Spiegel Tests - 2 Küchenmesser Testsieger

2 Küchenmesser im Test-Vergleich von Spiegel Tests

Spiegel Tests

10/2024 - Spiegel Tests

Küchenmesser im Test: Langlebigkeit im Fokus

Viele Messerhersteller werben mit der außergewöhnlichen Langlebigkeit ihrer Produkte und versprechen, dass ihre Küchenmesser ewig scharf bleiben. Doch wie realistisch sind diese Aussagen? Um das herauszufinden, hat das Spiegel Magazin zwei vielversprechende Modelle über einen Zeitraum von sechs Monaten auf die Probe gestellt: das Paul Wirths Santoku Cerasteel 7″ und das WMF Ultimate Black Kochmesser.

Küchenmesser für den Alltag – Was zählt wirklich?

Ein hochwertiges Kochmesser ist in jeder Küche unverzichtbar. Es soll präzise schneiden, leicht in der Hand liegen und idealerweise lange scharf bleiben, um den regelmäßigen Nachschliff zu minimieren. Dabei spielt das Material der Klinge eine entscheidende Rolle, ebenso wie die Ergonomie und das Gewicht des Messers. Während klassische europäische Messer regelmäßig nachgeschärft werden müssen, versprechen moderne Hightech-Materialien wie Cermet-Verbundwerkstoffe oder spezielle Diamantschliffe eine weitaus längere Schnitthaltigkeit.

Paul Wirths Santoku Cerasteel 7″

Das Paul Wirths Santoku Cerasteel 7″ setzt auf eine Klinge aus Cermet, einem Verbundwerkstoff aus Keramik und Metall. Diese Materialmischung verleiht der Klinge eine beeindruckende Härte, die in der Praxis für eine langanhaltende Schärfe sorgt. Das Messer ist leicht und liegt durch seinen ergonomischen Griff aus G10-Fiberglas angenehm in der Hand. Es eignet sich sowohl für Fleisch, Fisch als auch Gemüse – die drei typischen Einsatzgebiete eines Santoku-Messers.

Im Test überzeugte das Messer durch seine extreme Schärfe und den harten Werkstoff. Besonders positiv fiel auf, dass es trotz der Härte sturzsicher ist: Stürze auf Fliesen oder Steinböden überstand das Messer ohne Beschädigung. Der große Vorteil des Paul Wirths Santoku: Es behielt seine Schärfe über vier Monate hinweg, ohne dass ein Nachschliff nötig war. Damit übertraf es herkömmliche Messer in seiner Preisklasse deutlich.

  • Fazit: Ein sehr leichtes und schnitthaltiges Messer, das vor allem für Hobbyköche geeignet ist, die Wert auf Langlebigkeit und Vielseitigkeit legen. Mit einem Preis von etwa 120 Euro bietet es ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

WMF Ultimate Black Kochmesser

Das WMF Ultimate Black Kochmesser aus der Signature-Reihe setzt auf den sogenannten Diamond Cut, eine besondere Schlifftechnik, die laut Hersteller eine lebenslange Schärfe gewährleisten soll. Mit seiner 20 cm langen Klinge und dem ergonomisch geformten Griff verspricht es, das ideale Werkzeug für den täglichen Einsatz in der Küche zu sein.

Im Test punktete das Messer vor allem bei großen und harten Lebensmitteln wie Kürbissen oder Kohl. Es liegt durch den hochwertigen Chromargan-Stahlgriff gut in der Hand, allerdings stellte sich das hohe Gewicht von 336 Gramm als Nachteil heraus, besonders bei längeren Schneidarbeiten. Auch störte die Neigung der Klinge, Fingerabdrücke anzuziehen und Schnittgut haften zu lassen. Der Diamond Cut hielt im Test nicht ganz, was er versprach. Nach sechs Monaten zeigte sich, dass auch dieses Messer an Schärfe verlor und zwischendurch nachgeschärft werden musste, insbesondere bei härteren Schneidaufgaben.

  • Fazit: Ein solides Messer, das bei großen Schneidearbeiten seine Stärken ausspielt, jedoch nicht so schnitthaltig ist, wie die Werbung suggeriert. Für rund 300 Euro ist es eher ein Premiumprodukt für Profis oder ambitionierte Hobbyköche.

Fazit des Tests: Messer für alle Ansprüche

Beide getesteten Messer erfüllen ihre Versprechen weitgehend, unterscheiden sich jedoch in Preis und Handhabung. Das Paul Wirths Santoku Cerasteel überzeugt durch seine Schnitthaltigkeit, Langlebigkeit und sein geringes Gewicht. Es ist ideal für ambitionierte Hobbyköche, die ein vielseitiges Küchenmesser suchen, das nicht ständig nachgeschärft werden muss.

Das WMF Ultimate Black hingegen richtet sich an Köche, die viel mit großen Lebensmitteln arbeiten und bereit sind, für Premiumqualität einen höheren Preis zu zahlen. Das Versprechen einer lebenslangen Schärfe konnte jedoch nicht gänzlich erfüllt werden. Letztendlich zeigt der Test, dass auch hochwertige Messer irgendwann an Schärfe verlieren – egal wie teuer oder innovativ die verwendeten Materialien sind. Ein regelmäßiger Nachschliff bleibt auch bei den besten Messern unverzichtbar.

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