwelt - 31 Winterreifen der Größe 225/40 R18 H/V Testsieger
31 Winterreifen der Größe 225/40 R18 H/V im Test-Vergleich von ADAC motorwelt
In diesem Vergleich wurden getestet:
09/2025 - ADAC motorwelt
Inhaltsverzeichnis
- Billigreifen kaufen – ein gefährlicher Kompromiss?
- Was wurde getestet?
- Welche Reifen konnten überzeugen?
- Wo versagen günstige Winterreifen?
- Gibt es Ausnahmen unter den günstigen Reifen?
- Wie schlagen sich Reifen aus dem mittleren Preissegment?
- Welche Rolle spielt die Umweltbilanz?
- Was sollten Käufer jetzt beachten?
Billigreifen kaufen – ein gefährlicher Kompromiss?
Sie sehen aus wie ein Markenreifen, tragen das Schneeflocken-Symbol und sind oft für weniger als 100 Euro zu haben: Billigreifen aus Fernost. Doch wer im Winter auf günstige Modelle setzt, spart häufig an der falschen Stelle. Der aktuelle ADAC-Winterreifentest zeigt: Gleich elf Modelle im sogenannten Budget-Segment fielen mit „mangelhaft“ durch – ein Negativrekord.
Was wurde getestet?
Der ADAC hat 31 Winterreifen der Dimension 225/40 R18 unter die Lupe genommen – eine Größe, die auf vielen Kompakt- und Mittelklassefahrzeugen wie dem VW Golf, Audi A3 oder BMW 1er zum Einsatz kommt. Getestet wurde auf Schnee, Eis, Nässe und trockener Fahrbahn – also unter Bedingungen, wie sie in deutschen Wintern typischerweise auftreten.
Mit dabei: Premiumreifen von Marken wie Michelin oder Continental, aber auch viele unbekannte Namen, die vor allem online in großer Zahl angeboten werden.
Welche Reifen konnten überzeugen?
Die gute Nachricht: Es gibt sie, die guten Winterreifen – allen voran sechs Modelle mit der Gesamtnote „gut“. Der Testsieger Goodyear UltraGrip Performance 3 überzeugt mit starker Leistung bei Nässe und Schnee sowie einer vorbildlichen Umweltbilanz. Ebenfalls mit guten Noten vertreten sind Michelin, Bridgestone, Dunlop, Hankook und Continental. Diese Premium-Modelle leisten sich keine gravierenden Schwächen – weder beim Bremsen, noch in puncto Laufleistung oder Effizienz.
Wo versagen günstige Winterreifen?
Ernüchternd fällt das Ergebnis bei vielen Billigreifen aus. Gleich elf Modelle schnitten mit „mangelhaft“ ab – ein Ergebnis, das vor allem wegen mangelhafter Fahrleistungen auf Schnee und nasser Straße zustande kam. Einige Reifen wie der CST Medallion Winter WCP1 oder der Petlas SnowMaster 2 Sport zeigten bereits beim Anfahren auf Schnee deutliche Traktionsprobleme.
Noch dramatischer: Im Nassbremsen-Test lagen zwischen dem besten und dem schlechtesten Reifen über 15 Meter Bremsweg. Während der Testsieger bereits zum Stehen kommt, ist ein Fahrzeug mit Budget-Reifen wie dem Syron Everest 2 noch mit fast 50 km/h unterwegs – ein Sicherheitsrisiko, das im Alltag schnell lebensgefährlich werden kann.
Gibt es Ausnahmen unter den günstigen Reifen?
Ja, aber nur wenige. Zwei Modelle aus dem unteren Preissegment, der Matador MP93 Nordicca und der Momo W-20 North Pole, kamen mit einem „befriedigend“ durch den Test. Zwar zeigen auch sie kleinere Schwächen, etwa beim Nasshandling oder der Laufleistung – insgesamt bieten sie jedoch zumindest ein akzeptables Maß an Sicherheit. Für Wenigfahrer oder den gelegentlichen Einsatz könnten sie eine vertretbare Lösung sein – mit der Einschränkung, dass man sich der Grenzen bewusst sein sollte.
Wie schlagen sich Reifen aus dem mittleren Preissegment?
Im sogenannten „Quality-Segment“, also bei Reifen zwischen ca. 120 und 150 Euro, landeten viele Modelle im Mittelfeld. Acht Produkte schnitten mit „befriedigend“ ab, darunter Kleber, Nokian, Uniroyal oder Semperit. Diese Reifen sind in der Regel alltagstauglich, allerdings mit teils klaren Stärken und Schwächen – die genaue Wahl hängt vom Fahrprofil ab.
Drei Modelle aus diesem Bereich, darunter der Firestone Winterhawk 4 und der Apollo Aspire XP Winter, erhielten aber nur ein „ausreichend“. Grund dafür: Probleme bei trockener Fahrbahn oder beim Ausweichen in kritischen Situationen.
Welche Rolle spielt die Umweltbilanz?
Der ADAC bewertet seit 2023 nicht nur Fahrsicherheit, sondern auch Umweltaspekte – etwa Laufleistung, Abrieb, Geräuschemissionen und Kraftstoffeffizienz. Besonders positiv: Der Testsieger von Goodyear überzeugt nicht nur beim Bremsen, sondern auch bei der Laufleistung mit über 76.000 Kilometern. Gerade wer hohe jährliche Fahrleistungen hat, sollte diesen Punkt nicht unterschätzen – ein günstiger Reifen mit kurzer Haltbarkeit kann langfristig teurer sein als ein hochwertiges Modell mit hoher Lebensdauer.
Was sollten Käufer jetzt beachten?
Der ADAC-Test zeigt deutlich: Die Qualität von Winterreifen unterscheidet sich stark – und nicht jeder Reifen mit Schneeflockensymbol ist für winterliche Straßen wirklich geeignet. Wer sich und andere nicht gefährden will, sollte auf geprüfte Modelle setzen und nicht allein auf den Preis schauen. Empfehlenswert ist außerdem ein Blick in die eigene Zulassungsbescheinigung oder die CoC-Papiere, um zu prüfen, ob die getestete Größe 225/40 R18 auch für das eigene Fahrzeug freigegeben ist.