Computer Bild - 6 Energiemessgeräte Testsieger
6 Energiemessgeräte im Test-Vergleich von Computer Bild
06/2025 - Computer Bild
Inhaltsverzeichnis
Warum lohnen sich Strommessgeräte im Haushalt?
Wer Strom sparen will, muss wissen, wo der Verbrauch entsteht. Viele Haushaltsgeräte sind wahre Stromfresser – das gilt besonders für ältere Modelle wie Kühlschränke, Fernseher oder auch Beleuchtung. Ein Energiekostenmessgerät kann dabei helfen, den Überblick zu behalten. Es wird einfach zwischen Steckdose und Verbraucher geschaltet und zeigt wichtige Werte wie Verbrauch in Kilowattstunden, aktuelle Leistung, Spannung oder auch Stromkosten an. In einem aktuellen Vergleich hat COMPUTER BILD (Ausgabe 6/2025) sechs solcher Geräte getestet – mit spannenden Ergebnissen.
Wie wurde getestet – und worauf kam es an?
Im Mittelpunkt des Tests stand die Messgenauigkeit. Dafür setzte die Redaktion auf ein professionelles Referenzgerät im Wert von rund 43.000 Euro. Zusätzlich wurde geprüft, wie gut sich die Geräte bedienen lassen, welche Anzeigewerte verfügbar sind, wie hoch der Eigenverbrauch ausfällt und ob auch Dauerbelastungen von bis zu 3500 Watt problemlos überstanden werden. Alle Geräte im Test hielten diesen Belastungen stand.
Neben klassischen Modellen hat COMPUTER BILD auch smarte Steckdosen mit Strommessfunktion unter die Lupe genommen – eine interessante Alternative für alle, die ihre Geräte zusätzlich per App steuern wollen.
Welche Geräte konnten überzeugen?
Testsieger wurde der X4-Life Inspector III, der nicht nur besonders genau misst (Abweichung von nur 0,4 Prozent), sondern auch viele Werte anzeigt – von Spannung und Stromstärke bis hin zu Minimal- und Maximalwerten. Das Display ist groß und gut ablesbar, wenn auch ohne Hintergrundbeleuchtung.
Knapp dahinter landet der Revolt SD-2209-919 von Pearl, der als Preis-Leistungs-Sieger hervorging. Er misst fast genauso genau (0,5 Prozent Abweichung), ist einfach zu bedienen und bietet alle wichtigen Grundfunktionen – allerdings mit weniger Anzeigewerten als der Testsieger.
Solide Werte lieferten auch die Modelle von Hama und Brennenstuhl. Beide zeigen viele Messdaten an, messen mit 0,8 Prozent Abweichung zuverlässig und benötigen kaum Eigenstrom. Kritik gab es vor allem für die kleinen oder schlecht lesbaren Displays und etwas umständliche Menüführungen.
Etwas spezieller ist der Voltcraft SEM5000: Das teuerste Modell im Test punktet mit einem beleuchteten Display und als einziges mit einem SD-Karten-Slot für die Datenspeicherung. Zudem bietet es eine Prognosefunktion, mit der sich zukünftige Stromkosten berechnen lassen. Allerdings fiel die Messgenauigkeit mit 2,3 Prozent deutlich schwächer aus als bei der Konkurrenz.
Was bieten smarte Alternativen?
Neben den klassischen Messgeräten wurden drei smarte Steckdosen mit Strommessfunktion getestet. Diese lassen sich via App steuern und zeigen die Verbrauchswerte direkt auf dem Smartphone an. Besonders genau war die FritzDECT 210 von AVM, die mit nur 0,3 Prozent Abweichung glänzte und sich durch eine hohe Belastbarkeit (3450 Watt) sowie Integration ins Smart Home auszeichnet. Auch TP-Link Tapo P110 und Shelly Plug S Gen 3 überzeugten mit guter Messgenauigkeit und praktischen Funktionen – etwa Zeitsteuerung oder Verbrauchsdiagrammen.
Der Vorteil der smarten Lösungen liegt in der Fernsteuerung und automatisierten Steuerung – allerdings sind sie meist teurer und benötigen eine bestehende Infrastruktur wie einen WLAN-Router oder eine App.
Welche Daten zeigen die Geräte an – und wo sind die Unterschiede?
Nicht alle Energiekostenmessgeräte bieten den gleichen Funktionsumfang. Während der X4-Life Inspector III und der Voltcraft SEM5000 eine große Bandbreite an Daten anzeigen – von Spannung über Frequenz bis zu Stromkosten – sind die Modelle von REV Ritter oder Revolt reduzierter ausgestattet. Das kann für viele Anwendungsfälle jedoch ausreichen: Wer nur wissen will, wie viel Strom sein Fernseher verbraucht, braucht keine Maximalwert-Anzeige oder Messdauer in Stunden.
Ebenfalls wichtig: Wie verhalten sich die Geräte bei einem Stromausfall oder beim Herausziehen? Die meisten speichern die Daten intern, manche – wie der Voltcraft – sogar auf einer SD-Karte. REV Ritter hingegen zeigt nur dann etwas an, wenn der Stecker eingesteckt ist.
Wie benutzerfreundlich sind die Geräte?
Bei der Bedienung gibt es klare Unterschiede. Die besten Noten vergaben die Tester an den X4-Life Inspector III und den Revolt SD-2209-919: Beide lassen sich intuitiv bedienen und bieten ein gut ablesbares Display. Modelle wie der Brennenstuhl PM 231 E oder der REV Ritter Energiekostenmesser fielen dagegen durch kleine Displays oder eine unübersichtliche Menüführung auf. Auch die Eigenverbrauchswerte wurden gemessen – also der Strom, den das Messgerät selbst verbraucht. Hier lagen fast alle Geräte im Bereich von 0,3 bis 0,5 Watt. Nur der Voltcraft genehmigte sich mit 1,5 Watt deutlich mehr – ein Nachteil, wenn es um Dauerüberwachung geht.
Fazit: Wer braucht welches Gerät?
Die gute Nachricht zuerst: Alle getesteten Energiekostenmessgeräte arbeiten ausreichend genau, um realistische Rückschlüsse auf den Stromverbrauch zu ziehen. Wer viele Daten sehen will und Wert auf Übersichtlichkeit legt, sollte zum X4-Life Inspector III greifen. Wer möglichst günstig einsteigen will, fährt mit dem Revolt-Modell gut. Für Technik-Fans, die Daten exportieren und Stromkosten berechnen wollen, bietet der Voltcraft SEM5000 interessante Zusatzfunktionen – auch wenn er dafür etwas teurer ist.
Smarte Steckdosen lohnen sich vor allem dann, wenn man mehr Kontrolle und Komfort wünscht. Sie bieten zwar ähnliche Genauigkeit, lassen sich aber zusätzlich über das Smartphone steuern und ins Smart Home integrieren.