CT Magazin - 2 Docks mit Thunderbolt 5 Testsieger

2 Docks mit Thunderbolt 5 im Test-Vergleich von CT Magazin

CT Magazin

14/2025 - CT Magazin

Wofür braucht man Thunderbolt-5-Docks?

Mit Thunderbolt 5 erreicht ein neuer Highspeed-Standard für Datenverbindungen den Markt. Neben schnellen SSDs und hochauflösenden Monitoren spielt er vor allem dann seine Stärken aus, wenn mehrere Geräte gleichzeitig verbunden werden sollen – genau hier kommen sogenannte Thunderbolt-Docks ins Spiel. Die Redaktion der c’t hat zwei aktuelle Modelle getestet und geprüft, was sie leisten können – und worauf man achten sollte.

Was bringt Thunderbolt 5 in der Praxis?

Thunderbolt 5 verspricht nicht weniger als eine Verdopplung der Transferraten gegenüber dem Vorgänger: Statt maximal 40 Gbit/s sind nun bis zu 80 Gbit/s möglich, in bestimmten Konfigurationen sogar 120 Gbit/s – etwa wenn besonders hochauflösende Displays (z. B. 8K bei 60 Hz) angeschlossen werden. Die Technik ist abwärtskompatibel und wird aktuell vor allem von Apples MacBooks und wenigen Windows-Laptops der Oberklasse unterstützt. In der Breite ist der Standard allerdings noch nicht angekommen: Die meisten Geräte sind teuer und noch selten verfügbar.

Warum sind Docks notwendig?

Ein typisches Notebook hat ein bis zwei USB-C-Anschlüsse, meist kombiniert mit Thunderbolt – mehr aber nicht. Wer einen externen Monitor, eine SSD, eine Maus, eine Tastatur, vielleicht noch Ethernet und Kopfhörer anschließen möchte, kommt ohne Dock kaum aus. Thunderbolt-5-Docks fungieren hier als zentrale Verteilerstationen, die aus einem Anschluss viele machen – und dabei auch Strom, Video- und Audiosignale effizient weiterreichen.

Welche Geräte wurden getestet?

Die c’t-Redaktion nahm zwei aktuelle Thunderbolt-5-Docks unter die Lupe: das Kensington SD5000T5 EQ und den Thunderbolt 5 Hub von OWC (Other World Computing). Getestet wurde mit einem Apple Mac Mini mit M4 Pro – eines der wenigen erhältlichen Geräte mit nativer Thunderbolt-5-Unterstützung. Die Testergebnisse lassen sich grundsätzlich auch auf Windows-Geräte übertragen. Einziger Unterschied: Unter Windows sind meist etwas höhere Datenraten messbar.

Wie wurde getestet?

Neben klassischen Benchmarks wurden auch mehrere Displays und externe SSDs gleichzeitig angeschlossen, um die Praxisfähigkeit zu prüfen. Das Kensington-Dock und das OWC-Modell mussten jeweils mit einer Thunderbolt-5-SSD und zwei USB4-SSDs arbeiten. Zusätzlich wurden die Ladeleistung über USB-PD und der Stromverbrauch im Leerlauf gemessen.

Die Ergebnisse zeigen: Beide Docks liefern nahezu identische Datenraten, die sich kaum vom direkten Anschluss an den Rechner unterscheiden. Beim sequentiellen Lesen erreichten sie rund 6,8 GByte/s, beim Schreiben etwa 4,9 GByte/s. Auch unter realistischen Bedingungen mit mehreren angeschlossenen Geräten blieben die Übertragungsraten stabil – ein wichtiger Beweis für die Leistungsfähigkeit der neuen Dock-Generation.

Gibt es Unterschiede bei der Ausstattung?

Die Unterschiede zwischen den beiden getesteten Docks liegen vor allem in der Ausstattung:

  • Das OWC-Modell ist schlicht, leicht und günstig. Es bietet drei Thunderbolt-5-Ausgänge und einen USB-A-Anschluss – ideal für Puristen oder als portable Lösung.
  • Das Kensington-Dock hingegen ist umfassender ausgestattet: Es verfügt über mehrere USB-A-Anschlüsse, einen Ethernet-Port, Audio-Klinke, SD- und MicroSD-Kartenleser sowie ein praktisches Softwaretool, das zwischen LAN und WLAN wechselt, je nachdem ob das Notebook eingedockt ist.
  • Diese Ausstattung schlägt sich im Preis nieder: Während das OWC-Dock rund 220 Euro kostet, liegt das Kensington-Modell bei 325 Euro.

Wie steht es um die Energieversorgung?

Beide Docks liefern bis zu 95 Watt Ladeleistung über USB Power Delivery – ausreichend für die meisten Laptops, auch unter Volllast. Die versprochene Maximalleistung von 140 Watt konnten die Tester allerdings nicht nachweisen, da sie in der Praxis selten erreicht wird. Beide Modelle haben zudem Netzteile mit jeweils 180 Watt Leistung im Lieferumfang.

Ein Kritikpunkt: Im Leerlauf verbrauchen beide Docks etwa 4,5 Watt, selbst wenn das angeschlossene Notebook schläft. Laut c’t ein unnötiger Stromverbrauch, der bei besserer Integration vermieden werden könnte – etwa durch automatisches Erkennen des Ruhemodus.

Was sollte man beim Kauf beachten?

Thunderbolt 5 ist noch jung, daher ist Kompatibilität ein zentrales Thema. Beide getesteten Docks setzen auf reine Thunderbolt- und USB-C-Anschlüsse. Wer ältere Monitore mit HDMI oder DisplayPort betreibt, muss Adapter verwenden. Auch Extras wie der Einschaltknopf – mit dem sich ein Notebook aufwecken oder in den Schlafmodus versetzen lässt – funktionieren nicht mit jedem Gerät zuverlässig, da hierfür keine einheitliche Schnittstelle existiert.

Fazit: Welches Dock ist das richtige?

In Sachen Leistung gibt es keinen klaren Sieger. Beide Docks liefern beeindruckende Datenraten, ermöglichen Multi-Display-Setups und sorgen für stabile Energieversorgung. Wer viele Anschlüsse und mehr Flexibilität sucht, sollte zum Kensington SD5000T5 EQ greifen – auch wenn es teurer und deutlich schwerer ist. Wer dagegen ein kompaktes, funktionales Dock ohne Schnickschnack bevorzugt, ist mit dem OWC Thunderbolt 5 Hub gut beraten – besonders angesichts des attraktiven Preises.

Was sich aus diesem Test ebenfalls ablesen lässt: Thunderbolt 5 ist bereit für die Zukunft, auch wenn sie in vielen Haushalten noch nicht angekommen ist. Wer schon heute auf maximale Geschwindigkeit setzt, ist mit einem entsprechenden Dock gut aufgestellt – sei es im Kreativbereich, im Homeoffice oder für anspruchsvolle Datenarbeit.