Öko-Test - 19 Duschschäume Testsieger
19 Duschschäume im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
08/2024 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
- Duschschäume im Test: ÖKO-TEST untersucht 19 Produkte
- Testmethodik: Von Laboranalysen bis Verpackungstests
- Die Ergebnisse: Drei perfekte Produkte, zwei Ausreißer
- Problematische Inhaltsstoffe: PEG/PEG-Derivate und ihre Risiken
- Verpackungsmüll: Eine verpasste Chance für viele Hersteller
- Naturkosmetik: Vorreiter in Sachen Inhaltsstoffe, aber nicht bei Verpackungen
- Der Recyclinganteil: Große Unterschiede zwischen den Herstellern
- Fazit: Gute Produkte mit Verbesserungsbedarf
Duschschäume im Test: ÖKO-TEST untersucht 19 Produkte
Duschschäume sind nicht nur ein Reinigungsmittel, sondern auch ein emotionales Erlebnis. Die sanfte Textur und angenehmen Düfte verwandeln das alltägliche Duschen in ein sensorisches Vergnügen. In einer YouGov-Umfrage gaben 54 Prozent der Deutschen an, dass Duschen ihre Stimmung positiv beeinflusse. Der Trend zu Duschschäumen, die oft als „Schaumparty für die Sinne“ beschrieben werden, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Das Magazin ÖKO-TEST hat 19 verschiedene Duschschäume auf ihre Inhaltsstoffe, Umweltverträglichkeit und Verpackungen getestet.
Testmethodik: Von Laboranalysen bis Verpackungstests
Für den Test kaufte ÖKO-TEST 19 Duschschäume in Drogerien, Supermärkten und Apotheken ein. Zwei Produkte gehören zur zertifizierten Naturkosmetik. Die Preise der Duschschäume variierten stark, von 1,95 Euro bis 23,93 Euro pro 200 Milliliter. Ein Großteil der Produkte befindet sich in Aluminiumflaschen, die durch Treibgase den Schaum erzeugen, während drei Produkte in Kunststoff-Pumpspendern angeboten werden. Im Labor wurden die Produkte auf schädliche Substanzen wie Formaldehyd/-abspalter, PEG/PEG-Derivate und synthetische Duftstoffe untersucht. Auch die Verpackungsmaterialien wurden auf ihre Umweltfreundlichkeit geprüft, insbesondere im Hinblick auf Recyclinganteile.
Die Ergebnisse: Drei perfekte Produkte, zwei Ausreißer
Von den getesteten Duschschäumen erhielten drei Produkte die Bestnote „sehr gut“: Arya Laya Duschschaum Argan, Hej Organic Relaxing Shower Foam Cactus, und Balea I Like You Berry Much Duschschaum. Diese Produkte überzeugten durch unbedenkliche Inhaltsstoffe und umweltfreundlichere Verpackungen. Zudem wurden keine Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen, die als potenziell krebserregend gelten.
Allerdings enttäuschten zwei Produkte besonders: Der Annemarie Börlind Body Care Duschschaum und der Medusch Beautyzeit Unisex Duschschaum Mandarine & Tonka. Bei diesen beiden Produkten wurden bedenkliche Mengen an Formaldehyd/-abspaltern nachgewiesen, obwohl in den Inhaltsstofflisten keine entsprechenden Stoffe deklariert waren. Formaldehyd kann die Haut reizen und gilt als krebserregend, wenn es über die Atemwege aufgenommen wird. Diese Funde trübten die Ergebnisse und führten zu einer Abwertung.
Problematische Inhaltsstoffe: PEG/PEG-Derivate und ihre Risiken
In mehr als drei Vierteln der getesteten Duschschäume fanden sich PEG/PEG-Derivate, die hauptsächlich als Tenside eingesetzt werden. Tenside sind waschaktive Substanzen, die Schaum erzeugen und die Haut reinigen. Allerdings machen einige PEG/PEG-Derivate die Haut durchlässiger für Fremdstoffe, was aus Sicht von ÖKO-TEST problematisch ist. Vier Produkte verzichteten auf diese Inhaltsstoffe und setzen stattdessen auf pflanzliche Alternativen, die oft auf Zuckerbasis hergestellt werden.
