Rennrad Radsportmagazin - 15 Energieriegel Testsieger

15 Energieriegel im Test-Vergleich von Rennrad Radsportmagazin

Rennrad Radsportmagazin

04/2025 - Rennrad Radsportmagazin

Was leisten Energieriegel wirklich? Der große RennRad-Test 2025

Im Ausdauersport zählt jede Kalorie – vor allem, wenn sie zur richtigen Zeit, in der richtigen Form und Menge aufgenommen wird. Energieriegel gehören neben Gels und Sportgetränken zu den wichtigsten Quellen für schnell verfügbare Energie auf dem Rad. Im aktuellen großen Sportnahrungstest von RennRad wurden 43 Produkte getestet, darunter zahlreiche Energieriegel. Im Fokus standen Energiegehalt, Zusammensetzung, Verträglichkeit, Geschmack – und auch die Verpackung.

Wie wichtig sind Kohlenhydrate während der Belastung?

Kohlenhydrate sind der zentrale Energielieferant für intensive Belastungen auf dem Rennrad. Der Energiebedarf liegt dabei schnell zwischen 400 und 600 Kilokalorien pro Stunde. Besonders ambitionierte Fahrer versuchen heute, bis zu 120 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde aufzunehmen. Das gelingt nur über eine gezielte Kombination verschiedener Quellen – vor allem Getränke, Gels und Riegel. Letztere bieten nicht nur Energie, sondern auch eine wichtige Funktion: Durch das Kauen wird die Verdauung aktiviert, was die Aufnahme im Darm unterstützen kann.

Was sollte ein Energieriegel enthalten – und was nicht?

Ideal ist eine Kombination aus schnell verfügbaren Einfachzuckern wie Glukose und Fruktose sowie langkettigen Kohlenhydraten wie Maltodextrin oder Haferflocken. Fruktose ist besonders süß und wird über andere Transportwege im Körper aufgenommen als Glukose. Doch Vorsicht: Zu viel Fruktose kann zu Magenproblemen führen – insbesondere bei Menschen mit Fruktosemalabsorption, die oft unentdeckt bleibt. Deshalb sollte das Verhältnis der Kohlenhydrate ausgewogen sein, am besten zwei Teile Glukose zu einem Teil Fruktose.

Zusätze wie Ballaststoffe oder Fett sind während intensiver Belastungen eher hinderlich, da sie die Magenentleerung verlangsamen. Wer empfindlich reagiert, sollte Riegel mit hohem Ballaststoffanteil oder vielen natürlichen Zutaten wie Nüssen und Trockenfrüchten vor dem Wettkampf ausführlich testen – am besten im Training. Denn Sporternährung ist individuell.

Wie schnitten die Riegel im Test von RennRad ab?

Die getesteten Energieriegel zeigten sich sehr unterschiedlich – in ihrer Zusammensetzung, in ihrem Nährstoffprofil, im Geschmack und vor allem auch im Preis. Während manche Riegel auf reine Natürlichkeit setzen, z. B. mit Datteln, Nüssen oder Haferflocken, verfolgen andere ein eher funktionales Konzept mit genau abgestimmten Zuckerarten, Vitaminen und Mineralstoffen.

Auffällig: Einige Hersteller verzichten mittlerweile bewusst auf Fruktose, um die Verträglichkeit zu erhöhen. Andere bieten vegane Alternativen oder verpacken ihre Produkte nachhaltiger – etwa in recycelbaren Monofolien oder Behältern aus Zuckerrohr.

Die Energiedichte der Riegel schwankte zwischen rund 117 und über 260 Kilokalorien pro Portion. Spitzenreiter war hier die Variante von Clif Bar, die mit bis zu 38 Gramm Kohlenhydraten pro Riegel und einer angenehmen Süße überzeugte. Auch bei kühleren Temperaturen blieb die Konsistenz angenehm. Ebenfalls gut im Test: Die Produkte von Chimpanzee mit natürlichem Fruchtgeschmack und ausgewogener Süße, wenn auch etwas bröseliger.

Wer es besonders salzig mag, fand mit Sponser High Energy Salty/Nut eine Alternative, die sich deutlich von den süßlichen Konkurrenzprodukten abhebt – gerade im Sommer ein Pluspunkt.

Wie wichtig ist die Verpackung unterwegs?

Ein oft unterschätzter Aspekt im Rennen oder auf Touren ist die Verpackung. Lässt sich der Riegel auch mit Handschuhen öffnen? Kann man ihn unterwegs sauber verzehren? Hier schnitten nicht alle Produkte gut ab. Gerade Fruchtriegel kleben schnell an der Verpackung oder zerbröseln beim Öffnen. Andere wiederum lassen sich unterwegs problemlos handhaben und haben ein praktisches Format für die Trikottasche.

Positiv fiel hier etwa der Hammer Nutrition Bar auf, der sich leicht öffnen ließ und trotz seiner weichen Konsistenz nicht klebrig wurde. Auch der Nutrixxion Oat Bar mit seiner eher trockenen Textur zeigte sich stabil – wobei der Geschmack nicht alle Tester überzeugte. Bei Sanct Bernhard überzeugte die Bio-Zusammensetzung, die Konsistenz allerdings nicht bei jedem.

Wie viel darf ein Energieriegel kosten?

Auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es große Unterschiede. Die getesteten Produkte reichten von etwa 1,30 Euro bis über 3,50 Euro pro Riegel. Zwar lässt sich Energie nicht immer in Cent pro Kalorie bewerten, doch besonders bei regelmäßigem Einsatz – etwa im Trainingslager oder bei Wettkämpfen – wird der Preis ein wichtiges Argument. Günstigere, aber funktionale Varianten wie die Riegel von Sanct Bernhard oder NamedSport zeigten, dass es nicht immer die teuersten Produkte sein müssen, um den Energiebedarf zuverlässig zu decken.

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