Spiegel Tests - 6 Akku-Winkelschleifer Testsieger

6 Akku-Winkelschleifer im Test-Vergleich von Spiegel Tests

Spiegel Tests

03/2025 - Spiegel Tests

Was taugen Akku-Winkelschleifer wirklich?

Ob Metallrohr, Betonplatte oder verrosteter Zaun – ein Winkelschleifer gehört zur Grundausstattung jeder gut sortierten Werkstatt. Mit der richtigen Scheibe trennt, schleift und entrostet er nahezu jedes Material. Doch spätestens bei der Wahl eines akkubetriebenen Modells stellt sich die Frage: Reicht die kabellose Variante in Sachen Leistung, Ausdauer und Sicherheit an kabelgebundene Geräte heran?

Markus Linden von DER SPIEGEL hat sechs Modelle verschiedener Preisklassen und Hersteller getestet – mit überraschenden Unterschieden, vor allem bei Ergonomie und Sicherheitsfunktionen.

Was wurde getestet – und wie?

Alle getesteten Akku-Winkelschleifer arbeiten mit 18-Volt-Akkus. Diese sind jeweils Teil eines herstellerspezifischen Systems – nicht austauschbar, aber mit anderen Geräten desselben Systems kompatibel. Um Vergleichbarkeit zu gewährleisten, kamen ausschließlich Akkus mit vier oder mehr Amperestunden zum Einsatz.

Die Testaufgaben hatten es in sich: Schneiden von Betonplatten, Metalltrennung, Schleifen von Rost – und zum Härtetest das Zerlegen alter Paletten. Damit prüfte der SPIEGEL-Redakteur sowohl kurzfristige Leistung als auch die Ausdauer unter Dauerbelastung.

Welche Rolle spielt die Scheibengröße – und warum 125 Millimeter?

Die 125-Millimeter-Klasse ist der Kompromiss zwischen Handlichkeit und Leistung. Kleinere Modelle bieten geringere Schnitttiefe, größere sind schwerer und eher für Profis gedacht. Alle getesteten Geräte haben ein M14-Gewinde zur Aufnahme gängiger Scheiben. Unterscheidungen gab es beim Befestigungssystem – manche setzen auf werkzeuglose Schnellspannmuttern, andere auf klassische Spannschlüssel. Das revolutionäre X-Lock-System blieb im Test außen vor, da es bislang nur von wenigen Geräten unterstützt wird.

Wie lässt sich Leistung bei Akkugeräten vergleichen?

Eine einfache Antwort gibt es nicht. Die Herstellerangaben zur Motorleistung sind uneinheitlich – manche sprechen von Eingangs-, andere von Ausgangsleistung. Hinzu kommt, dass die Elektronik die Leistung abhängig vom eingesetzten Akku reguliert. Der Test von DER SPIEGEL zeigt deutlich: Selbst bei gleicher Akkuspannung gibt es spürbare Unterschiede in Kraft und Laufzeit. Ein leistungsstarker Schleifer kann bei niedrigem Akkustand deutlich an Biss verlieren.

Welche Unterschiede zeigten sich in der Praxis?

Groß waren die Differenzen vor allem bei der Bedienbarkeit. Manche Geräte überzeugten mit gut erreichbaren, leichtgängigen Schaltern – andere zeigten Schwächen bei Ergonomie oder Sicherheit. Besonders positiv fiel der Paddelschalter des Ryobi-Geräts auf, der sich automatisch deaktiviert, sobald man den Griff loslässt. Umgekehrt zeigte sich beim Bosch-Modell ein Schiebeschalter als so schwergängig, dass er im staubigen Einsatz zum Ärgernis wurde.

Auch beim Thema Sicherheit gehen die Konzepte auseinander: Während einige Geräte mit Kick-Back-Stopp und Motorbremse punkten, liefen andere lange nach – ein potenzielles Risiko, wenn das Werkzeug aus der Hand fällt.

Welche Rolle spielt die Schnitttiefe?

Sie bestimmt, wie tief sich ein Material in einem Zug durchtrennen lässt. Zwischen 27 und 35 Millimetern lagen die getesteten Geräte – ein Unterschied, der sich etwa beim Trennen von Pflasterplatten bemerkbar macht. Besonders der DeWalt-Schleifer schnitt hier stark ab. Makita und Worx lagen am unteren Ende des Spektrums, auch weil Schutzhauben und Halterungen teils die nutzbare Tiefe einschränken.

Was ist beim Akku wichtig – und wo gibt es Kritik?

Die Akkuleistung entscheidet nicht nur über die Laufzeit, sondern auch über die Schnittfähigkeit unter Last. Einige Geräte arbeiteten auch bei fast leerem Akku noch kraftvoll, andere versagten frühzeitig den Dienst. Überraschend: Der Bosch-Schleifer mit dem größten Akku im Test schaffte weniger Schnitte als Modelle mit kleineren Akkus – vermutlich wegen hoher Stromaufnahme und weniger effizientem Motor.

Problematisch war auch die Handhabung mancher Akkus – etwa beim Worx-Modell, dessen Entriegelung bei Staubkontakt schwergängig wurde.

Wie fällt das Gesamtfazit aus?

Alle getesteten Geräte erledigten ihre Aufgaben – doch in ganz unterschiedlicher Qualität. Besonders überzeugte der Makita DGA513 mit durchdachter Bauweise, kräftigem Motor und fein regelbarer Drehzahl. Auch Ryobi punktete mit Sicherheitsfunktionen und Kompaktheit. DeWalt glänzte bei Schnittkraft und Verarbeitung, zeigte jedoch Schwächen bei der Ergonomie für Linkshänder.

Günstigere Geräte wie Einhell und Worx schnitten solide ab, zeigten aber kleine Schwächen bei Ausstattung und Komfort. Bosch überzeugte mit starkem Motor und Schnellspanner, fiel jedoch durch einen komplizierten Schalter und suboptimales Akkusystem auf.

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