Cavallo - 7 Kappzäume Testsieger
7 Kappzäume im Test-Vergleich von Cavallo
09/2024 - Cavallo
Inhaltsverzeichnis
Kappzäume mit formbarem Naseneisen im Test
In der Welt des Pferdesports sind Kappzäume unerlässlich für das Longieren und die Ausbildung junger Pferde. Ein optimal sitzender Kappzaum ist dabei von entscheidender Bedeutung, denn nur so können die Hilfen präzise an das Pferd weitergegeben werden. Besonders spannend ist die Frage, ob ein Kappzaum mit flexiblem, formbarem Naseneisen wirklich die Lösung für den perfekten Sitz bei unterschiedlichen Pferdekopfformen bietet. Das Magazin Cavallo hat sieben verschiedene Kappzäume von fünf Herstellern getestet, um herauszufinden, ob diese Modelle den individuellen Anforderungen der Testpferde gerecht werden.
Die Herausforderung: Der passende Kappzaum
Den idealen Kappzaum für ein Pferd zu finden, gestaltet sich oftmals schwierig. Dies liegt vor allem daran, dass die Form des Naseneisens maßgeblich den Sitz des gesamten Zaums beeinflusst. Ein fester Sitz am Nasenrücken garantiert, dass der Kappzaum auch bei Bewegungen, wie dem Longieren, an Ort und Stelle bleibt. Wenn das Eisen nicht richtig sitzt, besteht die Gefahr, dass der Kappzaum verrutscht, was nicht nur störend ist, sondern auch die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd beeinträchtigt. Ein formbares Naseneisen, das sich individuell an die Kopfform des Pferdes anpassen lässt, scheint daher eine revolutionäre Lösung zu sein. Aber wie gut funktioniert das in der Praxis?
Der Test: Sieben Modelle im Vergleich
Zum Hinbiegen – unter diesem Titel testete Cavallo sieben Kappzaum-Modelle, die alle über ein formbares Naseneisen verfügen. Die getesteten Modelle stammen von verschiedenen Herstellern und umfassen sowohl Vollblut- als auch Warmblutgrößen. Zwei der Modelle, „Kenzie” und „Campo Flexi-Iron” von Signum, waren nur in der Einheitsgröße „Iberian” (VB–WB) erhältlich.
Für den Test wurden drei unterschiedliche Pferde mit jeweils verschiedenen Kopfformen ausgewählt:
- Lady, eine 1,65 cm große Warmblutstute mit einem kleinen, schmalen Kopf.
- Unesco, ein 1,44 cm großer PRE-Wallach mit einem kompakten Kopf.
- Bella, eine 1,80 cm große Warmblutstute mit einem besonders großen Kopf.
Testkriterien: Qualität, Handhabung und Passform
Die Bewertung der Kappzäume erfolgte in drei zentralen Kategorien:
1. Verarbeitung und Qualität
Zunächst wurde die sichtbare Qualität und Verarbeitung der Kappzäume überprüft. Dabei lag der Fokus auf der Robustheit der Materialien und der Präzision der Nähte, da ein langlebiger und gut verarbeiteter Kappzaum nicht nur sicherer, sondern auch angenehmer für das Pferd ist.
2. Handhabung
Im zweiten Schritt wurde untersucht, wie einfach sich die Kappzäume anlegen und verschnallen lassen. Besonders interessant war hier die Frage, wie leicht das Naseneisen per Hand in die gewünschte Form gebogen werden kann. In der Praxis sollten diese flexiblen Naseneisen es ermöglichen, den Zaum individuell an die Kopfform des jeweiligen Pferdes anzupassen.
3. Passform und Sitz beim Longieren
Das entscheidende Testkriterium war die Passform der Kappzäume. Dabei wurde nicht nur geprüft, ob die Riemen am Pferdekopf richtig sitzen, sondern auch, ob sich das Naseneisen wirklich so formen lässt, dass es perfekt zur Nasenform des Pferdes passt. Anschließend wurden die Zaumzeuge während des Longierens getestet, um zu sehen, ob sie stabil bleiben und die Hilfen des Longenführers korrekt übertragen werden.
Die Ergebnisse: Nicht alle überzeugen
Die Testergebnisse waren gemischt. Nur ein Kappzaum schaffte es, bei allen drei Testpferden so gut zu sitzen, dass er beim Longieren nicht verrutschte. Das lag in erster Linie daran, dass die Riemen eine an die Pferdegröße angepasste Länge hatten und das Naseneisen korrekt in Position gebracht werden konnte. Besonders entscheidend war, dass das Naseneisen die richtige Länge hatte, um sowohl Stabilität zu gewährleisten als auch Druck auf die empfindlichen Backenzähne zu vermeiden.
Modelle mit stabilerem Naseneisen
Die Modelle, deren Naseneisen aus einem festeren Material gefertigt waren, schnitten im Test besser ab. Diese Zäume saßen stabiler und blieben auch während der Longiereinheiten in Position. Pferdedentistin und Bitfitterin Dr. Johanna Probst betonte, dass der Nasenriemen nur dann locker verschnallt werden kann, wenn das Naseneisen perfekt passt. „Das gewährleistet die Stabilität des gesamten Zaums”, so Probst.
Wacklige Angelegenheiten: Weicheres Material enttäuscht
Modelle aus weicherem Material enttäuschten hingegen. Diese Kappzäume boten nicht genügend Stabilität, was dazu führte, dass die Hilfen weniger präzise beim Pferd ankamen. Die Pferde wirkten unruhiger und weniger zufrieden mit diesen Zäumen.
Fazit: Flexibilität allein reicht nicht aus
Der Test hat gezeigt, dass ein flexibles Naseneisen allein noch keinen perfekt sitzenden Kappzaum garantiert. Entscheidend ist, dass das Naseneisen nicht nur formbar, sondern auch stabil genug ist, um während des Longierens in Position zu bleiben. Von den getesteten Modellen konnte nur eines durchweg überzeugen und den Ansprüchen aller drei Testpferde gerecht werden.
Die Kombination aus qualitativ hochwertiger Verarbeitung, stabilen Materialien und einer flexiblen Passform ist der Schlüssel zu einem gut sitzenden Kappzaum. Der Test von Cavallo hat eindrucksvoll gezeigt, dass nicht alle Kappzäume mit formbarem Naseneisen diesen Anforderungen gerecht werden. Käufer sollten daher genau darauf achten, welches Pferdezubehör nicht nur flexibel, sondern auch stabil und gut verarbeitet ist, um das Beste für ihr Pferd zu gewährleisten.