Foto Magazin - 3 Hochauflösende Vollformatkameras Testsieger
3 Hochauflösende Vollformatkameras im Test-Vergleich von Foto Magazin
In diesem Vergleich wurden getestet:
08/2025 - Foto Magazin
Inhaltsverzeichnis
- Ist die Panasonic Lumix S1RII die neue Referenz für hochauflösende Vollformatkameras?
- Was hat sich zur Vorgängerin verändert?
- Wie schlägt sich die Kamera im Praxistest?
- Wie leistungsstark ist der neue Sensor?
- Was bietet die Kamera für Videofilmer?
- Wie gut ist die Bildqualität wirklich?
- Was sagen die Gesamtwertungen?
- Welche Kamera ist die richtige für wen?
- Fazit: Wie gut ist die Lumix S1RII wirklich?
Ist die Panasonic Lumix S1RII die neue Referenz für hochauflösende Vollformatkameras?
Mit der Lumix S1RII bringt Panasonic seine hochauflösende Vollformatserie auf ein neues Niveau. Der Praxistest des Fachmagazins fotoMAGAZIN, durchgeführt von Andreas Jordan in Kooperation mit dem Labor von digitalkamera.de, beleuchtet die Kamera im Detail und vergleicht sie mit direkten Konkurrenten wie der Canon EOS R5 Mark II und der Sony Alpha 1 II. Im Fokus standen dabei Bildqualität, Ausstattung, Bedienung und Geschwindigkeit.
Was hat sich zur Vorgängerin verändert?
Bereits der erste Blick auf die Panasonic Lumix S1RII zeigt: Panasonic hat bei Größe und Gewicht deutlich abgespeckt. Mit 795 Gramm (inklusive Akku) ist die Kamera deutlich leichter als ihre Vorgängerin, ohne an Funktionalität einzubüßen. Das Gehäusedesign orientiert sich nun stärker an der Lumix S5-Serie, bleibt dabei aber robust und funktional.
Die Bedienung wurde überarbeitet. Das bisherige Statusdisplay musste einem zentralen Programmwahlrad weichen. Panasonic nutzt den freigewordenen Raum effizient für ein neues Drive-Rad, das schnellen Zugriff auf Serienbildmodi, High-Resolution-Aufnahmen und Zeitrafferfunktionen bietet. Auf der Rückseite überzeugen ein komfortabler Joystick, eine gut platzierte AF-on-Taste und ein ergonomisch sinnvoll gestaltetes Bedienkonzept.
Wie schlägt sich die Kamera im Praxistest?
Im Test des fotoMAGAZINs überzeugte die Lumix S1RII mit einem sehr guten Handling. Besonders positiv fiel der flexibel einstellbare 3-Zoll-Monitor auf, der sich nicht nur in der optischen Achse kippen, sondern auch seitlich schwenken lässt. So bleibt der Bildschirm selbst bei angeschlossenen Kabeln nutzbar – ein Detail, das viele Filmer zu schätzen wissen. Auch der elektronische OLED-Sucher mit 5,76 Millionen Punkten punktet mit hoher Auflösung und Bildfrequenzen bis 120 fps.
Ein kleiner Nachteil bleibt: Der Monitor ist im Vergleich zur Konkurrenz etwas kleiner und hat eine geringere Auflösung. In der Praxis fiel das jedoch nur selten negativ ins Gewicht.
Wie leistungsstark ist der neue Sensor?
Die Lumix S1RII arbeitet mit einem neu entwickelten BSI-CMOS-Sensor mit 44,3 Megapixeln. Damit liegt sie leicht unter der Vorgängerin (47,3 MP), bietet aber einen größeren Empfindlichkeitsbereich von ISO 80 bis 51.200, erweiterbar bis ISO 102.400. Der integrierte Hybrid-Autofokus mit Phasendetektion, den Panasonic erstmals mit der S5II eingeführt hatte, ist ein entscheidender Fortschritt. Er arbeitet mit 779 Messfeldern und erkennt zuverlässig Menschen, Tiere und Fahrzeuge.
Im Test zeigte sich der Autofokus als treffsicher – allerdings fehlt noch eine automatische Motivumschaltung, wie sie etwa Canon anbietet. Dennoch: Für die meisten fotografischen Situationen ist das AF-System der S1RII mehr als ausreichend.
Was bietet die Kamera für Videofilmer?
Mit der Lumix S1RII führt Panasonic erstmals 8K-Videoaufzeichnung ein – ein großer Schritt für das Unternehmen, das sich traditionell stark im Videobereich engagiert. Die Kamera unterstützt 8K bei 30p (17:9 oder 16:9) in 10 Bit 4:2:0, wahlweise auch in Cinema-4K oder 5,9K bei bis zu 60p.
