Öko-Test - 20 Proteinriegel Testsieger

20 Proteinriegel im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

03/2025 - Öko-Test

Ökotest untersucht Proteinriegel: Wie gesund sind sie wirklich?

Proteinriegel gelten als praktische Nahrungsergänzung für Sportler und Fitnessbewusste. Sie versprechen eine hohe Eiweißzufuhr, wenig Zucker und einen schnellen Energieschub. Doch sind sie wirklich eine gesunde Alternative oder doch eher hoch verarbeitete Industrieprodukte? Ökotest hat 20 Proteinriegel untersucht und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis.

Hohe Erwartungen, aber durchwachsene Ergebnisse

Im Test wurden 20 Proteinriegel aus Supermärkten, Drogerien und Fachgeschäften analysiert. Die meisten Produkte warben mit einem Proteingehalt zwischen 29 und 51 Prozent und einem niedrigen Zuckergehalt. Besonders wichtig für die Bewertung waren die Qualität der Proteine, der Einsatz von Zusatzstoffen und die Belastung mit Schadstoffen.

Drei Riegel erhielten das Gesamturteil gut. Sie enthielten hochwertige Eiweiße, verzichteten auf übermäßige Süßstoffe und wiesen eine vergleichsweise gute Nährstoffzusammensetzung auf. Die Mehrheit der Produkte schnitt jedoch mittelmäßig ab, einige enthielten bedenkliche Inhaltsstoffe. Drei Riegel fielen mit mangelhaft oder ungenügend durch, darunter ein Produkt mit nachgewiesenen Mineralölrückständen.

Hochwertige und minderwertige Proteine im Vergleich

Proteine sind für den Muskelaufbau und die Regeneration nach dem Sport wichtig. Besonders hochwertig sind Molkenprotein, Casein und Sojaprotein. Diese Eiweiße enthalten alle essenziellen Aminosäuren, die der Körper benötigt, und sind gut verwertbar.

Viele Hersteller setzen jedoch auch auf minderwertige Proteinquellen wie Kollagenhydrolysat oder Gelatine. Diese stammen meist aus Schlachtabfällen und enthalten nur wenige essenzielle Aminosäuren. Sie werden oft als günstige Füllstoffe eingesetzt, tragen aber wenig zur Muskelproteinsynthese bei. Mehr als drei Viertel der getesteten Riegel enthielten solche minderwertigen Proteine. Für Verbraucher, die Wert auf eine hochwertige Eiweißzufuhr legen, sind diese Produkte keine gute Wahl.

Süßstoffe statt Zucker – ein Risiko für die Gesundheit?

Die meisten Proteinriegel enthalten wenig oder gar keinen herkömmlichen Zucker. Stattdessen setzen viele Hersteller auf künstliche Süßstoffe wie Sucralose. Dieser Süßstoff ist umstritten, da er möglicherweise negative Auswirkungen auf die Darmflora hat. Einige Studien deuten darauf hin, dass ein regelmäßiger Verzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte. Die Weltgesundheitsorganisation rät in einer aktuellen Richtlinie dazu, den Konsum von Süßstoffen zu reduzieren. Drei der getesteten Riegel wurden ausschließlich mit Zuckeralkoholen wie Erythrit oder Maltit gesüßt. Diese gelten als weniger problematisch, können aber in größeren Mengen abführend wirken.

Schadstoffe in Proteinriegeln

Neben der Proteinqualität und den Süßstoffen wurde auch die Belastung mit Schadstoffen untersucht. In einem Produkt wurden erhöhte Werte an Mineralölkohlenwasserstoffen nachgewiesen. Diese Stoffe können sich im Fettgewebe anreichern und stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Carrageen, ein umstrittenes Verdickungsmittel, wurde ebenfalls in einem der getesteten Riegel gefunden. Tierversuche haben gezeigt, dass dieser Zusatzstoff den Verdauungstrakt belasten kann.

Kein Ersatz für eine vollwertige Mahlzeit

Viele Hersteller bewerben ihre Proteinriegel als gesunde Alternative zu Snacks oder gar als Mahlzeitenersatz. Doch ein genauer Blick auf die Zutaten zeigt, dass sie oft stark verarbeitete Industrieprodukte sind. Die meisten Riegel bestehen aus isolierten Proteinen, Süßstoffen, Aromen und Emulgatoren. Sie liefern zwar Eiweiß, aber kaum andere wichtige Nährstoffe wie Vitamine oder Mineralstoffe. Ein Stück Tofu oder eine Portion Magerquark enthalten ähnlich viel Eiweiß, bieten aber ein deutlich besseres Nährstoffprofil.

Ein weiteres Problem ist der hohe Kaloriengehalt vieler Riegel. Manche Produkte enthalten fast so viele Kalorien wie ein herkömmlicher Schokoriegel, was ihre vermeintlichen Vorteile relativiert.

Wann macht ein Proteinriegel Sinn?

Ein Proteinriegel kann in bestimmten Situationen eine sinnvolle Ergänzung sein. Nach dem Sport kann eine schnelle Eiweißzufuhr helfen, die Regeneration zu unterstützen. Auch unterwegs oder bei langen Wettkämpfen kann ein Riegel praktisch sein. Für Menschen, die regelmäßig Sport treiben, reicht jedoch meist eine normale Ernährung aus, um den Proteinbedarf zu decken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 0,8 bis 1,0 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht für gesunde Erwachsene. Sportler benötigen je nach Intensität ihres Trainings etwas mehr.

Die besten Deals aufs HandyBlitzangebote & echte Rabatte WhatsApp Telegram