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9 Mesh-WLAN-Systeme im Test

CT Magazin

23/2017 - CT Magazin

Das Problem des langsamen WLANs kennen wohl die meisten Menschen nur zu gut. Neben dem Router ist das WLAN noch wirklich schnell, in der Küche jedoch kaum. In Wohnungen mit sehr dünnen Wänden und einem Router der in der Mitte davon steht, mag es noch gut sein, in den meisten Wohnungen ist dies aber wohl eher nicht der Fall. Hier können WLAN-Mesh-Systeme eine gute Lösung sein. C`t hat sich 9 Systeme genauer angesehen.

"Mesh-Kits treten an, das WLAN zu revolutionieren: Sie wollen Funklöcher noch im größten Haus stopfen und sich auch vom netztechnisch unerfahrenen Schwiegervater ganz einfach mit dem Smartphone konfigurieren lassen. Wir werfen einen Blick unter den Deckel, auf die Alltagstauglichkeit und auf die Performance."

AVM FRITZ!Powerline 1260E Starter Set

ohne Note

»Die Powerline/WLAN-Adapter von AVM sind Allrounder: Ihr Backbone funktioniert gleichermaßen über das Stromnetz – hier mit einem Adapter 1220E als Bridge zum Router – wie über ein LAN-Kabel oder das WLAN. Man kann also fallweise das jeweils optimale Medium wählen. Experimentieren zahlt sich aus: In unserer Testsituation ließ sich der 5-GHz-Client-Durchsatz am 26-m-Punkt mit einem LAN-Kabel statt der Powerline-Verbindung noch mal ein Stückchen hochtreiben (+16 Prozent, 119 statt 103 MBit/s). Besonders deutlich wurde das bei mehreren parallelen TCP-Streams (+57 Prozent, 168 statt 107 MBit/s). Schlauerweise tunnelt AVM das Gast-WLAN beim Powerline- und LAN-Backbone zum Router. So gibt es weder funktionale Einschränkungen noch IPv6-Löchlein. Auch mit Multicast-IPTV kamen die 1260E problemlos zurecht.«

  • exzellenter Router
  • sehr flexibler Backbone
  • teuer

ab 133,49

28 Angebote

AVM FRITZ!WLAN Repeater 1750E

ohne Note

»Wer bereits eine Mesh-fähige Fritzbox und passende Repeater hat, der braucht nur ein Firmware-Update anzustoßen und kann sich über eine einfachere, weil zentrale Netzverwaltung freuen. Das Koppeln von Router und Repeater klappt mit einem Druck auf die WPS-Taste an den Geräten. Taucht das Mesh-Symbol nicht gleich auf, wiederholt man den Vorgang. Die neue Heimnetz-Übersicht listet nicht nur Fritz-Repeater und Powerline/WLAN-Adapter (siehe rechts) auf, sondern sogar Powerline-Adapter von anderen Herstellern (hier: Devolo), solange diese mit Qualcomm-Chips arbeiten. Der Durchsatz des 1750E ist schon gut. Sollte AVM künftig Routern und Repeatern zwecks Mesh-Optimierung ein drittes WLAN-Modul spendieren, müssen sich alle anderen warm anziehen.«

  • exzellenter Router
  • flotter Backbone
  • energieeffizient

ab 69,99

3 Angebote

Asus Lyra 3er Set

ohne Note

»Asus bietet sein Lyra-System auch als "Mini"-Variante ohne separates WLAN-Modul für den Backbone an. Weil man damit aber nur rund 60 Euro spart, ist die ausgewachsene Version meist die geschicktere Wahl. Vom Durchsatz her liegt Lyra ungefähr mit dem ähnlich ausgestatteten Velop-System gleichauf, doch der Energiebedarf darf gern noch sinken. Die Verwaltung könnte einheitlicher sein: Zwar finden Admins wie bei herkömmlichen Asus-Routern ein umfassendes Browser-Menü, aber bei Lyra fehlen jegliche WLAN-Einstellungen. Anders als in der App kann man nicht mal den Funknetznamen ändern. Im AP-Modus vermissten wir beim WLAN noch die Multicast-Umsetzung (MC2UC): Entertain-IPTV war ungenießbar. Als Router funktionierte Lyra an unserem T-VDSL-Anschluss gar nicht.«

  • separater WLAN-Backbone
  • magere Router-Funktionen
  • Stromsäufer

ab 58,90

3 Angebote

Devolo dLAN 1200+ WiFi ac

ohne Note

»Devolos Powerline/WLAN-Adapter sind die Exoten im Testfeld: Sie setzen einen Router voraus, der den Internetzugang herstellt. Deshalb kommen sie mit allem zurecht, was man ihnen abverlangt. Die Adapter errichten auf Wunsch ein eigenes Gast-WLAN. Dessen Passwort muss man aber per Browser ändern, denn im Test bekam es beim Aktivieren das gleiche wie das Stamm-WLAN. Als bisher einzige Kandidaten bieten die Devolo-Geräte schon Fast-Roaming-Unterstützung (802.11r), was mit der Firmware-Version 1.55 in Kürze allgemein verfügbar wird und dann auch gegen KRACK gepatcht ist. Statt der Datenverbindung über die Stromleitung kann man auch ein LAN-Kabel als Backbone nutzen.«

