Haus & Garten Test - 4 Balkonkraftwerke Testsieger

4 Balkonkraftwerke im Test-Vergleich von Haus & Garten Test

Haus & Garten Test

04/2024 - Haus & Garten Test

Testbericht: Vier Balkonkraftwerke im Vergleich

Die stetig steigenden Energiepreise haben viele Haushalte dazu veranlasst, nach Möglichkeiten zur Kostensenkung zu suchen. Eine vielversprechende Lösung bieten Balkonkraftwerke, die es ermöglichen, eigenen Strom zu produzieren und so die Energiekosten zu senken. Diese kleinen Solaranlagen sind besonders interessant für Mieter, da sie flexibel einsetzbar und relativ einfach zu installieren sind. In diesem Test wurden vier Balkonkraftwerke von den Marken Revolt, Durasolar, Yuma und Jackery auf ihre Leistung, Handhabung und Effizienz untersucht.

Die Komponenten eines Balkonkraftwerks

Ein Balkonkraftwerk besteht aus zwei Hauptkomponenten: den Solarmodulen und einem Wechselrichter. Die Solarmodule erzeugen Gleichstrom, der durch den Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelt wird, welcher dann ins Hausnetz eingespeist werden kann. Der Aufbau der Systeme ist in der Regel unkompliziert: Die Solarmodule werden über Anschlusskabel mit dem Wechselrichter verbunden, der dann in eine Steckdose eingesteckt wird.

Alle im Test untersuchten Modelle verfügen über diese grundlegenden Komponenten. Sie unterscheiden sich jedoch in Bezug auf die Handhabung, Montageoptionen und zusätzliche Funktionen.

Installation und Befestigung

Der Aufbau der Balkonkraftwerke beginnt mit der Befestigung der Solarmodule. Die meisten Systeme, wie die von Durasolar, Revolt und Yuma, verwenden herkömmliche, schwere Solarpanels, die etwa 22 kg wiegen. Diese Module können sowohl an der Balkonbrüstung als auch auf einem Flachdach montiert werden. Bei Yuma sind sogar die notwendigen Halterungen im Lieferumfang enthalten, was die Installation erleichtert.

Das Jackery-System sticht hier besonders hervor, da es vier flexible Solarpanels enthält, die jeweils nur 3,5 kg wiegen. Diese leichten Module sind nicht nur einfacher zu handhaben, sondern bieten auch eine größere Flexibilität in der Installation. Sie können problemlos an verschiedenen Stellen wie der Balkonbrüstung, der Hausfassade oder sogar auf Dächern befestigt werden. Dank ihrer Flexibilität und des geringen Gewichts eignen sie sich auch für mobile Anwendungen, wie zum Beispiel beim Camping.

Der Wechselrichter: Das Herzstück der Balkonkraftwerke

Der Wechselrichter ist eine entscheidende Komponente jedes Balkonkraftwerks, da er den von den Solarpanels erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom umwandelt. In der Vergangenheit gab es Berichte über Probleme mit Wechselrichtern, die Störungen bei Funkgeräten verursachten. Im aktuellen Test wurden jedoch nur Modelle untersucht, die diese Probleme nicht aufweisen. Die Wechselrichter der getesteten Systeme sind für den Außeneinsatz geeignet und lassen sich direkt an der Balkonbrüstung oder unter den Solarpanels montieren. Die Zuleitung zur nächsten Steckdose kann je nach Bedarf individuell angepasst werden.

Das Jackery-System unterscheidet sich auch hier von den anderen Testkandidaten. Es enthält eine Grundstation mit integriertem Wechselrichter und einer Batterie mit einer Kapazität von 2 kWh. Diese Batterie ermöglicht es, Strom zu speichern und bei Bedarf unabhängig vom Netz zu nutzen. Diese autarke Betriebsweise macht das Jackery-System besonders attraktiv für den Einsatz an Orten ohne feste Stromversorgung, wie zum Beispiel in abgelegenen Gärten oder beim Camping.

