Motorrad - Youngtimerreifen 110/70-17 und 130/70-17 Testsieger

Youngtimerreifen 110/70-17 und 130/70-17 im Test-Vergleich von Motorrad

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20/2025 - Motorrad

Wie sicher sind Motorradreifen bei Regen heute wirklich?

Vor 25 Jahren konnte eine nasse Straße selbst erfahrene Motorradfahrer zur Vorsicht mahnen. Heute hat sich die Situation spürbar verändert. Moderne Motorradreifen bieten ein Maß an Nasshaftung, das früher kaum vorstellbar war – und das nicht nur bei Supersportreifen, sondern auch in Segmenten für Retrobikes und Youngtimer. Der Grund für diesen Fortschritt liegt vor allem in der Chemie: Silica statt Ruß in der Gummimischung sorgt für besseren Grip auf nassem Asphalt.

Im aktuellen Nasstest des Magazins MOTORRAD wird deutlich, wie weit die Entwicklung inzwischen gekommen ist – aber auch, wo es Unterschiede zwischen den Reifen gibt, die im Alltag durchaus relevant sein können.

Was unterscheidet Retrobikes und Youngtimer beim Reifentest?

Zwei Motorradtypen, zwei Herangehensweisen. Während moderne Retrobikes wie die Triumph Bonneville T120 mit ABS und anderen Assistenzsystemen ausgerüstet sind, müssen klassische Maschinen wie die Kawasaki ER-5 ohne diese Technik auskommen. Deshalb unterscheiden sich die Testmethoden: Für ABS-unterstützte Motorräder werden Bremswege präzise gemessen. Bei Modellen ohne Assistenzsysteme verlässt sich die Redaktion auf Rundenzeiten, Datenaufzeichnungen und das Gefühl der Testfahrer – auch bekannt als „Popometer“.

Diese Praxis ist nicht nur sicherer, sondern spiegelt auch die reale Fahrerfahrung besser wider. Die Erkenntnisse sind klar: Unterschiede von über fünf Metern im Bremsweg auf nasser Strecke können im Ernstfall entscheidend sein – und sollten bei der Reifenwahl nicht ignoriert werden.

Welche Rolle spielt der Reifentyp bei Nässe?

Ob Radial- oder Diagonalbauweise: Der Aufbau des Reifens wirkt sich spürbar auf das Verhalten bei Regen aus. Besonders deutlich wird dies im Vergleich zwischen Michelin und Mitas bei den Youngtimer-Dimensionen. Der Radialreifen von Michelin erlaubt deutlich höhere Schräglagen und schnellere Rundenzeiten – mit gleichzeitig stabilerem und vertrauenswürdigem Fahrverhalten. Mitas dagegen kann bei trockener Strecke mithalten, zeigt aber bei Nässe frühe Rutscher und ein deutlich engeres Grip-Fenster.

Auch bei den Retrobikes mit klassischeren Dimensionen zeigt sich dieser Trend: Der Continental RoadAttack 3 CR kombiniert sportliches Feedback mit hervorragender Haftung – und fährt im Test der Konkurrenz regelrecht davon.

Wie verlässlich ist das Bremsverhalten bei Regen?

Bremsen im Nassen bleibt eine kritische Disziplin. Besonders bei Maschinen ohne ABS zeigt sich: Je transparenter ein Reifen über seinen Grip kommuniziert, desto sicherer lässt sich das Motorrad auch bei Vollbremsungen führen. Da die Bremswegmessung hier zu riskant wäre, konzentrierte sich der Test auf die Bremsverzögerung und die Stabilität in Schräglage.

Bei der Triumph mit ABS konnten hingegen klare Unterschiede dokumentiert werden: Der beste Reifen bremste das Motorrad aus 100 km/h ganze fünf Meter früher zum Stillstand als der schwächste. Ein Unterschied, der in der Praxis den entscheidenden Vorteil bringen kann.

Warum spielt Rückmeldung eine so große Rolle?

