Öko-Test - 27 Mundspülungen Testsieger
27 Mundspülungen im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
09/2024 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
- Ökotest: Mundspülungen im Test – Wie gut sind sie wirklich?
- Warum sind Mundspülungen sinnvoll?
- Fluoridhaltige Mundspülungen: Ein effektiver Schutz gegen Karies
- Naturkosmetik im Vergleich: Gute Ergebnisse ohne Chemie
- Problematische Inhaltsstoffe: Nicht alle Mundspülungen sind empfehlenswert
- Alkohol in Mundspülungen: Ein unnötiges Risiko?
- Nachhaltigkeit und Verpackung
- Fazit: Gute Mundspülungen müssen nicht teuer sein
- Empfehlungen für den richtigen Einsatz von Mundspülungen
Ökotest: Mundspülungen im Test – Wie gut sind sie wirklich?
Mundspülungen erfreuen sich großer Beliebtheit, insbesondere als ergänzende Maßnahme zur täglichen Zahnpflege. Sie sollen Karies vorbeugen, Plaque entfernen und Zahnfleischentzündungen lindern. Ökotest hat 27 verschiedene Mundspülungen untersucht, um zu prüfen, ob sie tatsächlich halten, was sie versprechen, und ob ihre Inhaltsstoffe unbedenklich sind. Das Ergebnis: Viele Produkte überzeugen, einige fallen jedoch aufgrund problematischer Inhaltsstoffe durch.
Warum sind Mundspülungen sinnvoll?
Mundspülungen bieten einen zusätzlichen Schutz, vor allem für Menschen mit erhöhtem Kariesrisiko oder Zahnfleischentzündungen. Sie enthalten häufig Fluorid, das den Zahnschmelz stärkt, die Zahnoberfläche remineralisiert und widerstandsfähiger gegen Säuren und Bakterien macht. Studien zeigen, dass fluoridhaltige Mundspülungen nachweislich Karies vorbeugen und Plaque wirksamer entfernen können als das Zähneputzen allein.
Fluoridhaltige Mundspülungen: Ein effektiver Schutz gegen Karies
Fluorid ist der Hauptwirkstoff in den meisten getesteten Mundspülungen. Die Wirkung von Fluorid gegen Karies ist wissenschaftlich belegt: Es härtet den Zahnschmelz und schützt die Zähne vor Säureangriffen. Alle fluoridhaltigen Spülungen im Test blieben innerhalb der vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlenen Höchstmengen. Daher schneiden viele konventionelle Produkte, die Fluorid enthalten, mit "sehr gut" ab.
Naturkosmetik im Vergleich: Gute Ergebnisse ohne Chemie
Auch zertifizierte Naturkosmetikprodukte konnten im Test überzeugen. Sie kommen ohne umstrittene Inhaltsstoffe aus und bieten dennoch eine gute Mundhygiene. Zu den Top-Produkten gehören unter anderem:
- Alterra Mundspülung Bio-Minze (Rossmann)
- Alverde 5 in 1 Mundspülung Bio-Melisse (dm)
- Blütezeit Mundspülung Bio-Minze & Bio-Melisse (Edeka/Budni)
Diese Spülungen sind nicht nur frei von problematischen Stoffen, sondern auch nachhaltig verpackt, wobei sie teilweise einen hohen Anteil an recyceltem Plastik verwenden.
Problematische Inhaltsstoffe: Nicht alle Mundspülungen sind empfehlenswert
Einige Mundspülungen fielen im Test durch, da sie bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten. Listerine, Lacalut und Parodontax gehören zu den Marken, die aufgrund der Verwendung von potenziell schädlichen Substanzen mit "ungenügend" bewertet wurden.
- Teebaumöl: In der Alkmene Teebaumöl-Antibakterielle Mundspülung wurde Teebaumöl als antibakterieller Wirkstoff verwendet. Obwohl das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Obergrenze von 1 % für Teebaumöl in Kosmetika festgelegt hat, wurde es abgewertet, da es im Verdacht steht, die Fruchtbarkeit zu schädigen.
- Chlorhexidin: In einigen Produkten, wie der Lacalut Aktiv Mundspüllösung, ist Chlorhexidindigluconat enthalten. Dieser Stoff kann bei längerer Anwendung zu Zahnverfärbungen, Schleimhautreizungen und vermehrter Zahnsteinbildung führen.
- Methylsalicylat: Ein Duftstoff, der in der Listerine Mundspülung Cool Mint Mild und der Parodontax Repair Mundspülung verwendet wird, ist seit 2021 in der EU als möglicherweise fortpflanzungsschädigend eingestuft und sollte vermieden werden.
- Natriumlaurylsulfat (SLS): Ein aggressives Tensid, das die Schleimhäute reizen kann, wurde in einigen Produkten nachgewiesen, darunter die Listerine Mundspülung Cool Mint Mild und die Parodontax Repair Mundspülung.
Alkohol in Mundspülungen: Ein unnötiges Risiko?
Ein weiteres kritisches Thema ist der Alkoholgehalt in Mundspülungen. Einige Produkte enthalten bis zu 15 % Alkohol, was besonders für Kinder und Jugendliche problematisch sein kann, die häufig Mundspülungen zur Kariesprophylaxe verwenden. Auch für Menschen mit Alkoholproblemen stellt dies ein unnötiges Risiko dar. Ökotest kritisiert zudem, dass einige Produkte den Alkoholgehalt nicht klar angeben, was als Deklarationsmangel gewertet wurde.
Nachhaltigkeit und Verpackung
Ökotest hat auch die Verpackungen der Produkte untersucht und überprüft, ob die Hersteller recyceltes Plastik verwenden. Viele der getesteten Produkte schneiden in diesem Bereich gut ab, darunter die Naturkosmetikmarken sowie einige konventionelle Eigenmarken, die einen hohen Anteil an recyceltem Kunststoff in ihren Verpackungen aufweisen.
Fazit: Gute Mundspülungen müssen nicht teuer sein
Viele der getesteten Mundspülungen bieten einen guten Schutz vor Karies und Plaque, ohne bedenkliche Inhaltsstoffe zu enthalten. Besonders hervorzuheben sind einige Eigenmarken, die trotz ihres günstigen Preises mit „sehr gut“ bewertet wurden:
- Bevola Mundspülung Mint (Kaufland) – 0,85 Euro pro 500 ml
- Dentalux Mundspülung Fresh Mint (Lidl) – 0,83 Euro pro 500 ml
- Dontodent Antibakterielle Mundspülung (dm) – 0,85 Euro pro 500 ml
Diese Produkte bieten eine wirksame und preiswerte Möglichkeit, die tägliche Mundhygiene zu ergänzen.
Empfehlungen für den richtigen Einsatz von Mundspülungen
Mundspülungen können eine sinnvolle Ergänzung zur täglichen Zahnpflege sein, sind jedoch kein Ersatz für das Zähneputzen. Experten raten dazu, fluoridhaltige Spülungen vor allem bei erhöhtem Kariesrisiko zu verwenden, wie es bei Kindern mit Zahnspangen oder bei älteren Menschen der Fall ist. Antibakterielle Mundspülungen sollten nur auf ärztlichen Rat und zeitlich begrenzt eingesetzt werden, um Nebenwirkungen wie Verfärbungen oder Schleimhautreizungen zu vermeiden.