Bergsteiger - 9 Bergschuhe Testsieger

9 Bergschuhe im Test-Vergleich von Bergsteiger

Bergsteiger

08/2025 - Bergsteiger

Welche Bergschuhe überzeugen im Hochgebirge?

Für alpine Touren abseits befestigter Wege, im Fels und Firn, auf Gletschern oder bei anspruchsvollen Aufstiegen braucht es mehr als einen stabilen Wanderschuh. Der Bergsteiger hat in seinem aktuellen Produkttest neun Modelle bedingt steigeisenfester Bergschuhe unter die Lupe genommen. Im Fokus standen Funktion, