CAMPING CARS & Caravans - 14 Gaswarner für den Campingeinsatz Testsieger
14 Gaswarner für den Campingeinsatz im Test-Vergleich von CAMPING CARS & Caravans
In diesem Vergleich wurden getestet:
01/2025 - CAMPING CARS & Caravans
Inhaltsverzeichnis
Wie sicher sind Gaswarner für Freizeitfahrzeuge wirklich?
Gaswarngeräte sind zentrale Bausteine für die Sicherheit im Camper, Wohnmobil oder Caravan. Sie sollen im Ernstfall Leben retten – indem sie frühzeitig vor Flüssiggasen (LPG), Narkosegasen oder dem tödlichen Kohlenmonoxid (CO) warnen. Doch der große Systemtest von Camping, Cars & Caravans (CCC, Ausgabe Winter 1/2025) zeigt: Viele Modelle halten nicht, was sie versprechen. Und das in einem Anwendungsbereich, in dem es buchstäblich um Leben und Tod geht. Getestet wurden insgesamt 15 Gaswarner – darunter sowohl Kombigeräte mit Mehrfachsensorik als auch spezialisierte Lösungen mit externen Zusatzsensoren. Die Prüfungen fanden in einem professionellen Testlabor unter der Leitung von CCC in Zusammenarbeit mit Reisemobil International und CamperVans statt. Mit dabei: das Entwicklungslabor des deutschen Herstellers Thitronik, das auch als Maßstab für professionelle Testbedingungen diente.
Welche Gase müssen erkannt werden?
Im Fokus des Tests standen vor allem zwei Gaskategorien: brennbare Gase (Propan, Butan) und Kohlenmonoxid (CO). Während sich brennbare Gase und sogenannte Narkosegase (z. B. Äther) über ähnliche Sensoren erfassen lassen, gilt CO als chemisch grundlegend verschieden. Entsprechend benötigen CO-taugliche Geräte spezielle elektrochemische Sensoren, wie sie etwa in fest installierten Rauch- oder CO-Meldern Verwendung finden. Die Redaktion prüfte die Geräte nach den geltenden DIN-Normen EN 50194-2 (LPG/Narkosegase) und EN 50291-2 (CO). Nur wenn innerhalb der geforderten Gaskonzentration und Reaktionszeit ein akustischer Alarm ausgelöst wurde, galt die Prüfung als bestanden. Auch Aspekte wie Selbsttest-Funktion, CE-Kennzeichnung, Handbuchqualität und Montageempfehlungen flossen in die Bewertung ein.
Wo liegen die größten Schwächen?
Ernüchternd war vor allem, dass viele Kombigeräte CO nicht verlässlich erkennen konnten – trotz gegenteiliger Werbeaussagen. Besonders problematisch: einige Hersteller kombinieren breite Gassensoren in der Hoffnung, verschiedene Gase gleichzeitig erfassen zu können. Doch im Test erwies sich diese Strategie häufig als untauglich: Fünf Geräte mit sogenannten „Dual-Sensoren“ versagten komplett beim Erkennen von CO. Das ist besonders riskant, da Kohlenmonoxid farb-, geruchs- und geschmacklos ist – und in hoher Konzentration tödlich wirkt. Ein weiteres Problem: mangelhafte oder fehlende Selbsttests. Während ein Gerät wie der Thitronik G.A.S. Pro III bei Sensorversagen sofort warnt, zeigen andere Geräte keinerlei Rückmeldung. So kann der Nutzer nicht erkennen, ob der Warner überhaupt noch funktionstüchtig ist. Geräte wie der Carpro-Tec TriGasPro erlauben sogar eine manuelle Justierung der Alarmschwelle – ohne klare Rückmeldung, auf welchem Sicherheitsniveau sich das Gerät dann befindet. Aus Sicht der Redaktion ein „No-Go“.
Welche Geräte konnten überzeugen?
Zu den Bestnoten im Test zählten vor allem Produkte, die sich konsequent an die geltenden Normen halten und eine klare Trennung zwischen verschiedenen Gasarten vornehmen. Positiv hervorgehoben wurden:
Thitronik G.A.S. Pro III
Erhält je nach Version (für CO oder brennbare Gase) die Note „Sehr Gut“. Der Warner punktet mit niedriger Stromaufnahme, sicherem Selbsttest und einer hohen Alarmzuverlässigkeit. Die Kombination mit passenden Zusatzsensoren erlaubt flexible Einsatzszenarien. Auch der kleine Bruder, der Thitronik G.A.S., schnitt mit „Sehr Gut“ ab – allerdings nur als reiner Warner für Propan/Butan und Narkosegase.
AS-Schwabe H-AL 8300
Ein gut funktionierendes Gerät mit sinnvoller LED-Anzeige und schnellem Alarm. Die Höhe für die empfohlene Montage ist jedoch zu hoch gewählt, und der hohe Stromverbrauch trübt das Gesamtbild.
Carbest USB-Gasstick
Trotz einfacher Technik liefert dieses kompakte Gerät bei der LPG-Erkennung gute Resultate. Der Testalarm ertönt schnell und zuverlässig – allerdings ist es eher für den mobilen Einsatz gedacht und nicht als dauerhafte Lösung zu empfehlen. Ebenfalls mit „Gut“ bewertet wurde der Linnepe TriGasAlarm – solange der Nutzer bedenkt, dass die Sensorik ausschließlich für brennbare Gase, nicht aber CO geeignet ist. Geräte wie der Dometic MSG 150 oder Carpro-Tec TriGasPro fielen hingegen mit „Mangelhaft“ durch, da sie in entscheidenden Prüfungen keinen Alarm auslösten.
Was bedeutet das für die Montage und Nutzung?
Ein häufiges Missverständnis betrifft die Montagehöhe. Propan und Butan sind schwerer als Luft und sammeln sich daher in Bodennähe. Entsprechend müssen Sensoren für LPG-Gase etwa 30 Zentimeter über dem Boden installiert werden. CO ist hingegen leichter als Luft – CO-Warner müssen also über Schlafniveau, idealerweise über 1,5 Meter, angebracht werden. Kombigeräte ohne klare Trennung der Sensorik können hier schnell zur Fehlmontage und damit zur Lebensgefahr führen. Auch die Stromversorgung ist ein Thema. Geräte mit hohem Stromverbrauch (z. B. > 4 Ah/Tag) sind für batteriebetriebenen Dauerbetrieb ungeeignet und sollten in jedem Fall fest mit dem Bordnetz verbunden sein.
Wie bewertete Camping, Cars & Caravans den Test?
Die Redaktion zeigt sich im abschließenden Kommentar deutlich: „Unverantwortlich verantwortungslos“, nennt Karsten Kaufmann die Vorgehensweise einiger Anbieter, die mit vollmundigen Sicherheitsversprechen werben, jedoch keine technische Substanz liefern. Er appelliert eindringlich an Hersteller, Importeure und Händler, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein – und an Verbraucher, nur geprüfte und nach Norm getestete Geräte zu kaufen. Der Test von Camping, Cars & Caravans ist damit nicht nur eine technische Bestandsaufnahme, sondern auch ein Weckruf an die gesamte Branche. Die Auswahl eines Gaswarners darf kein Glücksspiel sein. Die Empfehlung lautet klar: Einbauen – und vertrauen können.