Öko-Test - 30 Rapsöle Testsieger

30 Rapsöle im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

08/2024 - Öko-Test

Ökotest-Test: Rapsöl – Überraschungen im Test

Rapsöl ist in deutschen Küchen beliebt: Es ist vielseitig, gesund und oft günstig. Doch der jüngste Test von Ökotest zeigt, dass nicht jedes Rapsöl empfehlenswert ist. Von den 30 getesteten Produkten schnitten zwar 17 gut oder sehr gut ab, doch sieben fielen durch. Die Hauptprobleme: Mineralölrückstände, Transfette und Pestizide, darunter ein längst verbotenes. Besonders überraschend: Ein Bio-Produkt wies Rückstände eines seit 52 Jahren verbotenen Pestizids auf.

Wie haben die Rapsöle abgeschnitten?

Von den getesteten Ölen waren elf Produkte „sehr gut“. Sowohl raffinierte als auch kaltgepresste Öle konnten überzeugen. Sie bieten eine gute Fettsäurezusammensetzung, enthalten keine schädlichen Substanzen und schmecken, wie man es von hochwertigem Rapsöl erwartet.

Überraschung 1: DDT in einem Bio-Produkt

Im Dennree Rapsöl kaltgepresst entdeckte das Labor Rückstände von DDT – einem Pestizid, das seit 1972 in Deutschland verboten ist. Obwohl der Raps aus Rumänien stammt, wo DDT ebenfalls verboten ist, fand das Labor Spuren des Stoffes im Öl. DDT ist besonders gefährlich, weil es sich nur sehr langsam abbaut und als wahrscheinlich krebserregend gilt. Auch für viele Tierarten ist es hochgiftig. Der Hersteller argumentierte, es handle sich wohl um „Altlasten“, doch Ökotest sieht die Verantwortung klar bei den Herstellern: Bio-Produkte sollten frei von derartigen Rückständen sein.

Überraschung 2: Transfette in raffiniertem Rapsöl

Transfettsäuren gelten als besonders gesundheitsschädlich, da sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät dazu, den Konsum dieser Fettsäuren so gering wie möglich zu halten. In den Produkten Ja! Reines Rapsöl und Penny Reines Rapsöl wurden erhöhte Transfettgehalte gefunden. Obwohl diese Speiseöle den gesetzlichen Grenzwert einhalten, kritisiert Ökotest, dass der Grenzwert zu 50 % ausgeschöpft wird.

Überraschung 3: Falsche Herkunftsangaben

Der Hersteller von Rapsgold Reines Rapsöl wirbt damit, dass der Raps „100 % aus Deutschland“ stammt. Doch auf Nachfrage räumte der Anbieter ein, dass der Raps aus acht verschiedenen Ländern stamme – darunter auch Litauen, Kroatien und Frankreich. Solche irreführenden Angaben führt zu einem Abzug in der Bewertung.

Überraschung 3 1/2: Mineralölrückstände

Mineralölrückstände in Lebensmitteln sind keine Seltenheit, doch besonders bedenklich sind die aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH), die potenziell krebserregend sind. Ökotest fand MOAH in drei Produkten, darunter das Tegut Bio Rapsöl kaltgepresst. Besonders ärgerlich: Beim letzten Rapsöl-Test von Ökotest waren noch keine derartigen Rückstände nachweisbar.

Welche Produkte sind empfehlenswert?

Trotz der erschreckenden Ergebnisse gibt es viele empfehlenswerte Produkte. Besonders positiv schnitten folgende Rapsöle ab:

  • Dm Bio Rapsöl kaltgepresst
  • Gut Bio Nativ kaltgepresstes Rapsöl (Aldi Süd)
  • Frisan Reines Rapsöl (Norma)

Diese Produkte waren frei von Pestiziden und Mineralölrückständen und überzeugten auch im Geschmack.

Fazit: Worauf sollten Verbraucher achten?

Rapsöl ist eine gesunde Wahl für die Küche, aber beim Kauf lohnt sich ein genauerer Blick auf die Herkunft und die Qualität des Öls. Produkte, die eine deutsche Herkunft des Rapses versprechen, halten nicht immer dieses Versprechen. Zudem sind einige günstige Öle mit Transfetten belastet, die gesundheitsschädlich sein können.

Öle mit Bio-Siegel stehen besonders im Fokus, da sie oft mit höheren Ansprüchen verbunden sind. Doch auch hier gibt es Ausreißer, wie der Fund von DDT zeigt. Verbraucher sollten daher zu Produkten greifen, die im Test gut abgeschnitten haben und keine Rückstände von schädlichen Substanzen enthalten. Für einen Liter sehr gutes Rapsöl muss man übrigens nicht viel ausgeben – schon ab 1,39 Euro gibt es empfehlenswerte raffinierte Öle.