Öko-Test - 20 Transparente Nagellacke Testsieger
20 Transparente Nagellacke im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
05/2025 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
Wie sicher und verträglich sind transparente Nagellacke?
Nagellack gehört für viele zum Alltag – ein kleiner Glanz auf den Nägeln, der das Styling perfekt macht. Doch wie unbedenklich sind transparente Lacke wirklich? ÖKO-TEST hat sich 20 Produkte aus Drogerien, Parfümerien und Onlineshops genauer angesehen. Das Ergebnis: Viele Lacke können ohne Bedenken verwendet werden – doch es gibt auch problematische Ausreißer.
Welche Probleme gibt es bei Nagellacken?
Transparente Nagellacke sollen für Glanz sorgen und die Nägel schützen. Doch sie bestehen nicht nur aus hübschem Schimmer: Lösemittel wie Ethyl- oder Butylacetat sind notwendig, damit der Lack flüssig bleibt und gut trocknet. Diese Stoffe können jedoch die Atemwege reizen. Deshalb rät ÖKO-TEST, die Nägel nur in gut belüfteten Räumen zu lackieren.
Ein weiteres Thema sind problematische Inhaltsstoffe, die in einigen Lacken gefunden wurden. So entdeckte ÖKO-TEST im Alterra Fast Dry Top Coat und im Maybelline Super Stay 7 Days Gel Nail Color Toluol – ein Lösemittel, das als fortpflanzungsgefährdend gilt und eigentlich nicht in Kosmetika gehört. Bei Artdeco fiel der Weichmacher Triphenylphosphat negativ auf. Er steht im Verdacht, hormonell wirksam zu sein und wird von der Europäischen Chemikalienagentur als besonders besorgniserregend eingestuft. Auch UV-Filter wie Benzophenon-1, Octocrylen oder Etocrylen wurden in einigen Lacken nachgewiesen. Diese sollen den Lack vor Lichteinwirkung schützen, stehen aber ebenfalls im Verdacht, hormonell zu wirken.
Gibt es auch positive Ergebnisse?
Ja, und das in großer Zahl. Zwölf der getesteten Nagellacke erhielten von ÖKO-TEST die Bestnote „sehr gut“. Dazu gehören Produkte von Marken wie Catrice, Benecos, Gitti oder M. Asam. Besonders erfreulich: In keinem der getesteten Lacke wurden krebserregende Nitrosamine in relevanten Mengen gefunden – ein Problem, das in früheren Tests häufiger aufgetreten war. Auch Schwermetalle und bedenkliche Weichmacher waren bis auf die genannten Ausnahmen kein Thema.
Was hat ÖKO-TEST außerdem geprüft?
Neben den Inhaltsstoffen prüfte ÖKO-TEST auch die Verpackungen. Fast alle Hersteller verzichten inzwischen auf chlorierte Kunststoffe in den Deckeln, was ein Fortschritt in Sachen Umweltverträglichkeit ist. Allerdings bleibt die Frage nach dem Einsatz von Recyclingmaterial in den Verpackungen oft unbeantwortet – hier besteht noch Nachholbedarf. Auch die Deklaration der Inhaltsstoffe war nicht immer vorbildlich: Besonders Yves Rocher fiel negativ auf, da die Liste der Inhaltsstoffe weder auf dem Produkt noch auf der deutschen Website verfügbar war. Das widerspricht klar den Vorgaben der EU-Kosmetikverordnung und führte zu einer deutlichen Abwertung.
Was können Verbraucher aus dem Test lernen?
Der aktuelle Test von ÖKO-TEST zeigt: Wer auf der Suche nach einem transparenten Nagellack ist, hat eine gute Auswahl an sicheren Produkten. Dennoch lohnt sich ein genauer Blick auf die Inhaltsstoffe. Besonders problematisch sind Lacke mit Toluol, Triphenylphosphat oder kritischen UV-Filtern – diese sollten Verbraucher eher meiden. Auch die Transparenz der Hersteller in Bezug auf die Deklaration spielt eine wichtige Rolle, um informierte Kaufentscheidungen treffen zu können.
ÖKO-TEST empfiehlt, Nagellack in gut belüfteten Räumen aufzutragen, die Nägel pfleglich zu behandeln und auf bedenkliche Inhaltsstoffe zu achten. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, greift zu den Lacken, die im Test mit „sehr gut“ bewertet wurden – für glänzende Nägel ohne unnötige Risiken.