In der Praxis ließ sich laut Test etwa eine gute halbe Stunde in 8K/25p oder Cinema-4K/50p filmen, bevor sich die Kamera wegen Überhitzung abschaltete – ein typisches Verhalten bei spiegellosen Vollformatkameras in dieser Leistungsklasse.
Zudem bietet die S1RII zahlreiche Videofunktionen, darunter:
- Open Gate-Aufzeichnung im 3:2-Format
- Proxy-Video, Loop-Recording
- Tally-Lichter, False Color
- 32-Bit-Floating-Audio via XLR-Adapter
- Unterstützung für Apple ProRes Raw
- Integration in Adobe Frame.io und Capture One Tethering
Zukünftige Firmware-Updates sollen weitere Funktionen nachreichen, etwa Raw-Videoausgabe an externe Recorder oder Arri-LogC3.
Wie gut ist die Bildqualität wirklich?
Im Labortest bei digitalkamera.de wurde die Lumix S1RII im JPEG-Modus mit dem Lumix S 4/24-105 mm getestet. Die Auflösungswerte lagen bei ISO 100 leicht unter der Konkurrenz, überholten jedoch ab ISO 200 die Canon EOS R5 Mark II und hielten bis ISO 6400 ein sehr hohes Niveau.
Die Texturschärfe lag bei niedrigen ISO-Werten sogar über dem idealen Maximum – ein Hinweis auf stärkere Nachschärfungsartefakte, was mit Werten von 11 % Artefakten auch bestätigt wurde. Damit liegt Panasonic über Canon (10 %) und Sony (7,8 %).
Das Rauschverhalten war im Vergleich zur Konkurrenz etwas schwächer. Besonders auffällig war das stark zurückgehende Farbrauschen bei hohen ISO-Werten, das offensichtlich durch einen aggressiven Rauschfilter unterdrückt wird.
Unterm Strich platziert sich die S1RII bei der Bildqualität knapp vor der EOS R5 Mark II, bleibt aber etwas hinter der Sony Alpha 1 II, die mit einem höher auflösenden Sensor und einem aggressiveren Bildprozessor punktet.
Was sagen die Gesamtwertungen?
Die Gesamtnote der Panasonic Lumix S1RII im fotoMAGAZIN-Test liegt bei 95,0 % – „Super“, womit sie sich unter den besten derzeit erhältlichen Vollformatkameras einreiht. Nur die über 7.000 Euro teure Sony Alpha 1 II schneidet besser ab.
In der Einzelwertung:
- Bildqualität: 97,0 %
- Ausstattung und Bedienung: 93,3 %
- Geschwindigkeit: 98,0 %
Besonders hervorzuheben ist das exzellente Preis-Leistungs-Verhältnis: Mit einem Straßenpreis von rund 3.600 Euro bietet die S1RII viele Funktionen, die in der Konkurrenz deutlich teurer sind – ein Punkt, den fotoMAGAZIN explizit lobt.
Welche Kamera ist die richtige für wen?
Der Vergleich mit Modellen wie der Canon EOS R5 Mark II, Sony Alpha 1 II, Nikon Z8/Z9 oder Leica SL3 zeigt: Die Lumix S1RII positioniert sich zwischen professionellem Anspruch und bezahlbarem Preis. Sie ist damit interessant für:
- Ambitionierte Fotografen, die Wert auf Auflösung, Dynamikumfang und gute Videofunktionen legen.
- Videoprofis, die mit Funktionen wie Open Gate, 8K, LUTs, V-Log und hoher Bitrate arbeiten möchten.
- Hybrid-Filmer, die sowohl hochwertige Fotos als auch Bewegtbildproduktionen realisieren wollen.
Nicht ideal ist die Kamera für reine Sport- oder Actionfotografie – hier sind die schnelleren Alpha-Modelle mit ihrem Rolling-Shutter-Verhalten und schnelleren Serienbildraten überlegen.
Fazit: Wie gut ist die Lumix S1RII wirklich?
Mit der S1RII ist Panasonic ein großer Wurf gelungen. Sie vereint hohe Bildqualität, moderne Videofunktionen und eine durchdachte Bedienung in einem stabilen, aber nicht übermäßig schweren Gehäuse. Im Test von fotoMAGAZIN und digitalkamera.de zeigt sie sich in fast allen Disziplinen auf Augenhöhe mit der besten Konkurrenz – teilweise sogar überlegen.
Gerade in der Kombination aus Preis, Leistung und Ausstattung ist sie derzeit eine der attraktivsten Kameras im Segment der hochauflösenden Vollformatmodelle. Damit trägt Panasonic zur wachsenden Attraktivität des L-Systems bei – nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit mit Leica und Sigma, die das Objektivangebot stetig erweitern.
Kurz gesagt: Die Lumix S1RII ist nicht nur gut aufgelöst – sie ist auch gut durchdacht, gut ausgestattet und gut positioniert.