Nicht nur die absolute Haftung zählt – sondern vor allem das Gefühl, das der Reifen vermittelt. Reifen, die frühzeitig und klar kommunizieren, wie viel Grip noch zur Verfügung steht, werden von den Testern regelmäßig besser bewertet. Unsichere Rückmeldung, wie etwa beim Mitas oder beim TT100 GP in Schräglage, führt zu vorsichtigerem Fahren, längeren Rundenzeiten und insgesamt weniger Vertrauen ins Material.

Der Vergleich macht deutlich: Reifen wie der Michelin Pilot Street Radial oder der Continental RoadAttack 3 CR bieten nicht nur viel Grip, sondern auch ein gut nutzbares Limit. Genau das bringt echte Sicherheit – nicht nur auf dem Prüfstand, sondern vor allem im Alltag.

Wie aussagekräftig sind die gemessenen Unterschiede?

Die Rundenzeiten auf der Teststrecke sprechen eine deutliche Sprache. Zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Reifen lagen teils über 16 Sekunden pro Runde – auf identischen Motorrädern und unter vergleichbaren Bedingungen. Selbst in einem Bereich, in dem extreme Performance nicht im Vordergrund steht, machen diese Differenzen deutlich: Gute Nasshaftung ist messbar – und fühlbar.

Auch die maximal mögliche Schräglage variierte je nach Reifen deutlich. Der Michelin ließ über sieben Grad mehr Neigung zu als der Mitas – das ist fahrdynamisch ein erheblicher Unterschied. Und selbst auf der eher gemütlich abgestimmten ER-5 zeigte sich: Mit dem richtigen Reifen lässt sich auch ein einfaches Motorrad spürbar sicherer und kontrollierter fahren.

Was sagt das über die Auswahl am Markt?

Der Test des Magazins MOTORRAD zeigt klar: Reifenwahl ist nicht Geschmackssache. Die Unterschiede sind technisch begründet, reproduzierbar und im Fahrverhalten deutlich spürbar. Zwar erzielten viele der getesteten Reifen gute Gesamtwertungen, doch der Abstand zur Spitze ist nicht zu übersehen. Besonders in der Nässewertung ist die Spreizung groß – vom souveränen „Sehr gut“ bis hin zum gerade noch „Befriedigend“.

Dabei ist auch zu beachten: Ein ansprechendes Profil oder eine Retro-Optik sagt nichts über die tatsächliche Performance aus. Der Test prüfte unter realistischen Bedingungen – mit Maschinen, die viele Leser tatsächlich im Alltag fahren.

Wie wichtig ist das Testkonzept für die Aussagekraft?

Ein Aspekt, der die MOTORRAD-Testreihen seit Jahren auszeichnet, ist die präzise Vorbereitung und Methodik. Beide Testmotorräder – die Triumph Bonneville T120 als Retrobike und die Kawasaki ER-5 als Youngtimer – wurden gezielt für diesen Vergleich eingesetzt. Beide Maschinen erhielten vor dem Test eine vollständige technische Durchsicht, um sicherzustellen, dass keine fahrzeugbedingten Einflüsse die Ergebnisse verfälschen.

Zudem werden alle Fahrdaten mit modernem Data-Recording dokumentiert – von Rundenzeit über Geschwindigkeit bis hin zur Schräglage. Diese Kombination aus subjektivem Eindruck und objektiv ermittelten Werten sorgt für eine hohe Aussagekraft.

Warum lohnt sich der Blick ins Detail?

Gerade bei Reifen für klassische Maschinen geht es nicht um Maximalperformance, sondern um Vertrauen, Sicherheit und Alltagstauglichkeit. Doch auch dort zeigen sich große Unterschiede – im Bremsweg, in der Kurvenstabilität und in der Transparenz der Rückmeldung. Reifen, die auf trockener Straße noch mithalten können, verlieren bei Nässe schnell den Anschluss. Umso wichtiger ist es, sich nicht nur auf den Markennamen oder das Profil zu verlassen, sondern auf fundierte Tests wie den des Magazins MOTORRAD.

Die Resultate zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich das Fahrverhalten ausfallen kann – und wie groß der Einfluss eines scheinbar kleinen Bauteils auf die Sicherheit und das Fahrvergnügen tatsächlich ist.

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