Spiegel Tests - 3 Rudermaschinen Testsieger
3 Rudermaschinen im Test-Vergleich von Spiegel Tests
In diesem Vergleich wurden getestet:
04/2025 - Spiegel Tests
Inhaltsverzeichnis
Wie sinnvoll sind Rudermaschinen fürs Heimtraining?
Rudern gilt als eine der effektivsten Sportarten zur ganzheitlichen Kräftigung des Körpers. Der Bewegungsablauf beansprucht nahezu alle Muskelgruppen, schont dabei die Gelenke und fördert zugleich die Ausdauer. Wer nicht auf Wasser, Ruderklub oder Fitnessstudio angewiesen sein will, findet in Heimtrainern eine sinnvolle Alternative. Doch nicht alle Geräte liefern ein realistisches Rudererlebnis. Die Redaktion von SPIEGEL testete drei hochwertige Modelle unterschiedlicher Widerstandssysteme – mit überraschend deutlichen Unterschieden.
Welcher Widerstand ist der richtige?
Die grundlegende Frage vor dem Kauf einer Rudermaschine lautet: Wie soll der Widerstand erzeugt werden? Die Antwort entscheidet maßgeblich über Trainingserlebnis, Lautstärke, Wartung und Preis.
Wasserwiderstandssysteme erzeugen durch das Durchziehen eines Paddels durch einen mit Wasser gefüllten Tank eine besonders authentische Ruderbewegung – inklusive charakteristischem Plätschern. Der Nachteil: relativ hoher Wartungsaufwand und Gewicht.
Luftwiderstand, wie bei Profi-Geräten im Sportverein üblich, überzeugt durch eine realistische Dynamik: Der Widerstand steigt proportional zur Zugkraft. Solche Geräte sind allerdings laut, was im heimischen Umfeld nicht immer erwünscht ist.
Magnetische Systeme setzen auf elektronische Bremskraft und ermöglichen sehr leises und gleichmäßiges Training. Das Rudergefühl wirkt dabei oft weniger natürlich, punktet aber mit technischer Präzision und Komfortfunktionen.
Wie praxisnah war der Test?
Im SPIEGEL-Test wurden drei Geräte geprüft: der Klassiker Concept2 RowErg mit Luftwiderstand, das edle Wassermodell Skandika Styrke Premium und das Hightech-Gerät Augletics Eight Style mit Magnetbremse. Kriterien waren Aufbau, Handhabung, Verarbeitung, Geräuschkulisse und smarte Zusatzfunktionen.
Ziel war es nicht, ein Ranking auf Basis isolierter Messwerte zu erstellen, sondern alltagstaugliche Einschätzungen zu ermöglichen. Die subjektiven Erfahrungen des Testautors Gerd Blank flossen ein, wobei die Redaktion den Test unabhängig und redaktionell autonom durchgeführt hat.
Wie viel Technik braucht ein gutes Workout?
Während das Modell von Concept2 mit einem rudimentären Bordcomputer arbeitet, setzt Augletics auf ein komplett vernetztes System mit großem Touchscreen, Trainingscoach und Unterhaltungsfunktionen. Dazwischen liegt Skandika mit einer App-gesteuerten Lösung – allerdings ohne eigene Anzeigeeinheit.
Ob das Training durch smarte Programme wirklich besser wird, hängt vom Nutzertyp ab. Wer gezielt Fortschritte dokumentieren und motivierende Hilfestellungen nutzen möchte, profitiert zweifellos vom digitalen Mehrwert. Andere wiederum bevorzugen die Konzentration aufs Wesentliche – hier reichen einfache Anzeigen oder das Rauschen des Wassers als Taktgeber.
Welche Modelle überzeugten im Test?
- Testsieger wurde das Augletics Eight Style, weil es mit intelligenter Technik, kompaktem Format und sehr leiser Arbeitsweise punktete. Das Tablet-Interface ist leicht zu bedienen, der virtuelle Coach hilfreich für Einsteiger wie Fortgeschrittene. Allerdings: Mit rund 2.800 Euro ist dieses Modell ein Luxusgerät.
- Preis-Leistungs-Sieger ist das Concept2 RowErg. Mit unter 1.200 Euro deutlich günstiger, bietet es professionelle Trainingsbedingungen und einen robusten Aufbau. Nachteil: Größe und Lautstärke machen es weniger wohnzimmertauglich.
- Die Überraschung im Test: Das Skandika Styrke Premium. Zwar fehlen Display und Hightech-Spielereien, doch das authentische Rudererlebnis, das hochwertige Holzgestell und das charakteristische Wassergeräusch sorgen für Trainingsfreude. Der Preis von rund 1.100 Euro liegt im Mittelfeld.
Lohnt sich die Investition?
Die Antwort hängt weniger von der technischen Ausstattung als von der persönlichen Zielsetzung ab. Wer regelmäßig rudert, findet in jeder der drei getesteten Maschinen eine solide Basis für effektives Heimtraining. Wichtig ist, dass das Gerät zur eigenen Körpergröße, zum verfügbaren Platz und zum Lärmempfinden passt.
Vor dem Kauf sollte man – sofern möglich – Probesitzen oder zumindest Erfahrungsberichte konsultieren. Der SPIEGEL-Test, durchgeführt von Gerd Blank, zeigt: Rudermaschinen können auch außerhalb von Studios oder Regattastrecken begeistern – wenn sie auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt sind.