Motorrad - 6 Offroad-, Enduro- und Straßenreifen Testsieger
6 Offroad-, Enduro- und Straßenreifen im Test-Vergleich von Motorrad
In diesem Vergleich wurden getestet:
06/2025 - Motorrad
Inhaltsverzeichnis
- Wie wurde der Verschleißtest der sechs Großenduro-Reifen durchgeführt?
- Welche Reifen-Typen standen auf dem Prüfstand – und warum ist das relevant für den Verschleiß?
- Wer setzte sich beim Thema Laufleistung an die Spitze?
- Welcher Reifen überraschte – und warum?
- Wo lagen die klaren Schwachpunkte im Testfeld?
- Was bedeutet das Ergebnis für Vielfahrer auf der Straße?
- Welche Rolle spielen Fahrprofil und Motorrad beim Thema Verschleiß?
- Was ist die praxisnahe Empfehlung aus 2 000 Kilometern Verschleißmessung?
Wie wurde der Verschleißtest der sechs Großenduro-Reifen durchgeführt?
Getestet wurde auf identischen BMW R 1300 GS mit den Dimensionen 120/70 R19 vorn und 170/60 R17 hinten. Gefahren wurde eine rund 2 000-Kilometer-Runde überwiegend auf kleinen Landstraßen, ergänzt um einen Autobahnanteil mit Richtgeschwindigkeit. Der Fülldruck lag konstant bei 2,5 bar vorn und 2,9 bar hinten. Um Fahrstileffekte zu minimieren, wechselten die Fahrer regelmäßig im „Gänsemarsch“. Gemessen wurde der Profilabbau am Vorderrad in der Schulter und am Hinterrad in der Mitte; aus beiden Werten ergab sich die Verschleißwertung.
Welche Reifen-Typen standen auf dem Prüfstand – und warum ist das relevant für den Verschleiß?
Verglichen wurden ein Offroadreifen, ein 50/50-Enduroreifen und vier straßenorientierte Touren/Sport-Touring-Reifen. Grobe Stollen- oder 60/40-Profile bringen auf losem Untergrund Vorteile, zahlen auf der Straße aber oft mit höherem Abrieb, wärmerem Lauf und längeren Bremswegen. Straßengummis profitieren von feineren Profilen, stabileren Laufflächen und modernen Mischungen, was Reichweite und Nassgrip begünstigt.
Wer setzte sich beim Thema Laufleistung an die Spitze?
Der Pirelli Scorpion Trail III zeigte die reifsten Allround-Eigenschaften, weil er niedrigen Verschleiß mit sehr guter Performance bei Nässe kombinierte. Dicht dahinter lagen der Bridgestone A 41 und der Continental RoadAttack 4, die in der Gesamtschau ein ähnlich hohes Reichweitenniveau erreichten. Der Metzeler Roadtec 02 blieb nur knapp zurück; seine gute Vorderachs-Standfestigkeit wird durch etwas höheren Abrieb am Hinterrad relativiert.
Welcher Reifen überraschte – und warum?
Der Dunlop Trailmax Raid, eigentlich als 60/40-Reiseenduro-Pneu ausgelegt, hielt seine Fahreigenschaften über die komplette Distanz stabil und könnte damit für Fahrer spannend sein, die lange Anreisen auf Asphalt mit Schotterurlauben verbinden. Prozentual fällt sein Hinterradverschleiß höher aus, absolut hilft jedoch die große Anfangsprofiltiefe.
Wo lagen die klaren Schwachpunkte im Testfeld?
Der Michelin Anakee Wild offenbarte auf der drehmomentstarken und schweren R 1300 GS vor allem hinten eine hohe Abnutzung. Mit fortschreitender Strecke verlor der Reifen spürbar an Kontur, was die Linienführung erschwerte. Vorn stemmte er sich den Kräften deutlich besser entgegen, die Gesamtreichweite litt dennoch.
Was bedeutet das Ergebnis für Vielfahrer auf der Straße?
Wer primär Kilometer frisst, profitiert von straßenorientierten Profilen mit homogener Karkassenabstimmung und moderner Mischung. Der Pirelli Scorpion Trail III ragte heraus, Bridgestone A 41 und Continental RoadAttack 4 spielen bei der Laufleistung auf Augenhöhe und machten auch nach 2 000 Kilometern einen frischen Eindruck. Metzeler Roadtec 02 empfiehlt sich für sportliche On-Road-Piloten, mit dem Hinweis auf etwas mehr Hinterradabrieb.
Welche Rolle spielen Fahrprofil und Motorrad beim Thema Verschleiß?
Drehmoment, Gewicht und Fahrtempo beschleunigen den Abtrag – besonders am Hinterrad. Wer oft auf kurvigen, engen Landstraßen unterwegs ist, erzeugt mehr Flankenverschleiß als auf langen, gleichmäßigen Etappen. Offroad-Anteile und grobe Beläge verstärken den Effekt. Das Testergebnis bildet deshalb klare Tendenzen ab, ersetzt aber nicht die individuelle Erfahrung auf dem eigenen Motorrad.
Was ist die praxisnahe Empfehlung aus 2 000 Kilometern Verschleißmessung?
Für lange Straßentouren mit verlässlichem Nassgrip und hoher Reichweite ist der Pirelli Scorpion Trail III eine erste Wahl, dicht gefolgt von Bridgestone A 41 und Continental RoadAttack 4. Der Metzeler Roadtec 02 ist eine sportliche Alternative mit sehr gutem Vorderreifen-Stehvermögen. Wer Straße und Schotter mischt, findet im Dunlop Trailmax Raid einen charakterstarken Kompromiss, sollte aber den Hinterradverschleiß einkalkulieren. Für echte 50/50-Ambitionen ist der Michelin Anakee Wild nur mit Vorbehalt zu empfehlen, vor allem an leistungsstarken, schweren Bikes.