Öko-Test - 18 Rasierseifen Testsieger

18 Rasierseifen im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

11/2024 - Öko-Test

Warum feste Rasierseifen?

Feste Rasierseifen gelten ökologisch als bessere Wahl gegenüber Rasierschaum. Sie benötigen weniger Wasser, kommen oft ohne Konservierungsstoffe aus und verwenden meist sparsamere Verpackungsmaterialien. Der Ökotest hat daher 18 feste Rasiermittel für Männer auf Inhaltsstoffe, Umweltbelastungen und Verpackungen untersucht. Die gute Nachricht: Die Hälfte der getesteten Produkte erhielt das Prädikat „sehr gut“ oder „gut“. Doch einige Rasierseifen – vor allem von bekannten Marken – schnitten enttäuschend ab.

Was wurde im Test untersucht?

Der Test legte besonderen Wert auf:

  • Allergene und bedenkliche Duftstoffe: Polyzyklische und Nitro-Moschusverbindungen, die hormonell wirken könnten.
  • Mineralölrückstände (MOAH): Paraffine, die krebserregende Rückstände enthalten können.
  • Weitere Inhaltsstoffe: Hormonell wirkende Substanzen wie Diethylphthalat (DEP) und das Antioxidans Butylhydroxytoluol (BHT).
  • Verpackung und Umweltauswirkungen: Vermeidung unnötiger und nicht recycelbarer Verpackungen, insbesondere Kunststoff.

Moschusverbindungen und hormonaktive Substanzen

Bei sechs Produkten wurden künstliche Moschusverbindungen nachgewiesen. Diese Stoffe sind biologisch schwer abbaubar, reichern sich im Fettgewebe an und werden bereits in der Umwelt nachgewiesen. Besonders kritisch ist dies, weil diese Stoffe nicht auf den Verpackungen deklariert werden müssen und sich hinter dem Sammelbegriff „Parfum“ verbergen. Betroffene Produkte im Test:

  • Tabac Original Rasierseife: Enthält Galaxolid, Tonalid und Celestolid, die alle als gesundheitlich bedenklich gelten.
  • Wilkinson Sword Essential Shaving Soap: Enthält Cashmeran, eine moschusähnliche Verbindung.
  • Taylor of Old Bond Street Sandalwood Herbal Shaving Soap: Hier wurde Moschus-Keton nachgewiesen, das laut EU als krebserregend und giftig für Wasserorganismen gilt.

Allergieauslösende Duftstoffe

In einigen Produkten wie der Tabac Original Rasierseife und der Musgo Real Shaving Soap Classic Scent wurden bekannte Allergene wie Isoeugenol, Hydroxycitronellal und Cinnamylalkohol gefunden, die Hautreizungen auslösen können. Für Menschen mit sensibler Haut und Allergieneigung empfiehlt es sich daher, auf deklarationsfreie oder Naturkosmetikprodukte ohne synthetische Duftstoffe zurückzugreifen.

Mineralölrückstände: Ein weiteres Problem

Ein negatives Ergebnis wurde bei der Arko Rasierseife festgestellt. Hier enthielt die Analyse problematische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Diese Mineralölbestandteile sind potenziell krebserregend, und ihre Anreicherung im Körper ist noch nicht abschließend geklärt.

Weitere Inhaltsstoffe und Umweltbelastungen

Zwei problematische Inhaltsstoffe, die ebenfalls zur Abwertung führten, waren:

  • Diethylphthalat (DEP): Ein Trägerstoff für Duftstoffe, der als hormonell wirksam gilt. Er wurde in den Rasierseifen Tabac Original und Taylor of Old Bond Street Sandalwood nachgewiesen.
  • Butylhydroxytoluol (BHT): Ein Antioxidans, das möglicherweise hormonell wirkt. In der Geo. F. Trumper‘s Shaving Soap wurde BHT nachgewiesen und ebenfalls abgewertet.

Umweltfreundliche Verpackungen: Ein Plus für viele Produkte

Insgesamt acht Produkte fielen durch unnötige Verpackungsmaterialien auf. Während einige Hersteller recycelte Materialien in der Verpackung einsetzen, konnten nur wenige diesen Einsatz auch belegen. Zu viel Verpackung gibt es weiterhin bei Produkten, die doppelt verpackt werden oder unnötige Kartons um die Seifenstücke verwenden. Eine umweltfreundliche Verpackung ist besonders bei zertifizierten Naturkosmetikmarken Standard, die meist nur Papier oder Graspapier verwenden.

Fazit: Worauf sollten Verbraucher achten?

Beim Kauf von Rasierseifen lohnt es sich, besonders auf natürliche Inhaltsstoffe und sparsame Verpackungen zu achten. Naturkosmetik-Produkte ohne Parfum und umweltschädliche Zusatzstoffe schneiden am besten ab. Die getesteten Rasierseifen im Glas oder Graspapier sind eine umweltfreundlichere Wahl und enthalten in der Regel keine hormonaktiven oder allergenen Substanzen. Zusammengefasst empfiehlt der Test, auf Produkte zu setzen, die frei von potenziell hormonell wirkenden und umweltbelastenden Inhaltsstoffen sind und eine recycelbare Verpackung bieten.

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