MountainBIKE - 6 Long Travel Bikes Testsieger
6 Long Travel Bikes im Test-Vergleich von MountainBIKE
1-2/2026 - MountainBIKE
Inhaltsverzeichnis
Viel Federweg, viel Fahrspaß?
Längere Federwege, progressive Geometrien und moderne Fahrwerke: Die aktuelle Generation der Long-Travel-Bikes steht für maximalen Fahrspaß bergab – ohne sich bergauf komplett zu verweigern. Im neuen Vergleichstest hat die Redaktion von Mountainbike Trail- und Endurobikes aus verschiedenen Kategorien ausprobiert und geprüft, wie vielseitig die „Big Bikes“ im Alltag wirklich sind.
Dabei zeigt sich: Der Unterschied zwischen potenten Trailbikes und echten Enduros verschwimmt zunehmend. Viele Bikes lassen sich nicht mehr eindeutig einer klassischen Kategorie zuordnen – ein klarer Trend hin zur Vielseitigkeit.
Müssen Long-Travel-Bikes schwer und träge sein?
Nicht mehr. Moderne Carbonrahmen und durchdachte Kinematik-Konzepte sorgen dafür, dass auch Bikes mit 160 bis 180 Millimetern Federweg bergauf effizient bleiben. Im Test zeigten sich einige Modelle sogar erstaunlich kletterfreudig – trotz massiver Federwege und abfahrtsorientierter Geometrie. Besonders auffällig: Steile Sitzwinkel und zentrale Sitzpositionen machen das Treten effizient, ohne dass die Bikes unhandlich wirken.
Gleichzeitig bleibt das Versprechen erhalten, das Long-Travel-Fans hören wollen: Im Downhill schlucken die Bikes grobes Gelände, Wurzelteppiche und Sprünge souverän – oft ohne auf ein agiles Fahrverhalten zu verzichten.
Allrounder oder Spezialist – was passt besser zum Fahrstil?
Im Test wurde deutlich: Nicht jedes Bike mit viel Federweg eignet sich automatisch für jeden Einsatzzweck. Wer in Bikeparks oder auf anspruchsvollen Enduro-Strecken unterwegs ist, wird sich über maximalen Federweg, viel Laufruhe und durchdachte Fahrwerksabstimmungen freuen. Für viele Fahrerinnen und Fahrer ist aber ein ausgewogeneres Trailbike die bessere Wahl – vor allem, wenn auch Touren mit Höhenmetern regelmäßig auf dem Programm stehen.
Hier überzeugten vor allem Bikes, die trotz langhubiger Ausstattung mit geringem Gewicht, gutem Ansprechverhalten und neutralem Pedalverhalten punkten. Besonders sinnvoll: Einstellbare Plattformdämpfungssysteme, die das Fahrwerk auf dem Weg nach oben stabilisieren.
Was macht ein gutes Fahrwerk heute aus?
Feinfühligkeit ist das eine – Kontrolle und Feedback das andere. Im Test konnten Fahrwerke überzeugen, die beides vereinen: sensibles Ansprechen auf kleine Unebenheiten und gleichzeitig ausreichend Durchschlagschutz für große Schläge oder Drops. Dabei spielt nicht nur der Federweg eine Rolle, sondern auch die Kinematik des Hinterbaus, Dämpferabstimmung und die Kombination mit der passenden Gabel.
Die Redaktion lobte besonders Bikes mit flexiblen Einstellungen und progressivem Hinterbau, die sowohl auf anspruchsvollen Trails als auch in flowigen Passagen funktionieren – ohne sich je nervös oder unkontrolliert anzufühlen.
Welchen Einfluss haben Geometrie und Gewicht?
Ob ein Bike verspielt oder laufruhig wirkt, entscheidet sich nicht allein am Gewicht. Länge, Lenkwinkel, Reach und Tretlagerhöhe bestimmen maßgeblich das Fahrverhalten. Im Test fiel auf: Lange Fronten und flache Lenkwinkel bringen viel Sicherheit in technischen Abfahrten – können aber im engen Kurvengeschlängel etwas träge wirken, wenn sie nicht durch einen kurzen Hinterbau ausgeglichen werden.
Gleichzeitig zeigten sich einige Bikes im Test trotz über 16 Kilo Gewicht erstaunlich agil. Der Grund: ausgeglichene Gewichtsverteilung, tiefer Schwerpunkt und moderne Dämpfertechnologie. Das beweist, dass Zahlen allein nur die halbe Wahrheit erzählen – entscheidend ist das Gesamtpaket.