Öko-Test - Weizenmehl 405 und 550 Testsieger

Weizenmehl 405 und 550 im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

11/2024 - Öko-Test

Ökotest: Weizenmehl im Test 2024 – Die besten Mehle und potenzielle Schadstoffe

Ökotest hat 30 Weizenmehle (Typen 405 und 550) getestet, darunter 12 aus biologischem Anbau und 18 konventionelle Produkte. Neben der Überprüfung auf Schadstoffe lag der Fokus auch auf der allgemeinen Qualität und den Inhaltsstoffen, wie Vitaminzusätzen. Der Test zeigt erfreuliche Ergebnisse: Über zwei Drittel der getesteten Mehle schnitten mit „sehr gut“ ab. Es gab jedoch auch Abzüge für Pestizidrückstände und Vitaminzusätze, die in Mehl keinen Mehrwert bieten.

Überblick über die Testmethodik

Die Tester wählten 30 Weizenmehle verschiedener Marken und kauften diese in Supermärkten und Discountern. Die Preisspanne lag zwischen 0,49 und 2,59 Euro pro Kilogramm. Der Test umfasste folgende Schwerpunkte:

  1. Pestizidrückstände: Neben gängigen Pestiziden wurden auch AMPA, Glufosinat, Glyphosat sowie Wachstumsregulatoren wie Mepiquat und Chlormequat untersucht. Bio-Mehle waren generell frei von Pestiziden.
  2. Mineralölbestandteile und Schwermetalle: Geprüft wurde auf Mineralölrückstände und giftige Metalle wie Cadmium, die im Boden vorkommen und von den Pflanzen aufgenommen werden könnten.
  3. Mikrobiologische Untersuchungen: Die Produkte wurden auf problematische Keime analysiert, die durch Verzehr von rohem Teig gesundheitsgefährdend sein können.
  4. Vitaminzusätze und Deklaration: Einige Mehle enthielten zusätzliche Vitamine, was von Ökotest als überflüssig betrachtet wird. Zudem wurde geprüft, ob die Verpackung einen Hinweis enthält, dass das Mehl nicht roh verzehrt werden sollte.

Ökotest Testergebnisse im Detail

Insgesamt schnitten 21 Mehle im Test mit der Bestnote „sehr gut“ ab, darunter viele Bio-Produkte, die bereits für unter 1 Euro pro Kilo erhältlich sind. Vier weitere Mehle erhielten die Bewertung „gut“. Besonders erfreulich ist, dass keine abwertungsrelevanten Mengen an Cadmium, Mineralölbestandteilen oder Schimmelpilzgiften gefunden wurden. Auch Glyphosat, das in der Landwirtschaft als Unkrautvernichter eingesetzt wird, konnte in keinem Mehl nachgewiesen werden.

Bio-Mehle im Überblick

Bio-Produkte schnitten im Test besonders gut ab und waren im Allgemeinen frei von Pestiziden und anderen umstrittenen Inhaltsstoffen. Beispiele für „sehr gute“ Bio-Mehle sind:

  • Alnatura Weizenmehl Type 405: Preis 1,49 Euro/kg, ohne Pestizidbelastung
  • Bauckhof Weizenmehl Type 405: Preis 2,49 Euro/kg, ebenfalls ohne Pestizidrückstände
  • Dennree Bio Weizenmehl Type 550: Preis 0,89 Euro/kg, frei von Schadstoffen

Bio-Mehle bieten somit nicht nur eine hohe Qualität, sondern auch den Vorteil, dass sie ohne chemische Pestizide angebaut werden, was sowohl für die Gesundheit als auch für die Umwelt von Vorteil ist.

Pestizidrückstände in konventionellen Mehlen

Neun konventionelle Mehle wiesen Spuren von Pestiziden auf, was zur Abwertung führte. In einigen Fällen fanden sich Rückstände von besonders bedenklichen Pestiziden, die in höheren Konzentrationen oder über längere Zeit gesundheitsschädlich sein können:

  • Pirimiphos-methyl: In vier konventionellen Mehlen wurde dieses Pestizid nachgewiesen, das als bienenschädlich und potenziell gesundheitsschädlich gilt.
  • Pyrethrine: Ein Pestizid, das im Bio-Mehl von Spielberger Mühle Weizenmehl Type 405 gefunden wurde. Pyrethrine sind zwar im ökologischen Landbau und nach Demeter-Richtlinien für die Anwendung in geschlossenen Räumen erlaubt, werden jedoch als giftig für Bienen eingestuft. Spielberger schnitt daher nur mit „gut“ ab.

Einige weitere Mehle wiesen Mehrfachrückstände von Pestiziden auf, darunter die Produkte von Aldi Süd (Back Family Weizenmehl Type 405) und Lidl (Belbake Weizenmehl Type 405), die jeweils drei Pestizide in Spuren enthielten. Diese Produkte erhielten aufgrund der Pestizidbelastung nur die Bewertung „befriedigend“.

Vitaminzusätze und ihre Relevanz

Ökotest kritisiert den Zusatz von Vitaminen in Weizenmehlen, wie es beim Diamant Weizenmehl Extra mit wertvollen Vitaminen Type 405 der Fall ist. Dieses Produkt enthält die Vitamine B1, B2 und B6, die normalerweise in Vollkornmehlen vorkommen, in Weißmehl jedoch als unnatürlicher Zusatz gelten. Ökotest empfiehlt, bei Bedarf direkt zu Vollkornmehl zu greifen, das natürliche Vitamine und Mineralstoffe in größeren Mengen enthält. Das Diamant-Mehl erhielt aufgrund des Vitaminzusatzes lediglich die Note „befriedigend“.

Hinweise zur Lagerung und zum Verzehr von Mehl

Um die Qualität des Mehls langfristig zu erhalten, rät Ökotest zur Lagerung in einem luftdichten Behälter an einem kühlen und dunklen Ort. Diese Empfehlung zielt darauf ab, das Mehl vor Feuchtigkeit und Fremdgerüchen zu schützen, die die Qualität und den Geschmack beeinträchtigen können. Zusätzlich empfiehlt Ökotest, Teig nicht roh zu verzehren. Mehl kann potenziell schädliche Keime enthalten, die erst durch das Backen unschädlich gemacht werden. Einige Hersteller versäumen jedoch diesen Hinweis auf ihrer Verpackung, was ebenfalls zu Abwertungen führte.

Ökotest Fazit: Welche Weizenmehle sind empfehlenswert?

Ökotest zeigt, dass gute Qualität nicht teuer sein muss. Viele „sehr gute“ Bio-Mehle sind bereits für unter 1 Euro pro Kilo erhältlich und frei von Pestiziden. Die Testsieger im Überblick:

  • Alnatura Weizenmehl Type 405: Bietet eine hervorragende Qualität und kommt ohne Pestizide oder Zusatzstoffe aus.
  • Bauckhof Weizenmehl Type 405: Ein hochwertiges Bio-Mehl, das strenge Standards erfüllt.
  • Dennree Bio Weizenmehl Type 550: Günstig und ebenfalls „sehr gut“.

Für konventionelle Produkte empfiehlt sich das Gut & Günstig Qualitäts Weizenmehl Type 405 von Edeka, das ebenfalls eine sehr gute Qualität ohne bedenkliche Rückstände aufweist. Für Verbraucher, die auf Bio-Qualität und gesundheitlich unbedenkliche Inhaltsstoffe Wert legen, ist die Wahl eines der „sehr guten“ Bio-Mehle ideal. Auch in Bezug auf Nachhaltigkeit und Pestizidfreiheit bieten diese Mehle die sicherste Wahl.

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