Rennrad Radsportmagazin - 16 Energy Gels Testsieger
16 Energy Gels im Test-Vergleich von Rennrad Radsportmagazin
In diesem Vergleich wurden getestet:
04/2025 - Rennrad Radsportmagazin
Inhaltsverzeichnis
- Wie viel Energie steckt wirklich in Energy-Gels? Der große RennRad-Test 2025
- Wie funktionieren Energy-Gels – und wann sind sie sinnvoll?
- Was macht ein gutes Gel aus?
- Wie gut sind Geschmack und Konsistenz?
- Welche Rolle spielt die Verpackung unterwegs?
- Wie viel kosten Energy-Gels – und lohnt sich der Aufpreis?
Wie viel Energie steckt wirklich in Energy-Gels? Der große RennRad-Test 2025
Wer längere oder intensive Einheiten auf dem Rennrad absolviert, kommt früher oder später an den Punkt, an dem die körpereigenen Reserven nicht mehr ausreichen. Dann braucht es schnell verfügbare Energie – in kompakter, gut verträglicher Form. Genau dafür gibt es Energy-Gels. Im aktuellen großen Sportnahrungstest des Magazins RennRad wurden 43 Produkte getestet, darunter 15 verschiedene Energy-Gels. Dabei stand vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Was können die kleinen Portionspackungen im echten Einsatz wirklich leisten?
Wie funktionieren Energy-Gels – und wann sind sie sinnvoll?
Gels gelten als die schnellste Möglichkeit, dem Körper Kohlenhydrate zuzuführen. Ihre hohe Energiedichte macht sie besonders interessant für Phasen intensiver Belastung, etwa in Rennen, Anstiegen oder Intervallen. Da Gels hochkonzentriert sind, müssen sie in der Regel mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden – idealerweise mit etwa 200 Millilitern Wasser pro Portion. Ohne diese Begleitung kann es zu Magenproblemen kommen, besonders bei hohen Außentemperaturen.
Im Gegensatz zu Riegeln oder Sportgetränken setzen Gels auf möglichst schnelle Verfügbarkeit. Das gelingt durch die gezielte Kombination von Glukose, Fruktose und manchmal auch Maltodextrin. Doch genau hier liegt auch das Risiko: Ist das Verhältnis der Zuckerarten nicht optimal oder die individuelle Verträglichkeit eingeschränkt, drohen Verdauungsbeschwerden – von Völlegefühl bis Durchfall.
Was macht ein gutes Gel aus?
Die Zusammensetzung ist entscheidend. Ein Verhältnis von etwa zwei Teilen Glukose zu einem Teil Fruktose gilt derzeit als optimal. So können über unterschiedliche Transportwege im Dünndarm größere Mengen Kohlenhydrate aufgenommen werden – bei gleichzeitig geringerer Belastung für den Magen. Im Test von RennRad zeigte sich, dass nicht alle Produkte dieses Verhältnis einhalten. Einige Gels enthielten überdurchschnittlich viel Fruktose oder Zuckeralkohole – Substanzen, die nicht jeder Sportler gut verträgt.
Ebenso wichtig ist der Gesamt-Kohlenhydratgehalt. Die getesteten Produkte lieferten pro Portion zwischen 20 und 40 Gramm Kohlenhydrate – damit lässt sich, kombiniert mit Getränken oder Riegeln, auch ein hoher Bedarf von 80 bis 120 Gramm pro Stunde abdecken. Einige Gels enthalten zusätzlich Elektrolyte wie Natrium oder Kalium, vereinzelt auch Koffein oder Vitamine. Solche Zusätze können sinnvoll sein – müssen aber individuell getestet werden.
Wie gut sind Geschmack und Konsistenz?
Ein Aspekt, der auf dem Papier kaum zu bewerten ist, aber in der Praxis entscheidend sein kann: die Konsistenz. Zu flüssig, und das Gel lässt sich schlecht dosieren. Zu dick, und es wird unangenehm im Mund – besonders unter Belastung. Einige Produkte im Test von RennRad zeigten hier Schwächen: Sie klebten, schmeckten unangenehm künstlich oder waren schlicht zu süß. Andere überzeugten mit fruchtigen Aromen, angenehmer Textur und guter Handhabbarkeit – auch unterwegs mit einer Hand.
Besonders positiv fielen die Squeezy Energy Gels auf, die in recycelbaren Monofolien verpackt sind und sich auch im Rennen gut öffnen lassen. Varianten mit natürlichen Aromen, geringem Fruktoseanteil und guter Viskosität schnitten im Geschmackstest am besten ab. Weniger überzeugend waren extrem süße oder stark aromatisierte Produkte, die besonders bei höheren Temperaturen als unangenehm empfunden wurden.
Welche Rolle spielt die Verpackung unterwegs?
Ein gutes Gel überzeugt nicht nur inhaltlich, sondern auch praktisch. Die besten Formulierungen nützen wenig, wenn sich die Verpackung nicht zuverlässig öffnen lässt oder zu viel Gel auf einmal austritt. Einige Hersteller haben hier Fortschritte gemacht – etwa mit wiederverschließbaren Tuben oder kleinen Dosierkappen. Andere bieten ultraleichte Softflasks an, in denen mehrere Portionen enthalten sind. Diese Varianten sind nachhaltiger, aber noch nicht bei allen Herstellern verfügbar.
Neben der Handhabung spielte im Test auch die Umweltfreundlichkeit eine Rolle. Gels in recyclebaren Materialien oder aus nachwachsenden Rohstoffen wurden positiv hervorgehoben – ebenso wie Produkte mit klarer Kennzeichnung der Inhaltsstoffe und Herkunft.
Wie viel kosten Energy-Gels – und lohnt sich der Aufpreis?
Energy-Gels sind kein Schnäppchen. Im Test lagen die Preise zwischen 1,30 und über 4 Euro pro Portion. Besonders hochpreisig waren Spezialprodukte mit Koffein, zusätzlichen Mikronährstoffen oder ausgefeilter Zusammensetzung. Ob sich dieser Preisaufschlag lohnt, hängt stark von der individuellen Leistungsambition ab. Für Hobbyfahrer reichen oft einfache Gels mit Glukose und Maltodextrin – idealerweise getestet im Training, um die Verträglichkeit zu prüfen.
Die günstigsten Produkte im Test kamen von Sanct Bernhard oder NamedSport, während Marken wie Maurten oder Hammer Nutrition im oberen Preissegment angesiedelt sind. Einige Produkte bieten dafür auch eine höhere Salzkonzentration oder Koffein – interessant etwa für lange Ausfahrten oder Wettkämpfe bei Hitze.