Rennrad Radsportmagazin - 23 Rennradreifen Testsieger

23 Rennradreifen im Test-Vergleich von Rennrad Radsportmagazin

Rennrad Radsportmagazin

11-12/2025 - Rennrad Radsportmagazin

Warum ist die Wahl des richtigen Rennradreifens so entscheidend?

Kaum ein Bauteil beeinflusst das Fahrgefühl so direkt wie der Reifen – und doch wird seine Bedeutung häufig unterschätzt. Der Test des Magazins Rennrad, durchgeführt im Continental-Labor in Korbach, zeigt: Unterschiede im Rollwiderstand, Gewicht und Pannenschutz sind messbar – und teils gravierend. Untersucht wurden 23 Rennradreifen mit Fokus auf die beiden Hauptkategorien Race und Endurance, ergänzt durch drei Spezialmodelle für Zeitfahren und Allround-Einsatz.

Besonders spannend: Selbst innerhalb der gleichen Breite – meist 28 Millimeter – variieren Rollverhalten, Dämpfung und Sicherheit deutlich. Die Erkenntnis, dass breitere Reifen bei gleichem Druck oft schneller rollen, hat sich mittlerweile auch im Profibereich durchgesetzt. Der Test bestätigt diesen Trend mit klaren Zahlen.

Welche Reifen rollen am leichtesten – und welche schützen am besten?

Im Messaufbau wurden alle Reifen mit identischem Druck (5 bar) auf einer Prüfwalze bei 30 km/h getestet. Der schnellste Reifen im gesamten Test war der Continental Grand Prix 5000 S TR mit nur 15,9 Watt Rollwiderstand – gleichzeitig bietet er auch gute Werte beim Pannenschutz und ist damit eine der ausgewogensten Lösungen.

Am anderen Ende: Der Pirelli Cinturato Evo TLR, der mit 33,9 Watt den höchsten Widerstand aufwies, dafür aber mit exzellentem Schutz gegen Schnitte und Durchstiche punktete. Der Vittoria Corsa Speed, ein Wettkampfmodell, glänzte mit Leichtbau (250 g) und extrem niedrigem Rollwiderstand, schnitt beim Pannenschutz aber deutlich unterdurchschnittlich ab – typisch für einen reinen Performance-Reifen.

Im Endurance-Segment sticht der Specialized S-Works Turbo TLR hervor: Er kombiniert einen niedrigen Rollwiderstand (22,5 Watt) mit gutem Schutz und ausgewogenem Gewicht. Preislich liegt er allerdings im oberen Bereich.

Welches Modell passt zu welchem Fahrstil?

Die Bandbreite ist groß. Fahrer, die auf Wettkampf und Geschwindigkeit aus sind, profitieren von Modellen wie dem Vittoria Corsa Speed, Specialized RapidAir TLR oder dem Hutchinson Blackbird Race – alle leicht, schnell und agil, aber weniger robust. Alltagspendler oder Tourenfahrer, für die Pannensicherheit Priorität hat, greifen besser zu stabilen Reifen wie dem Maxxis High Road, Cadex Classics oder dem Pirelli Cinturato.

Ein echtes Allround-Talent bleibt der Continental GP 5000 S TR – schnell, gut geschützt und universell einsetzbar. Auch der Bontrager R3 überzeugt mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis, niedrigem Gewicht und solider Performance.

Welche Rolle spielen Gewicht und Komfort?

Leichtere Reifen verbessern die Beschleunigung und erhöhen die Agilität, da sie zur rotierenden Masse gehören. Unterschiede von bis zu 130 Gramm zwischen den Testkandidaten haben spürbaren Einfluss auf das Fahrverhalten. Besonders leichte Reifen wie der Specialized RapidAir TLR (236 g) oder der Vittoria Corsa Speed (250 g) tragen zu einem direkten Fahrgefühl bei, gehen aber oft Kompromisse beim Pannenschutz ein.

Breitere Modelle wie der Pirelli P Zero Race (40 mm) bieten dagegen spürbar mehr Komfort und Kurvensicherheit – ein Plus bei schlechtem Asphalt oder längeren Touren. Sie benötigen allerdings mehr Platz im Rahmen und lassen sich schwerer montieren.