App-Steuerung: Der digitale Überblick

Alle vier getesteten Balkonkraftwerke bieten die Möglichkeit, die Systeme über eine App zu steuern und zu überwachen. Diese Apps zeigen die erzeugte Energie an und ermöglichen es, die Leistung der Anlage zu optimieren. Die Wechselrichter von Durasolar, Revolt und Yuma werden per WLAN ins heimische Netzwerk eingebunden, während das Jackery-System zusätzlich einen kabelgebundenen Ethernet-Anschluss bietet.

Die Einrichtung der Apps auf dem Smartphone war bei den meisten Modellen relativ einfach. Besonders hervorzuheben ist die Elesion-App, die von Revolt genutzt wird. Diese App erkennt das Balkonkraftwerk automatisch und die Einrichtung erfordert nur wenige Konfigurationsschritte. Weniger zufriedenstellend war die App von Yuma, die Probleme bei der Passwortvergabe aufwies und erst nach mehreren Versuchen zuverlässig funktionierte.

Stromerzeugung: Wie leistungsfähig sind die Balkonkraftwerke?

Die wichtigste Funktion eines Balkonkraftwerks ist die Erzeugung von Strom. Im Test wurde die Stromproduktion der vier Systeme unter verschiedenen Wetterbedingungen über einen Zeitraum von vier Wochen gemessen. Bei sonnigem Wetter konnten alle Anlagen bis zu 4,5 kWh Strom pro Tag erzeugen. Die Unterschiede zwischen den Systemen waren dabei gering, da alle im erlaubten Bereich von 800 W Solarleistung arbeiteten.

Das Jackery-System bot durch den integrierten Speicher die Möglichkeit, den erzeugten Strom zu speichern und unabhängig vom Netz zu nutzen. Dies erwies sich als besonders praktisch, da der gespeicherte Strom bei Bedarf abgerufen werden konnte, auch wenn die Solarpanels keinen Strom produzierten. Während des Tests zeigte sich, dass alle Systeme zuverlässig arbeiteten und keine größeren Probleme auftraten.

Verarbeitung und Sicherheit

Ein weiteres wichtiges Kriterium im Test war die Verarbeitung der Balkonkraftwerke. Hierbei wurde die Qualität der Materialien, die Passgenauigkeit der Komponenten und die Sicherheit der elektrischen Teile bewertet. Alle getesteten Systeme erfüllten die Sicherheitsstandards und waren solide verarbeitet. Besonders das Jackery-System stach durch seine robuste Bauweise und die Möglichkeit, den Speicher zu erweitern, hervor.

Fazit: Vier solide Balkonkraftwerke für unterschiedliche Bedürfnisse

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle vier getesteten Balkonkraftwerke in der Lage sind, zuverlässig Strom zu produzieren und die Energiekosten zu senken. Jedes System hat dabei seine eigenen Stärken und Schwächen:

  • Jackery Navi 2000: Das innovative Jackery-System überzeugte im Test durch seine Vielseitigkeit und die Möglichkeit, Strom zu speichern. Es eignet sich besonders für mobile Anwendungen und Orte ohne feste Stromversorgung. Die einfache Installation und die gut durchdachte App-Steuerung machen es zum Testsieger.
  • Yuma Flat 900 Deep Black: Dieses Balkonkraftwerk punktete mit einer sehr guten Stromproduktion und einer ansprechenden Optik. Die App-Einrichtung gestaltete sich jedoch etwas komplizierter.
  • Durasolar Balkonkraftwerk 600 W: Das Durasolar-System besticht durch seinen günstigen Preis und eine solide Leistung. Die App ist übersichtlich und einfach zu bedienen.
  • Revolt MW-1133: Revolt überzeugt durch eine einfache Installation und eine stabile Stromproduktion. Die Integration in die Elesion-App ist besonders benutzerfreundlich.

Jedes dieser Systeme bietet eine effektive Möglichkeit, die Stromkosten zu senken und einen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Die Wahl des passenden Systems hängt dabei von den individuellen Anforderungen und dem gewünschten Einsatzbereich ab.

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