ALPIN - 10 leichte Wetterschutzjacken Testsieger

10 leichte Wetterschutzjacken im Test-Vergleich von ALPIN

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08/2024 - ALPIN

Leichte Hardshell-Regenjacken im Test

In der Bergsportwelt revolutionieren leichte Regenjacken die Ausrüstung von Wanderern, Trailrunnern und Alpinisten. Wo früher robuste Hardshell-Jacken mehrere hundert Gramm wogen, liegt das Gewicht heute oft unter 250 Gramm. Die aktuelle Testreihe des Alpin Magazins nimmt zehn solcher ultraleichten Jacken unter die Lupe, von denen die leichteste nur 108 Gramm wiegt. Doch die zentrale Frage lautet: Können diese Leichtgewichte tatsächlich in puncto Wasserdichtigkeit und Haltbarkeit mit schwereren Modellen mithalten?

Klein, leicht, praktisch: Die neue Generation der Regenjacken

Ultraleichte Regenjacken haben sich vor allem durch ihr geringes Gewicht und Packmaß einen Namen gemacht. Im Vergleich zu älteren Hardshell-Jacken, die teilweise bis zu 800 Gramm auf die Waage brachten, wiegen die getesteten Modelle zwischen 108 und 245 Gramm. Das Modell mit dem niedrigsten Gewicht, die Berghaus MTN Guide Hyper LT, kommt auf unglaubliche 110 Gramm und lässt sich sogar in einer Hosentasche verstauen. Doch der Fortschritt im Gewicht geht mit einer gewissen Vorsicht der Hersteller einher: Während die Jacken wasser- und winddicht sind, betont der Test, dass man bei diesen Modellen keine jahrelange Haltbarkeit erwarten darf.

Die meisten der getesteten Jacken sind für den gelegentlichen Einsatz gedacht – perfekt für Wanderer, die nur gelegentlich in den Regen geraten und Wert auf eine leichte, gut verstaubare Notlösung legen. Für den Dauereinsatz bei extremen Bedingungen sind sie weniger geeignet.

Leichte Regenjacken im Test: Haltbarkeit vs. Gewicht

Eine der größten Herausforderungen bei leichten Jacken ist die Balance zwischen Gewicht und Haltbarkeit. Leichtere Materialien bedeuten oft auch eine geringere Robustheit, was sich im Testfeld bestätigt hat. Besonders anschaulich wird dies am Beispiel der Odlo Zeroweight Dual Dry, der zweitleichtesten Jacke im Test. Während die Jacke in Sachen Atmungsaktivität und Gewicht hervorragende Ergebnisse erzielt, zeigt die Analyse unter dem Mikroskop, dass das Außenmaterial viele Lücken aufweist, was zu einer höheren Anfälligkeit für Schäden führt. Die Tester konnten jedoch keinen klaren Grund für das Eindringen von Wasser feststellen, was auf die generelle Empfindlichkeit des Materials hindeutet.

Dennoch zeigt der Test auch, dass dünne Jacken nicht zwangsläufig schnell undicht werden müssen. Einige der getesteten Jacken, die seit Jahren im Einsatz sind, erfüllen noch immer ihren Zweck. Entscheidend ist hier die richtige Anwendung: Als Notfalljacke oder für kurze Schauer funktionieren die leichten Modelle bestens.

Testmethodik: So wurden die Regenjacken getestet

Um die besten leichten Regenjacken zu identifizieren, wurde im Testverfahren viel Wert auf Praxisnähe gelegt. Die Jacken wurden bei verschiedenen Outdoor-Aktivitäten wie Speedhiking, Mountainbiking und Bergsteigen getestet. Dabei mussten sie sich unter realen Bedingungen in Bezug auf Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität und Tragekomfort beweisen.

Zusätzlich wurden die Jacken einem künstlichen Alterungstest unterzogen. Hierzu wurden die DWR-Imprägnierungen (Durable Water Repellent) auf Wasserdichtigkeit und Langlebigkeit geprüft. Dabei sprühte das Team die Jacken zunächst ein und bewertete die Form und Dichte der Tropfen. Anschließend simulierten sie durch Bürsten der Jacken den Verschleiß und wiederholten die Wasserdichtigkeitstests. Unter dem Mikroskop wurde geprüft, ob das Material Beschädigungen aufwies.

