Computer Bild - 3 Intel Core Ultra CPUs Testsieger
3 Intel Core Ultra CPUs im Test-Vergleich von Computer Bild
In diesem Vergleich wurden getestet:
01/2025 - Computer Bild
Inhaltsverzeichnis
- Test von Intel Core Ultra-Prozessoren: Wie gut sind die neuen „Arrow Lake“-CPUs?
- Wie schnell sind die neuen Core Ultra-CPUs?
- Was bringt die neue 7-Nanometer-Technik?
- Warum braucht man ein neues Mainboard?
- Wie gut ist die integrierte Grafik?
- Sind die neuen Prozessoren für KI-Anwendungen geeignet?
- Wie hoch ist der Stromverbrauch?
- Welche Ergebnisse liefert der Test?
- Fazit: Welche CPU passt zu Ihnen?
Test von Intel Core Ultra-Prozessoren: Wie gut sind die neuen „Arrow Lake“-CPUs?
Im Bereich der Prozessoren stehen Intels neue Core Ultra-Modelle aus der „Arrow Lake“-Serie im Fokus. Erstmals setzen die Desktop-CPUs auf 7-Nanometer-Strukturen und integrieren eine Neural Processing Unit (NPU) für KI-Berechnungen. COMPUTER BILD hat die drei Top-Modelle getestet: den Core Ultra 9 285K, den Core Ultra 7 265K und den Core Ultra 5 245K. Doch wie schneiden sie im Vergleich zu ihren Vorgängern und den Konkurrenten von AMD ab?
Wie schnell sind die neuen Core Ultra-CPUs?
Alle drei getesteten Prozessoren zeigen im Vergleich zu ihren Vorgängern ein deutliches Leistungsplus. Spitzenreiter ist der Core Ultra 9 285K mit acht Performance-Kernen (Lion Cove) und 16 Efficient-Kernen (Skymont). Besonders bei anspruchsvollen Aufgaben wie Foto- und Videobearbeitung liegt er rund zwölf Prozent vor dem früheren Top-Modell Core i9-14900K und schlägt AMDs Ryzen 9 7950X um sechs Prozent. Das Spieletempo mit einer separaten Grafikkarte wie der RTX 3080 ist ebenfalls sehr hoch: In Full HD sind 100 bis 176 Bilder pro Sekunde möglich, in 4K rund 102 Bilder pro Sekunde.
Der Core Ultra 7 265K bietet ebenfalls acht Performance-Kerne, allerdings nur zwölf Efficient-Kerne. Mit einem Boost-Takt von bis zu 5,5 Gigahertz erreicht er ein sehr hohes Arbeitstempo und übertrifft den AMD Ryzen 9 9900X knapp. Gegenüber dem Vorgänger Core i7-14700K fällt der Leistungsvorsprung mit drei Prozent jedoch eher gering aus.
Das Mittelklassemodell Core Ultra 5 245K verfügt über sechs Performance-Kerne und acht Efficient-Kerne. Er überrascht mit einem durchweg hohen Tempo und arbeitet spürbar schneller als der Vorgänger Core i5-14600K. Im Gegensatz zu den beiden stärkeren Modellen zeigt er zudem eine bessere Energieeffizienz, ohne bei der Leistung Abstriche zu machen.
Was bringt die neue 7-Nanometer-Technik?
Mit der „Arrow Lake“-Serie stellt Intel erstmals Desktop-Prozessoren mit 7-Nanometer-Strukturen her. Die feineren Leiterbahnen ermöglichen mehr Transistoren auf gleichem Raum, was die Geschwindigkeit erhöht und gleichzeitig den Energiebedarf senken soll. Im Vergleich zu AMD, die bereits auf 4-Nanometer-Technologie setzen, ist Intel hier jedoch noch im Rückstand.
Warum braucht man ein neues Mainboard?
