Rennrad Radsportmagazin - 8 Rennräder aus Aluminium und Stahl Testsieger
8 Rennräder aus Aluminium und Stahl im Test-Vergleich von Rennrad Radsportmagazin
09/2025 - Rennrad Radsportmagazin
Inhaltsverzeichnis
- Aluminium oder Stahl – worauf kommt es wirklich an?
- Wie groß sind die Unterschiede bei Preis und Gewicht?
- Welche Rolle spielen Reifen, Laufräder und Tubeless?
- Wie unterscheiden sich Geometrien und Fahrgefühl?
- Welche Schaltgruppen sind montiert – und warum ist das wichtig?
- Welche Stärken zeigt das Feld – und wo liegt Tuning-Potenzial?
- Was ist das Fazit des RennRad-Tests?
Aluminium oder Stahl – worauf kommt es wirklich an?
Sieben der acht Testräder setzen auf Aluminium. In der Praxis bedeutet das robuste, preislich attraktive Rahmen mit etwas mehr Masse als Carbon – und, dank moderner Rohrformen, ausreichend Steifigkeit für sportliche Einsätze. Der Solitär im Feld ist das Eddy Merckx Pévèle Corsa aus mehrfach konifiziertem Columbus-Stahl: handgefertigt, komfortbetont, dabei mit moderner Technik kombiniert. Das RennRad-Testteam zeigt: Stahl kann heute leicht, präzise und vielseitig sein – allerdings zu einem höheren Preis.
Wie groß sind die Unterschiede bei Preis und Gewicht?
Die Spanne ist deutlich. Das günstigste Rad im Test, das Canyon Endurace Allroad 5, kostet 999 Euro. Am anderen Ende steht das Eddy Merckx Pévèle Corsa für 5.999 Euro – zugleich das leichteste Rad (9,26 kg). Das schwerste Testrad ist das Ridley Grifn A Gravel (10,88 kg). Dazwischen liegen Modelle wie das Radon R1 105 (1.399 Euro, 9,86 kg) oder Giants Contend AR 1 (1.699 Euro, 9,52 kg). RennRad ordnet diese Werte ein: Mehr Gewicht bremst am Berg und in der Beschleunigung, bringt aber oft Laufruhe und Haltbarkeit.
Welche Rolle spielen Reifen, Laufräder und Tubeless?
Eine große. Montiert waren 28 bis 38 Millimeter breite Reifen; sie bestimmen Komfort, Grip und Rollwiderstand. Breitere Pneus fahren sich mit weniger Druck spürbar sanfter und sind auf Schotter im Vorteil – tubeless noch einmal mehr. Schwere Aluminium-Laufräder erhöhen das Systemgewicht, punkten jedoch mit Steifigkeit und Robustheit. Das Giant sammelt Komfortpunkte mit tubeless 32-Millimeter-Reifen und flexender D-Fuse-Stütze; das Merida Scultura Endurance GR 500 setzt mit 35-Millimeter-Contis auf viel Dämpfung, während das Ridley mit 38-Millimeter-Vittorias klar Richtung Gravel zeigt.
Wie unterscheiden sich Geometrien und Fahrgefühl?
Endurance-Layouts mit längerem Steuerrohr und größerem Radstand sorgen für entspannte Sitzposition und hohe Spurtreue – typisch etwa für Rose Reveal AL und Stevens Aspin Disc. Allroad-Modelle wie Canyon und Giant kombinieren diese Ruhe mit Alltagsnutzen: zusätzliche Ösen, Schutzblech- und Gepäckträger-Optionen, oft 40-Millimeter-Reifenfreiheit. Gravel-Rahmen wie das Ridley Grifn A werden im Gelände durch Länge und flacheren Lenkwinkel stabil, wirken in engen Kurven aber weniger bissig. RennRad hält fest: Wer häufig lange Abfahrten fährt oder pendelt, profitiert von Laufruhe; wer enge Kurven liebt, achtet auf kürzere Kettenstreben und agilere Winkel.
Welche Schaltgruppen sind montiert – und warum ist das wichtig?
Für die Einsteiger-Allroads kommen mechanische Shimano-Cues oder 105 zum Einsatz: zuverlässig, ergonomisch, mit bergtauglichen Übersetzungen (vorn 50/34, hinten bis 11–36). Gravel-Modelle nutzen Shimanos GRX-Linie mit kleineren Kettenblättern (z. B. 46/30) für steile Rampen und Offroad-Trittfrequenz. Ein Sonderfall ist das Eddy Merckx mit SRAM Rival AXS: elektronisch, breit übersetzt (48/35, 10–36) und sehr präzise. Das RennRad-Team betont: Die Gruppe sollte zum Terrain passen – nicht umgekehrt.
Welche Stärken zeigt das Feld – und wo liegt Tuning-Potenzial?
Preis-Leistung: Das Canyon bietet für 999 Euro erstaunlich viel Vielseitigkeit, verlangt aber beim Gewicht Kompromisse. Ein ähnliches Bild beim Radon: top Laufruhe und Steifigkeit, etwas schwer. Komfort-Könner sind u. a. Merida (Reifen/Geometrie) und Giant (Stütze/Lenker). Das Ridley glänzt mit Gravel-Kompetenz und Alltags-Ösen, trägt jedoch spürbar mehr Masse. Das Eddy Merckx vereint Handwerk, moderne Standards und Leichtlauf – die Exklusivität spiegelt sich im Preis. Typische Tuning-Hebel, die RennRad nennt: leichtere Laufräder, angepasster Reifendruck oder Tubeless-Umrüstung, ergonomisch passender Lenkerbreite.
Was ist das Fazit des RennRad-Tests?
RennRad zeigt, wie erwachsen Aluminium geworden ist: robust, komfortabel und in vielen Fällen erstaunlich vielseitig. Stahl bleibt die feine Alternative für Liebhaber mit Sinn für Haptik und Langzeitkomfort – heute technisch auf der Höhe. welches Rad passt, entscheidet der Einsatzzweck: Pendeln und Bikepacking profitieren von Ösen und Reifenfreiheit; lange Straßenkilometer von Endurance-Geometrie und ruhigem Geradeauslauf; Gravel von breiten Pneus und bergtauglicher Übersetzung. Der Test des RennRad-Magazins macht klar: Gute Allround-Räder müssen nicht exotisch sein – aber sie sollten klar zu den eigenen Strecken passen.