Öko-Test - 13 Hochbeeterden Testsieger
13 Hochbeeterden im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
04/2025 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
Was wollte Ökotest mit dem Test zu torffreier Hochbeeterde herausfinden?
Ökotest hat untersucht, ob torffreie Hochbeeterden wirklich eine gute Wahl für Gartenfans sind – und ob die Produkte halten, was sie für Umwelt und Pflanzen versprechen. Hintergrund ist die Klimaproblematik beim Torfabbau: Torf wird in Mooren abgebaut, dabei wird CO₂ freigesetzt und wertvolle Lebensräume gehen verloren. Torffreie Erden sollen hier eine bessere Alternative sein – doch sind sie auch in der Praxis empfehlenswert?
Der Test (Magazin 4/2025) prüfte 13 torffreie Hochbeeterden aus Gartencentern, Baumärkten und Online-Shops auf Schadstoffe, Keime, Nährstoffe und Verpackung. Das Ergebnis: Viele Produkte sind gut, aber es gibt auch klare Kritikpunkte – etwa an der Nährstoffzusammensetzung, an problematischen Inhaltsstoffen wie Guano und an unklaren Werbeversprechen.
Ist torffreie Hochbeeterde automatisch eine bessere Wahl?
Torffreie Erden sind grundsätzlich die umweltfreundlichere Wahl – aber nicht automatisch perfekt. Zwar enthalten die getesteten Produkte keinen Torf, doch andere Probleme bleiben. Zum Beispiel wird bei einigen Erden der Nährstoffbedarf der Pflanzen nicht optimal gedeckt. Manche Produkte enthielten zu viel Natrium, was das Pflanzenwachstum hemmen kann, andere zu viel Kalium, was die Nährstoffaufnahme der Pflanzen stört.
Zwei Erden, Gardol Pure Nature Hochbeet-Erde und Neudorff Neudohum Hochbeet & Gewächshaus Erde, Bio, enthielten Guano – also Vogelkot, der als Dünger genutzt wird. Ökotest kritisiert den Einsatz von Guano aus ökologischen Gründen, weil der Abbau oft die Lebensräume gefährdeter Vogelarten wie dem Humboldtpinguin oder Kormoranen stört. Neudorff will künftig darauf verzichten, aber das Problem zeigt: Torffrei heißt nicht automatisch tierschutzfreundlich.
Was war noch auffällig im Test?
Ein weiteres Thema ist die mikrobiologische Belastung. In der Pro Natur Bio Hochbeet-Erde wurden E. coli-Bakterien gefunden – zwar in Mengen, die nicht automatisch gesundheitsschädlich sind, aber den empfohlenen Höchstwert für das EU-Umweltzeichen überschreiten. Das zeigt: Auch torffreie Erde ist ein Naturprodukt, das Keime enthalten kann – daher sollten Hobbygärtner beim Umgang mit Erde immer Handschuhe tragen und sich die Hände waschen.
Einige Produkte fielen durch Marketing-Tricks auf. Die Frux Bio Hochbeeterde wirbt groß mit „Regionalität“, enthält aber Kokosmark aus Indien. Solche Angaben kritisiert Ökotest als irreführend. Auch beim Thema Verpackung gibt es Nachholbedarf: Nur wenige Hersteller setzen konsequent auf recyceltes Plastik, obwohl das für die Umwelt wichtig wäre.
Was rät Ökotest Verbraucherinnen und Verbrauchern?
Ökotest empfiehlt, beim Kauf von Hochbeeterde nicht nur auf den Verzicht von Torf zu achten, sondern auch auf weitere Punkte:
- Kein Guano: Besser Produkte wählen, die keinen Vogelkot enthalten.
- Nährstoffe im Blick: Nicht jede torffreie Erde ist ideal für alle Pflanzen – bei Nährstoffmängeln kann ein gezielter Bio-Dünger helfen.
- Hygiene nicht vergessen: Gartenhandschuhe tragen, Hände waschen.
- Kritisch prüfen: Werbeversprechen wie „regional“ oder „nachhaltig“ sind nicht immer glaubwürdig.
Besonders wichtig: Torffrei gärtnern ist ein guter Schritt – aber es lohnt sich, genau hinzusehen, welche Inhaltsstoffe noch drinstecken. Eine gute Hochbeeterde braucht keinen Torf, keinen Guano und keine zweifelhaften Versprechen.