CT Magazin - 2 Mini-PCs mit ARM- und x86-Prozessoren Testsieger

2 Mini-PCs mit ARM- und x86-Prozessoren im Test-Vergleich von CT Magazin

CT Magazin

20/2025 - CT Magazin

Welcher Mini-PC hat die Nase vorn – ARM oder x86?

Der Vergleich zwischen dem Lenovo ThinkCentre Neo 50q mit Qualcomm Snapdragon X1-26-100 und dem Asus NUC 15 Pro mit Intel Core Ultra 5 225H zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich moderne Mini-PCs konzipiert sind. Beide Modelle richten sich an Nutzer, die Wert auf Kompaktheit und geringen Stromverbrauch legen, verfolgen dabei aber gegensätzliche Ansätze.

Der Lenovo setzt mit seinem ARM-Prozessor auf Effizienz und leisen Betrieb – ideal für ruhige Büroumgebungen. Der Asus NUC hingegen steht für klassische PC-Power: Er bietet mehr Rechenleistung, ist aber unter Last hörbarer. Im Leerlauf bleibt auch er angenehm leise, dreht bei rechenintensiven Aufgaben jedoch deutlich auf.

Wie groß ist der Unterschied bei der Leistung wirklich?

Im direkten Vergleich spielt der Asus NUC seine Stärken klar aus. Der Intel-Chip bietet mehr Kerne, höhere Taktraten und etwa 40 Prozent mehr Multithreading-Leistung als der ARM-Prozessor im Lenovo. Das macht sich beim Arbeiten mit größeren Dateien oder beim parallelen Ausführen mehrerer Programme bemerkbar. Für einfache Büroarbeiten ist der Lenovo dennoch völlig ausreichend. Texte, Tabellen oder Webrecherche laufen flüssig – erst bei grafikintensiven oder KI-gestützten Anwendungen zeigt sich der Leistungsunterschied. Auch die integrierte Intel Arc-Grafik schlägt die Adreno-GPU des Snapdragon deutlich. Wer also mehr als Standard-Office-Aufgaben plant, profitiert klar vom x86-System.

Welche Ausstattung überzeugt im Alltag mehr?

Hier fällt das Urteil ebenfalls zugunsten des Asus NUC aus. Er bietet bis zu 128 GB RAM, zwei M.2-Steckplätze, Thunderbolt 4, Wi-Fi 7 und schnelles 2,5-Gbit-LAN. Der Lenovo ThinkCentre Neo 50q ist einfacher gehalten: 16 GB fest verlöteter Speicher, Wi-Fi 6E und 1-Gbit-LAN. Für klassische Office-Arbeitsplätze genügt das, doch wer Flexibilität und Zukunftssicherheit sucht, findet beim NUC mehr Optionen.

Positiv: Beide Mini-PCs sind hochwertig verarbeitet und lassen sich leicht öffnen. Lenovo liefert sein Gerät komplett mit Windows 11 Pro, Tastatur und Maus aus, während Asus auf den Selbstbau setzt – dafür aber eine längere Garantie von drei Jahren bietet.

Wie steht es um Software und Kompatibilität?

Hier zeigt sich der größte Unterschied. Der ARM-Prozessor im Lenovo läuft ausschließlich mit Windows 11 für ARM. Viele Programme funktionieren problemlos, doch bei älteren Treibern oder Spezialsoftware kann es zu Inkompatibilitäten kommen. Linux lässt sich gar nicht installieren. Der Asus NUC 15 Pro ist deutlich vielseitiger: Er läuft mit Windows und aktuellen Linux-Distributionen wie Ubuntu oder Red Hat. Das macht ihn nicht nur flexibler, sondern auch für Unternehmen interessant, die verschiedene Systeme parallel einsetzen.

Für wen lohnt sich welcher Mini-PC?

Beide Geräte haben ihre klaren Stärken: Der Lenovo punktet mit Energieeffizienz, leisem Betrieb und einfacher Bedienung – ideal für den reinen Office-Alltag. Der Asus NUC bietet mehr Leistung, bessere Erweiterbarkeit und modernere Schnittstellen – perfekt für alle, die etwas mehr Spielraum benötigen.

Kurz gesagt: Ruhe und Sparsamkeit – Lenovo. Leistung und Flexibilität – Asus.

nach oben