Computer Bild - 8 KI-Laptops Testsieger

8 KI-Laptops im Test-Vergleich von Computer Bild

Computer Bild

14/2025 - Computer Bild

Brauchen wir wirklich eine neue Laptop-Kategorie nur für KI?

In der Welt mobiler Computer scheint jeder Zentimeter dünn, jeder Milliwatt Strom und jedes Gramm Gewicht bereits optimiert. Doch seit knapp einem Jahr versucht Microsoft, mit den sogenannten Copilot+-Notebooks eine kleine Revolution zu starten: Geräte, die dank integrierter „Neural Processing Unit“ (NPU) selbst komplexe KI-Aufgaben lokal bewältigen und damit Cloud-Abhängigkeiten reduzieren. Das Technik‐Magazin Computer Bild hat in Ausgabe 14/2025 acht dieser Kandidaten geprüft und fragt: Ist das alles mehr Marketing als Mehrwert – oder fangen Laptops damit an, unsere Arbeitsroutinen zu revolutionieren?

Was verlangt Microsoft von einem Copilot+-Notebook?

Die Redakteure von Computer Bild fassen die Mindestanforderungen kurz zusammen: Mindestens 40 TOPS Rechenleistung in der NPU, 16 GB RAM, eine SSD ab 256 GB sowie eine eigene Copilot-Taste auf der Tastatur. Aktuell erfüllen das vor allem Intels Core-Ultra-200-Chips und Qualcomms Snapdragon-X-Serie; AMD-Ryzen-AI-Modelle bleiben noch selten. Diese klaren Vorgaben sollen sicherstellen, dass neue Windows-11-Funktionen wie Bildumgestaltung oder Offline-Transkription nicht ins Stocken geraten.

Wie hat Computer Bild den Praxistest angelegt?

Anstatt sich in Datenblättern zu verlieren, legte die Redaktion ihren Fokus auf Alltagsszenarien. Texte wurden mit Copilot+ zusammengefasst, Sprachmemos transkribiert und Bilder in Paint via Cocreator nachkoloriert – alles ohne Internetverbindung. Parallel liefen klassische Benchmarks für Office, Foto- und Videobearbeitung sowie ein Dauertest der Akkus bei voller Display-Helligkeit. Dadurch entstand ein praxisnahes Gesamtbild, das Tempo, Laufzeit, Display-Qualität und Lautstärke gleichermaßen abbildet.

Obwohl sieben der acht Kandidaten mit 14-Zoll-Displays antraten, unterschieden sich Laufzeiten und Haptik deutlich. Ein Asus Zenbook A14 lief über 17 Stunden und wog unter ein Kilogramm – etwas, das Ingolf Leschke, Ressortleiter Hardware bei Computer Bild, vor Kurzem noch „mit klassischen x86-Prozessoren undenkbar“ nannte. Das HP OmniBook Ultra Flip überzeugte mit dem hellsten OLED-Panel und holte sich dank starker Gesamtwerte den Testsieg. Beim Tempo wiederum setzte sich das Medion SPRCHRGD 14 S2 an die Spitze, musste dafür aber die kürzeste Ausdauer hinnehmen.

OLED etablierte sich als Standard: Fünf der acht Modelle nutzten die kontraststarke Technik, ohne die Batterie spürbar auszubluten. Zudem deckten alle Testgeräte Bildraten von mindestens 120 Hertz ab, was Mausbewegungen sichtbar immersiv wirken ließ.

Sind KI-Benchmarks schon zuverlässig?

Hier blieb die Redaktion skeptisch. Programme wie Geekbench AI lieferten teils widersprüchliche Resultate: Ein vermeintlich schwächerer Snapdragon X Plus schlug das größere X Elite, weil Qualcomms Architektur KI-Last strikt an die NPU abgibt, während Intel sie quer über CPU-Kerne, GPU und NPU verteilt. Computer Bild schlussfolgert, dass synthetische Werte die reale Nutzererfahrung derzeit nur unvollständig abbilden – entscheidend blieb das gefühlte Arbeitstempo bei Text-, Bild- und Audioaufgaben.