Verpackungsmüll: Eine verpasste Chance für viele Hersteller
Neben den Inhaltsstoffen war die Verpackungsfrage dieser Dusch- und Badeprodukte ein weiterer zentraler Punkt des Tests. Viele der getesteten Duschschäume befinden sich in Aluminiumflaschen, die zwar gut recycelbar sind, aber in der Herstellung einen hohen CO2-Ausstoß verursachen. Nur sechs Produkte wiesen einen Recyclinganteil bei den Verpackungsmaterialien nach. Besonders kritisiert wurde der Annemarie Börlind Body Care Duschschaum, der zusätzlich in einem unnötigen Umkarton verpackt ist, der keine Glasflasche schützt. Solche überflüssigen Verpackungen verursachen unnötigen Müll und wurden entsprechend abgewertet.
Seit der Novelle des Verpackungsgesetzes, die 2023 in Kraft trat, sind Hersteller verpflichtet, ihre Verpackungen umweltfreundlicher zu gestalten. Bis 2025 müssen Aluminium- und Kunststoffverpackungen zu mindestens 50 Prozent aus recycelten Materialien bestehen. Obwohl Deutschland über eine funktionierende Kreislaufwirtschaft verfügt, wird immer noch ein erheblicher Anteil des Mülls verbrannt. Um der steigenden Müllproduktion entgegenzuwirken, fordert ÖKO-TEST, dass Unternehmen verstärkt auf recyceltes Material zurückgreifen oder ihre Verpackungen ressourcenschonender gestalten.
Naturkosmetik: Vorreiter in Sachen Inhaltsstoffe, aber nicht bei Verpackungen
Zwei der getesteten Produkte gehören zur zertifizierten Naturkosmetik: der Arya Laya Duschschaum Argan und der Hej Organic Relaxing Shower Foam Cactus. Diese Duschschäume überzeugten nicht nur durch unbedenkliche Inhaltsstoffe, sondern verzichteten auch auf PEG/PEG-Derivate. Allerdings wurden auch hier Abzüge bei der Verpackung gemacht, da kein Recyclingmaterial verwendet wurde. Dennoch schnitten diese Produkte insgesamt sehr gut ab und zeigten, dass es möglich ist, wirksame und verträgliche Duschschäume zu produzieren, die gleichzeitig umweltfreundlich sind.
Der Recyclinganteil: Große Unterschiede zwischen den Herstellern
Ein weiteres zentrales Thema des Tests war der Einsatz von recycelten Materialien in den Verpackungen. Viele Hersteller hinken hier noch hinterher. Lediglich sechs Produkte konnten einen nennenswerten Recyclinganteil vorweisen. Besonders positiv fiel der Bilou Happy Summer Duschschaum auf, dessen Aluminiumflasche zu 100 Prozent aus Recyclingmaterial besteht. Auch der Helene Fischer That’s Me Foaming Shower Gel konnte mit einem Recyclinganteil von 95 Prozent punkten. Andere Hersteller, wie Hej Organic und Annemarie Börlind, wurden jedoch kritisiert, da sie keine recycelten Materialien verwendeten.
Fazit: Gute Produkte mit Verbesserungsbedarf
Insgesamt schnitten die meisten Duschschäume im Test gut ab. 14 der 19 getesteten Produkte erhielten das Gesamturteil „gut“, was zeigt, dass viele Hersteller mittlerweile auf hautverträgliche und sichere Inhaltsstoffe setzen. Dennoch gibt es in einigen Bereichen, vor allem bei den Verpackungen, noch deutlichen Verbesserungsbedarf. Die steigenden Recyclinganforderungen der EU und das zunehmende Bewusstsein der Verbraucher werden in den kommenden Jahren voraussichtlich dafür sorgen, dass auch in diesem Bereich Fortschritte erzielt werden. Besonders kritisch sollten Verbraucher jedoch bei Produkten sein, die Formaldehyd/-abspalter enthalten oder verdächtige Inhaltsstoffe aufweisen.
Hier zeigt der ÖKO-TEST, dass selbst renommierte Marken wie Annemarie Börlind in puncto Produktsicherheit nicht immer fehlerfrei sind. Für umweltbewusste Verbraucher, die auch bei Verpackungen auf Nachhaltigkeit achten, gibt es noch wenige Vorzeigebeispiele. Dennoch zeigt der Test, dass mit zunehmendem Druck durch gesetzliche Vorgaben und Verbraucherwünsche eine umweltfreundlichere Gestaltung von Verpackungen und Inhaltsstoffen im Bereich der Körperpflege möglich ist.