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Mundharmonikas Test

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Hersteller

Produkttyp

Deckel

Harmonikatyp

Kanzellenkörper

Länge

Mundstückoberfläche

Stimmzungenanzahl

Tonumfang

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Mundharmonikas Ratgeber

1. Die Geschichte der Mundharmonika

Hohner M200508X

Schon vor etwa 5000 Jahren wurde das Prinzip wie es bei der heutigen Mundharmonika genutzt wird, bei ein alten Chinesen genutzt. Das Bambusinstrument Sheng funktionierte nach dem Prinzip der freischwingenden Stimmzunge und wird heute noch in China und Thailand gespielt. In Europa wird dieses Prinzip erst seit den Anfängen des 19. Jahrhunderts zur Tonerzeugung genutzt.

Eine einwandfreie Bestimmung des Erfinders der Mundharmonika gibt es nicht, jedoch wird vor allem dem Berliner Christian Friedrich Buschmann diese nachgesagt. Im Jahre 1821 hatte er die Idee, zeitgleich waren aber wahrscheinlich auch andere Instrumentenbauer an ähnlichen Konzepten tätig. In jedem Fall hat sich die Idee der Mundharmonika rasend schnell verbreitet, vor allem in Wien, aber auch in Sachsen und Württemberg begannen Firmen mit der Produktion. Bis die Mundharmonika jedoch in ihrer heutigen Gestalt erschienen ist, dauerte es noch ein paar Jahre, zwischen den 1840er und 1860er Jahren ist aus dem bis dahin als Spielzeug verwendeten Instrument eine vollwertige Mundharmonika wie wir sie heute kennen entstanden.

Komplizierte Melodien sind aber erst seit Mitte der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts möglich, erst die Erfindung der chromatischen Mundharmonika ermöglichte solche. Mit der Erschließung des amerikanischen Marktes und den Einflüssen der Afro-Amerikanischen Kultur, insbesondere in Kombination mit der Blues-Musik, fand die Mundharmonika den Höhepunkt ihrer Entwicklung.

2. Wie ist eine Mundharmonika aufgebaut?

Hier eine grundlegende Auflistung des Ausbaus zu schaffen ist schwer. Die Mundharmonika gibt es in den unterschiedlichsten Bauweisen und Modellen. Dennoch kann man einen grundlegenden Aufbau jeder Mundharmonika definieren.

Der Grundbaustein jeder Mundharmonika stellt der Kanzellenkörper dar. Dieser kann einkanalig, doppelkanalig oder zweiseitig bespielbar sein. Die Materialien aus denen ein Kanzellenkörper besteht können vielfältig sein. Je nach Material entsteht ein ganz eigener Klang. Wer es warm und gleichmäßig mag, greift zu einem Modell aus Kunststoff, vollere Klänge werden mit Holz erreicht. Einen hellen und klaren Klang erzeugen Mundharmonikas mit Kanzellenkörper aus Holz.

In Kombination mit dem Kanzellenkörper ist vor allem die Stimmplatte ein entscheidendes Bauteil jeder Mundharmonika. Sie bildet den Träger für die Stimmzunge, welche meist aus einer Messinglegierung besteht und fest auf der Platte vernietet ist. Die Stimmplatte selbst besteht in der Regel aus Messing, wobei die Stärke der Platten den Klang und die Lautstärke des Instruments beeinflussen.

Ein weiterer Baustein der Mundharmonika ist die Deckelplatte. Sie dient vor allem dem Zweck, die empfindliche Stimmplatte und den Kanzellenkörper vor äußeren Einflüssen zu schützen. Für eine schöne Optik der Mundharmonika sind solche Deckelplatten häufig verziert, vergoldet oder verchromt.

