Öko-Test - 25 Sonnencremes für Kinder Testsieger

25 Sonnencremes für Kinder im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

06/2024 - Öko-Test

Ökotest: Kindersonnenschutzmittel im Fokus

Die richtige Wahl von Sonnenschutzmitteln ist ein wichtiger Bestandteil des Schutzes der empfindlichen Kinderhaut vor den gefährlichen Auswirkungen von UV-Strahlung. Ökotest hat sich mit 25 verschiedenen Kindersonnenschutzmitteln beschäftigt und dabei Licht und Schattenseiten der getesteten Produkte aufgedeckt. Acht Produkte schnitten mit „sehr gut“ ab, während sieben aufgrund von Rückständen verbotener Weichmacher kritisiert wurden. Diese Testreihe bietet einen wichtigen Einblick in die aktuelle Debatte über Inhaltsstoffe und zeigt, worauf Eltern beim Kauf achten sollten.

Sonnenschutz ist unverzichtbar

Sonnenschutzmittel sind unerlässlich, insbesondere für Kinder, deren Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlen ist. Trotz der Diskussion um bedenkliche Inhaltsstoffe wie Weichmacher in UV-Filtern, sollte auf keinen Fall auf ausreichenden Sonnenschutz verzichtet werden. UV-Strahlung ist der Hauptverursacher von Hautkrebs, und gerade bei Kindern ist ein hoher Lichtschutzfaktor (LSF 30 oder 50) entscheidend. In Regionen mit intensiver Sonneneinstrahlung, am Wasser oder in den Bergen sollte sogar ein LSF von 50+ gewählt werden.

Problematische Inhaltsstoffe: Weichmacher in Sonnencremes

Einer der größten Kritikpunkte in der Testreihe ist das Vorkommen des verbotenen Weichmachers Di-n-hexylphthalat (DnHexP). Diese Substanz, die in der EU seit 2019 in kosmetischen Mitteln verboten ist, wurde in sieben getesteten Produkten nachgewiesen. Der Weichmacher kann in Verbindung mit bestimmten UV-Filtern wie Diethylamino Hydroxybenzoyl Hexyl Benzoat (DHHB) auftreten. Besonders beunruhigend war der Fund in der Bevola Kids Sonnencreme 50+ von Kaufland, die den höchsten Gehalt an DnHexP aufwies. Auch in den Produkten von Marken wie Dado Sens, Lacura und La Roche-Posay wurden Spuren festgestellt.

Allerdings betont Ökotest, dass die gefundenen Mengen keine akute gesundheitliche Gefahr darstellen. Ein kleines Kind müsste täglich mit mehr als einem Kilogramm der belasteten Sonnencreme eingecremt werden, um in einen bedenklichen Bereich der Aufnahme über die Haut zu gelangen. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass diese Weichmacher in Produkten enthalten sind, obwohl sie vermeidbar wären.

Technische Unvermeidbarkeit? Hersteller in der Kritik

Einige Hersteller verteidigten die Weichmacherrückstände als „technisch unvermeidbar“, doch Ökotest zeigt, dass neun der getesteten Sonnencremes den UV-Filter DHHB enthalten, aber frei von DnHexP sind. Dies wirft die Frage auf, ob wirklich alles getan wird, um diese problematischen Substanzen zu vermeiden. Die Testergebnisse zeigen, dass es durchaus möglich ist, sichere Alternativen zu verwenden.

Ein weiteres problematisches Produkt war das Cien Sun Kids Sonnenspray 50+ von Lidl, das den UV-Filter Octocrylen enthielt. Octocrylen steht im Verdacht, hormonell wirksam zu sein, und es kann sich das krebserregende Benzophenon bilden. Erfreulicherweise stammt das getestete Sonnenspray aus Restbeständen und soll in der aktuellen Saison eine neue, unbedenklichere Rezeptur aufweisen.

Naturkosmetik: Auch nicht immer unbedenklich

Ökotest untersuchte auch Naturkosmetik-Sonnenschutzmittel, bei denen ebenfalls Mängel festgestellt wurden. In zwei Produkten wurden Spuren des verbotenen Weichmachers DEHP nachgewiesen. Dieser Weichmacher ist bekannt dafür, dass er als fortpflanzungsgefährdend eingestuft wird. Laverana, einer der betroffenen Hersteller, ließ eigene Analysen durchführen, die zeigten, dass die Phthalatrückstände aus der Verpackung stammen. Dies zeigt, dass auch bei Naturkosmetik noch Optimierungsbedarf besteht, was die Verpackungsmaterialien angeht.

Was müssen Eltern wissen?

Für Eltern ist es entscheidend, nicht nur auf das Etikett zu schauen, sondern sich über die Inhaltsstoffe der Produkte umfassend zu informieren. Produkte, die mit „sehr gut“ bewertet wurden, sind frei von kritischen Weichmachern und problematischen chemischen UV-Filtern wie Octocrylen. Darüber hinaus empfiehlt Ökotest, beim Kauf von Sonnencremes darauf zu achten, dass sie keine synthetischen Polymere, Silikone oder Aluminiumverbindungen enthalten.

Besonders im Hinblick auf den Schutz von Korallenriffen sollte man skeptisch gegenüber „grünen“ Versprechen sein. Einige Hersteller werben damit, dass ihre Sonnencremes „korallenfreundlich“ seien, nur weil sie auf bestimmte schädliche UV-Filter verzichten. Tatsächlich können aber auch andere Inhaltsstoffe wie chemische UV-Filter weiterhin schädliche Auswirkungen auf die Umwelt haben. Hier gilt es, Greenwashing zu entlarven und wirklich umweltfreundliche Produkte zu bevorzugen.

Tipps für den richtigen Sonnenschutz bei Kindern

Neben der Wahl des richtigen Sonnenschutzmittels gibt es weitere wichtige Maßnahmen, um Kinder vor der Sonne zu schützen. Ökotest empfiehlt:

  • Luftige Kleidung mit langen Ärmeln und Beinen, die dicht gewebt ist, bietet einen effektiven Schutz.
  • Schatten suchen, insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die UV-Strahlung am stärksten ist.
  • Regelmäßiges Nachcremen ist wichtig, da sich auch wasserfeste Produkte mit der Zeit abwaschen. Etwa alle zwei bis drei Stunden sollte der Sonnenschutz erneuert werden.

Revolution in der Sonnenschutzindustrie?

Die Testergebnisse von Ökotest zeigen, dass es in der Welt des Sonnenschutzes noch einiges zu verbessern gibt, insbesondere was die Vermeidung bedenklicher Inhaltsstoffe betrifft. Der Schutz der empfindlichen Kinderhaut darf keine Kompromisse bei der Sicherheit der Inhaltsstoffe erfordern. Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass Sonnencremes frei von gefährlichen Weichmachern und hormonell wirksamen Substanzen sind. Die Testreihe könnte eine Revolution in der Sonnenschutzindustrie anstoßen, indem sie Herstellern zeigt, dass sichere und umweltfreundliche Alternativen nicht nur möglich, sondern notwendig sind.

Fazit

Ökotests Untersuchung der Kindersonnenschutzmittel zeigt deutlich, dass es bereits viele sehr gute Produkte gibt, aber auch, dass einige Hersteller noch Nachholbedarf haben, was die Sicherheit und Umweltfreundlichkeit ihrer Produkte betrifft. Der Test unterstreicht die Bedeutung des konsequenten UV-Schutzes, besonders bei Kindern, und bietet Eltern wertvolle Orientierungshilfe, um die bestmöglichen Entscheidungen für den Schutz ihrer Familie zu treffen.