Wie wirkt sich KI-Hardware im täglichen Workflow aus?

Im Home-Office machte sich vor allem die sofortige Verfügbarkeit von Copilot+-Funktionen bemerkbar. Texte wurden binnen Sekunden zusammengefasst, Sprachnachrichten fast verzögerungsfrei verschriftlicht, und ein Foto ließ sich per Klick in Surrealismus oder Pixel-Art verwandeln. Besonders Recall, Microsofts viel diskutierte „KI-Erinnerung“, wurde von Computer Bild genau unter die Lupe genommen: Wegen Datenschutzbedenken in der EU zwar noch nicht freigeschaltet, verdeutlicht die Funktion aber, wie tiefgreifend KI künftig in das Betriebssystem eingreift – und damit neue Fragen zum Umgang mit lokalen Daten aufwirft.

Welche Rolle spielen Display, Eingaben und Anschlüsse?

Trotz aller KI-Magie bleibt ein Notebook nur so gut wie sein Bildschirm und seine Eingabegeräte. Hier kristallisierten sich zwei Pole heraus: Das HP OmniBook Ultra Flip bot mit 606 Candela pro Quadratmeter die höchste Helligkeit, während das günstigere Asus ExpertBook P5 als Preis-Leistungs-Tipp mit 144-Hertz-Panel und solider Laufzeit punktete. Tastaturen zeigten sich durchweg brauchbar; echte Kritik sammelten nur Touchpads, die in den Ecken schwer klickten oder hohen Kraftaufwand erforderten.

Anschlüsse blieben ein Dauerbrenner. Zwar bringen alle Geräte USB-C mit DisplayPort, doch klassische USB-A-Buchsen, HDMI-Ports oder microSD-Slots fehlten teils. Computer Bild empfiehlt deshalb, vor dem Kauf das eigene Peripherie-Setup zu prüfen – sonst droht der Adapter-Salat jede Revolution am Schreibtisch zu bremsen.

Gibt es bereits echte Preis-Kracher?

Noch sind Copilot+-Modelle selten unter 900 Euro zu haben. Das Asus ExpertBook P5 markiert mit genau diesem Preispunkt die untere Grenze, liefert dafür aber ein spürbar „erwachseneres“ Gesamtpaket als herkömmliche Mittelklasse-Laptops ohne KI-Siegel. Computer Bild prognostiziert jedoch sinkende Preise, sobald AMD-Ryzen-AI-Geräte in größerer Zahl erscheinen und der Wettbewerb Fahrt aufnimmt.

Welches Fazit zieht Computer Bild?

Für das Redaktionsteam steht fest: Die erste Copilot+-Generation hat ihre Versprechen eingelöst – im Alltag laufen KI-Aufgaben flott, und weder Lautstärke noch Hitze entgleisen. Trotzdem handelt es sich eher um eine Revolution in Zeitlupe: Vieles funktioniert schon heute erstaunlich gut, doch Standards für Vergleichsbenchmarks und Datenschutz müssen sich erst festigen. Wer jetzt kauft, erhält zukunftssichere Hardware mit spürbaren Vorteilen, bezahlt aber noch eine Pionier-Prämie.

So empfiehlt Computer Bild allen, die viel unterwegs sind und täglich mit großen Text- oder Bildmengen arbeiten, zum HP OmniBook Ultra Flip oder Samsung Galaxy Book 5 Pro 360 zu greifen. Preisbewusste Nutzer, die vor allem lange Laufzeit suchen, finden im Asus Zenbook A14 den momentan ausdauerndsten Reisebegleiter. Ganz gleich jedoch, für welches Modell man sich entscheidet: Die KI wandert ins Notebook-Gehäuse – und das Home-Office wird damit Schritt für Schritt revolutioniert.

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