3. Welche Arten von Mundharmonikas gibt es?

Grundsätzlich kann man die Mundharmonika in 4 Arten unterteilen:

  • Diatonische Mundharmonika: Eignet sich bestens für Anfänger, da sie nur Töne einer bestimmten Tonart spielen kann. Die einfachtönige Mundharmonika lässt beim Blasen und Ziehen jeweils unterschiedliche Tonhöhen erklingen. Die am häufigsten verwendete Tonart ist C-Dur, auch das Lehrmaterial ist in der Regel in C geschrieben. Die diatonische Mundharmonika ist für sämtliche Musikrichtungen geeignet.
  • Chromatische Mundharmonika: Bei dieser Form lässt sich die Tonart mit Hilfe eines seitlichen Schiebers verändern. Damit lassen sich alle Tonarten mit nur einem Instrument spielen, sodass diese Form für alle Musikarten offen ist. Für das Akkordspiel ist sie jedoch eher ungeeignet, wird daher eher als Soloinstrument genutzt.
  • Tremolo-Mundharmonika: Als Form der diatonischen Mundharmonikas, erklingen hier jedoch im Unterschied zu einfachen Modellen jeweils 2 Stimmzungen gleichzeitig beim Blasen und Ziehen. Aufgrund der leicht gegeneinander gestellten Stimmen entsteht eine sogenannte Schwebeton-Stimmung. Damit dies bestmöglich zum Tragen kommt, liegen hier zwei Kanzellenöffnungen übereinander. Die doppeltönigen Tremolo-Mundharmonikas sind nur eingeschränkt einsetzbar, vor allem aber in der Volksmusik sind sie sehr beliebt.
  • Oktav-Mundharmonika: Wie auch die Tremolo-Mundharmonika handelt es sich auch bei der Oktav-Mundharmonika um ein doppeltöniges Instrument. Hier liegt der Tonhöhenunterschied zwischen den gleichzeitig erklingenden Stimmzungen jedoch bei genau einer Oktave. Auch hier ist vor allem die Volksmusik die Zielgruppe.

Neben diesen 4 Hauptarten der Mundharmonika gibt es eine Reihe an Sondermodellen, welche jedoch nur in bestimmten Szenarien zum Einsatz kommen. Sogenannte Akkord- oder Bass-Mundharmonikas zum Beispiel werden meist ausschließlich als Begleitung in Ensembles oder Orchestern genutzt, da sie zum Spielen von Melodien nur eingeschränkt zu gebrauchen sind.

4. Auf die Stimmung kommt es an

Ein entscheidendes Kriterium jeder Mundharmonika stellt die Stimmung dar. Wenn die Stimmung ins Gespräch kommt, geht es dabei in erster Linie um die Tonanordnung auf der Vorderseite des Instruments. Neben der Kernoktave die auf jeder Mundharmonika vorhanden ist, gesellen sich recht und links daneben verschiedene Töne, welche eine Aussage zur Stimmung zulassen.

Die beliebteste Stimmung ist die Richter-Stimmung. Links neben der Kernoktave befinden sich hier Töne die zur Tonart passen, sodass sich Begleitakkorde damit spielen. Auf der rechten Seite wiederum kommen höhere Töne zum Tragen, welche sich bis auf einen Ton nicht von der Kernoktave unterscheiden. Die Richtung des Luftstroms bleibt wie in der Kernoktave bei jedem Ton dieselbe. Wird der Tonraum nach oben oder unten erweitert spricht man von der Steve-Baker-Stimmung, bei der Country-Stimmung hingegen ist ein Ton um einen Halbton erhöht.

Spricht man von der Solo-Stimmung, dann ist damit gemeint, dass meist 3 Kern-Oktaven aneinandergereiht werden. Solche Mundharmonikas mit Solo-Stimmung besitzen kein spezielles Anwendungsgebiet und eignen sich gut für den Umstieg auf ein anderes Instrument. Für das Spiel einer Akkordbegleitung ist ein solches Instrument nicht geeignet.

Neben diesen am weitesten verbreiteten Stimmungen gibt es viele Sonderstimmungen.

5. Kurzdoku Mundharmonika

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