  • 11r für Roaming
  • durchgeführte Steckdose
  • etwas klobig

ab 104,99

15 Angebote

Google WiFi

ohne Note

»Die Google-Wifi-App demonstriert, dass der Internetkonzern das Thema Ergonomie verstanden hat: Beim Einrichten fotografiert man einfach einen QR-Code mit dem Smartphone ab statt das WLAN-Passwort abzutippen [6]. Das gibts zurzeit nur noch bei Netgear. In Sachen Netzwerkfunktionalität schränkt Google Wifi ambitionierte Nutzer jedoch stark ein: Der IPv4- Adressbereich ist nicht änderbar, der Internetzugang über Deutsche-Telekom-VDSL (mit vorgeschaltetem Modem) funktioniert nicht, Multicast-IPTV-Forwarding ist unbekannt und einen AP-Modus mit mehreren Nodes gibt es noch nicht. Auf der Haben-Seite verbucht Google Wifi neben der exzellenten App sehr schön gestaltete Nodes, sehr geringen Energiebedarf und trotz kompakter Bauweise noch guten Durchsatz.«

  • guter Durchsatz
  • unflexibel als Router
  • kein AP-Modus

Linksys VELOP Whole Home Mesh Wi-Fi System (WHW0303-EU)

ohne Note

»Die schlanken Velop-Tower fallen weniger auf als die Orbi-Nodes, sind aber noch teurer bei etwas niedrigerem Durchsatz. Dafür läuft Velop an T-VDSL-Anschlüssen inklusive IPv6 und Multicast-IPTV. Leider gibts die Entertain-Streams nur im WLAN. Auch Gäste können Entertain gucken, aber im Gast-WLAN war das Multicast-Fernsehen mangels MC2UC ungenießbar [5]. Das Aufsetzen des Systems klappte mit der App nicht vollständig. Um die Zeiteinstellungen zu korrigieren, mussten wir den Browser bemühen. Dort kann man dann auch einfache Netzwerkdiagnostik betreiben (Ping, Traceroute) und im Linksys-typischen Menü Portweiterleitungen, Dyndns und anderes konfigurieren.«

  • separater WLAN-Backbone
  • Roaming-Unterstützung
  • teuer

ab 233,51

11 Angebote

Netgear Orbi RBK50 AC3000

ohne Note

»Die vom Schreibtischnachbarn "Blumenvase" getauften Orbi-Nodes sind wuchtig, aber auch mächtig: Das System zeigte im Test den höchsten Durchsatz, nuckelt dafür aber auch intensiv am Stromnetz. Die Orbi-App fragt nur die nötigsten Einstellungen ab, um online zu kommen. Netzwerkexperten müssen auf den Browser ausweichen, haben dort aber Zugriff auf viele Optionen. WLAN-Gäste bekommen IPv6, wenn der Provider es liefert, aber damit auch ein kleines Schlupfloch: Ein mit dem Repeater-Node (Netgear nennt ihn Satellit) verbundener Gast konnte unerwünschterweise einen LAN-Host am Orbi-Router erreichen. Netgear arbeitet schon an der Ausbesserung.«

  • separater WLAN-Backbone
  • flexibel als Router
  • mäßig energieeffizient

ab 259,00

11 Angebote

TP-LINK Deco M5 3-Pack

ohne Note

»Im Router-Modus erzwingt Deco einen festen internen IPv4-Adressbereich, doch immerhin lassen sich Portfreigaben und DHCP-Adressreservierungen einrichten. Dass der Assistent vergisst, IPv6 zu aktivieren, ist ausnahmsweise gut. Denn standardmäßig ist im (W)LAN ein üblerweise nicht abschaltbarer IPv6-DHCP-Server aktiv. So sind Clients sehr lange mit derselben IPv6-Adresse unterwegs und leicht wiedererkennbar. Falls der alte Router IPv6 so beherrscht, wie Sie es brauchen, dann darf er weiterlaufen und Deco kommt im AP-Modus dahinter. Sicherheit ist beim Gastnetz optional: Deco aktiviert es ohne Passwort, das man tunlichst selbst setzt. Bei den Vorgaben für Internet-Ruhezeiten der Sprösslinge muss man sich wegen unvollständiger Lokalisierung mit AM/PM herumschlagen.«

  • flotter Backbone
  • sparsam beim Strom
  • läuft nicht an T-VDSL

ab 176,99

12 Angebote

Ubiquiti AmpliFi HD Mesh Wi-Fi System

ohne Note

»Der kompakte Router-Würfel sticht mit seinem Touchscreen für Statusanzeigen ins Auge, doch Zeit und Datum sind unvollständig lokalisiert. Mit Antippen wechselt man die Informationen: seit Monatsanfang aufgelaufenes Down/Upload-Volumen, IPv4-Adresse des Routers im WAN und LAN, Zahl der Clients, momentane Down/Upload-Datenrate und Port-Status. Ein langes Tippen löst die WLAN-Kopplung für neue Clients aus, mehr Gesten versteht der Router nicht. Bei Portweiterleitungen muss man in der App umständlich die IP-Adresse des Ziels eintippen statt das Gerät einfach per Ausklapper zu wählen. Clever: Die Repeater-Nodes lassen sich mit einem magnetischen Kugelgelenk leicht für besseren Empfang ausrichten. Wer Nodes mit LAN-Ports braucht, kann auch einen Router nachkaufen und als Repeater konfigurieren.«

  • gute Router-Funktionen
  • energieeffizient
  • mäßiger WLAN-Durchsatz

ab 326,59

9 Angebote