Ein weiterer Unterschied zur Vorgängergeneration ist der neue LGA-1851-Sockel. Statt 1700 Kontakten bieten die neuen Prozessoren 1851 Anschlüsse. Für die Installation im PC ist daher ein neues Mainboard mit LGA-1851-Sockel und Z890-Chipsatz erforderlich.
Wie gut ist die integrierte Grafik?
Alle drei Prozessoren verfügen über den integrierten Grafikchip Intel Arc Xe2, der ebenfalls aus der „Meteor Lake“-Reihe stammt. Mit vier Xe-Cores und Taktraten von bis zu 2 Gigahertz bietet er genug Leistung für Spiele in Full HD mit hohen Details. Im Test erreichten die CPUs zwischen 121 und 138 Bilder pro Sekunde – ein beachtliches Ergebnis für eine integrierte Grafikeinheit.
Sind die neuen Prozessoren für KI-Anwendungen geeignet?
Die in die Prozessoren integrierte Neural Processing Unit (NPU) unterstützt KI-Berechnungen mit einer Leistung von bis zu 13 TOPS (Trillion Operations Per Second). Zusammen mit dem Grafikchip und den Prozessorkernen erreichen die CPUs bis zu 37 TOPS. Damit verfehlen sie jedoch knapp die von Microsoft geforderten 40 TOPS für die Copilot+-Zertifizierung. Für alltägliche KI-Anwendungen reicht die Leistung aber vollkommen aus.
Wie hoch ist der Stromverbrauch?
Der Stromverbrauch der neuen Prozessoren zeigt Licht und Schatten. Unter Volllast benötigt der Core Ultra 9 285K bis zu 231 Watt und der Core Ultra 7 265K 229 Watt – etwas mehr als ihre Vorgänger. Besonders im Office-Betrieb fällt auf, dass die Kerne weiterhin mit der Basistaktfrequenz arbeiten und dadurch auch im Leerlauf 17 Watt verbrauchen. Das ist im Vergleich zu aktuellen AMD-Prozessoren relativ hoch.
Der Core Ultra 5 245K zeigt sich hier deutlich sparsamer: Er benötigt unter Volllast nur 156 Watt und im Office-Betrieb gerade einmal 15 Watt. Damit bietet er eine bessere Energieeffizienz als die beiden stärkeren Modelle.
Welche Ergebnisse liefert der Test?
Der Core Ultra 9 285K sichert sich mit seiner hohen Geschwindigkeit den Spitzenplatz in der Bestenliste von COMPUTER BILD. Ob bei anspruchsvollen Anwendungen oder Spielen – die Leistung überzeugt auf ganzer Linie. Der Core Ultra 7 265K bietet ebenfalls sehr hohe Geschwindigkeit und eignet sich perfekt für Gamer und Kreative, die keine Kompromisse eingehen wollen. Der Core Ultra 5 245K überrascht mit seinem hohen Tempo und der guten Energieeffizienz. Er ist die ideale Wahl für Nutzer, die viel Leistung zu einem günstigeren Preis suchen.
Fazit: Welche CPU passt zu Ihnen?
Die neuen „Arrow Lake“-Prozessoren von Intel bieten ein spürbares Leistungsplus gegenüber ihren Vorgängern. Der Core Ultra 9 285K überzeugt als neuer Spitzenreiter mit maximaler Performance, genehmigt sich dafür aber auch mehr Strom. Wer etwas weniger Leistung benötigt, ist mit dem Core Ultra 7 265K bestens beraten. Für Preisbewusste, die dennoch nicht auf Geschwindigkeit verzichten wollen, ist der Core Ultra 5 245K die beste Wahl – vor allem dank seiner guten Energieeffizienz.
Trotz der beeindruckenden Geschwindigkeit gibt es jedoch auch Verbesserungspotenzial: Vor allem der hohe Stromverbrauch im Leerlauf zeigt, dass Intel die Energieeffizienz noch optimieren muss. Für Nutzer, die einen neuen Prozessor suchen, bedeutet das: mehr Tempo, aber nicht unbedingt weniger Energieverbrauch.