Spiegel Tests - 4 Brotbackautomaten Testsieger

4 Brotbackautomaten im Test-Vergleich von Spiegel Tests

Spiegel Tests

05/2025 - Spiegel Tests

Können Brotbackautomaten das Handwerk ersetzen?

In der Welt des Backens erleben Brotbackautomaten seit Jahren ein stilles Comeback. Während der Trend zur Selbstversorgung und zur Kontrolle über Inhaltsstoffe weiter zunimmt, versprechen die Geräte ein einfaches Rezept für frisches Brot: Zutaten einfüllen, Programm starten, zurücklehnen. Der SPIEGEL hat vier aktuelle Modelle unter die Lupe genommen, um zu klären, was die Maschinen wirklich können – und wo ihre Grenzen liegen.

Wie funktioniert das Backen mit Automaten?

Brotbackautomaten sollen den gesamten Backprozess automatisieren – vom Kneten über das Gehenlassen bis zum eigentlichen Backen. Gesteuert wird das Ganze über voreingestellte Programme, die sich an Brotarten oder Teigvarianten orientieren. Die Geräte aus dem Test – darunter Modelle von Panasonic, Graef, Gastroback und Medion – folgen im Prinzip alle diesem Schema, unterscheiden sich aber deutlich in Bedienkomfort, Lautstärke und Brotqualität.

Besonders praktisch: Manche Automaten, wie die von Graef oder Gastroback, verfügen über separate Fächer für Nüsse, Rosinen oder Körner, die zur richtigen Zeit automatisch zugefügt werden. Andere fordern manuelle Eingriffe, wenn Zusatzstoffe gewünscht sind. Auch die Entnahme des Knethakens vor dem Backen ist bei vielen Modellen ein Thema – bleibt er drin, leidet nicht nur die Optik des Brotes, sondern möglicherweise auch das Brotmesser beim späteren Schneiden.

Wie verlief der Test?

Der SPIEGEL hat nicht nur technische Daten verglichen, sondern den Härtetest in der Küche gemacht: Über mehrere Tage hinweg wurde mit allen vier Geräten gebacken, die Redaktion glich einer Backstube. Untersucht wurden dabei Handhabung, Qualität der Verarbeitung, Bedienbarkeit der Menüs und vor allem das Backergebnis. Die Geräte mussten sich bei verschiedenen Brotsorten behaupten – vom hellen Weizenbrot bis zum kernigen Vollkornlaib.

Zudem wurde geprüft, wie gut die Anleitung ist, ob die mitgelieferten Rezepte verständlich und brauchbar sind und wie flexibel sich die Programme für eigene Experimente nutzen lassen. Zusatzfunktionen wie Marmeladenzubereitung oder Teigprogramme für Pizza wurden in diesem Test außen vor gelassen – im Zentrum stand das Brot.

Wo liegen die Stärken und Schwächen?

Der Brotbackautomat von Gastroback überzeugte mit einem insgesamt soliden Gesamtpaket. Die Ergebnisse waren zuverlässig gut, auch wenn die Krusten häufig zu blass blieben. Das Gerät punktete mit einer gelungenen Rezeptsammlung und klaren Anleitungen. Der Graef BA806 überzeugte durch edles Design und Laufruhe, lieferte aber ebenfalls Brote mit eher heller Oberfläche.

Das günstigste Gerät im Test, der Medion MD 12040, setzte auf Größe – mit Broten bis zu 1,6 Kilo – und doppelte Knethaken, hatte aber mit der gleichmäßigen Teigverarbeitung zu kämpfen. Der kleine Panasonic SD-PN100 fiel durch sein leises Brummen auf, das nur durch das Ziehen des Steckers zu stoppen war, lieferte aber solide Ergebnisse für Single- oder Zwei-Personen-Haushalte.

Eine Schwäche, die alle Automaten teilten: Sie erzeugen keine perfekte Kruste. Wer diese erwartet, wird enttäuscht. Auch die häufig zu süßen Rezepte – insbesondere bei Graef – zeigen, dass Eigeninitiative beim Anpassen der Zutaten gefragt ist.