Auf diese Details sollte man beim Kauf achten

Leichte Regenjacken unterscheiden sich nicht nur im Gewicht, sondern auch in der Ausstattung. Die wichtigsten Faktoren, auf die man beim Kauf achten sollte, sind:

  1. Kapuze: Die meisten der getesteten Modelle haben minimalistische Kapuzen ohne große Verstellmöglichkeiten. Trotzdem sollten sie gut passen, um den Kopf zuverlässig vor Regen zu schützen.
  2. Material: Da leichte Jacken oft aus sehr dünnem Material bestehen, bieten sie ein angenehmes Tragegefühl und eine hohe Atmungsaktivität.
  3. Schnitt: Viele der Jacken sind für Läufer konzipiert und haben daher einen schlanken Schnitt. Wer darunter noch zusätzliche Kleidungsschichten tragen möchte, sollte eventuell eine Nummer größer wählen.
  4. Imprägnierung (DWR): Die DWR-Schicht ist oft ein Schwachpunkt, da sie durch den gesetzlichen Verzicht auf schädliche Chemikalien weniger haltbar ist. Käufer sollten darauf achten, dass die Imprägnierung erneuerbar ist.

Knackpunkt DWR: Die Schwachstelle der leichten Regenjacken

Im Test stellte sich heraus, dass die DWR-Schicht bei den meisten Jacken der begrenzende Faktor ist. Zwar sind alle Jacken wasserdicht, aber die Imprägnierung, die verhindert, dass sich das Außenmaterial vollsaugt, lässt bei einigen Modellen schneller nach. Vor allem bei Jacken, die stark beansprucht oder öfter gebürstet wurden, verlor die DWR schnell an Wirkung. Dies führt dazu, dass das Wasser nicht mehr abperlt und die Jacke sich schwerer und unangenehm anfühlt.

Modelle wie die Ortovox 2.5L Civetta Jacket oder die Odlo Zeroweight Dual Dry fielen in dieser Kategorie auf, da ihre DWR-Schicht bereits nach kurzer Nutzung schwächer wurde. Eine regelmäßige Nachimprägnierung ist bei leichten Jacken daher besonders wichtig.

Das "grüne" Dilemma: Nachhaltigkeit bei Regenjacken

Ein weiteres Thema, das den Test begleitete, ist die Nachhaltigkeit der verwendeten Materialien. Viele Hersteller setzen mittlerweile auf PFC-freie Imprägnierungen und recycelte Materialien, um den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Modelle wie die Berghaus MTN Guide Hyper LT und die Löffler Hooded Jacket Aquavent WPM Pocket heben sich hier positiv ab, da sie vollständig auf schädliche Chemikalien verzichten. Dies geht jedoch häufig auf Kosten der Haltbarkeit der Imprägnierung, was ein Dilemma darstellt: Langlebige, schadstoffreiche Materialien versus ökologisch nachhaltigere, aber weniger haltbare Alternativen.

Ausstattung: Taschen und Kapuzen als entscheidende Details

Neben den grundlegenden Funktionen wie Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität spielen auch praktische Aspekte wie Taschen und Kapuzen eine Rolle. Jacken wie die Haglöfs L.I.M GTX II Jacket oder die Norröna Falketind Gore-Tex Paclite Jacket bieten großzügige Brusttaschen, während andere Modelle minimalistisch nur eine kleine Tasche oder sogar gar keine Taschen haben. Eine gut sitzende Kapuze, die den Kopf bei Regen schützt, ist ebenfalls ein Muss, besonders bei Modellen, die für den intensiven Gebrauch in den Bergen gedacht sind.

Fazit: Die besten leichten Regenjacken

Der Test zeigt, dass die Wahl der richtigen leichten Regenjacke stark von den individuellen Anforderungen abhängt. Für Minimalisten, die nach einer ultraleichten Jacke suchen, ist die Berghaus MTN Guide Hyper LT eine gute Wahl. Sie punktet mit ihrem extrem geringen Gewicht und einem kompakten Packmaß, eignet sich jedoch nur für kurze Touren und ist weniger robust. Wer eine robustere, aber immer noch leichte Jacke sucht, wird bei der Haglöfs L.I.M GTX II Jacket fündig, die eine gute Balance zwischen Ausstattung, Gewicht und Haltbarkeit bietet.

Insgesamt haben die getesteten leichten Regenjacken das Potenzial, das Tragen schwerer Hardshells überflüssig zu machen – zumindest für den Gelegenheitsgebrauch und bei kurzen Regenschauern.

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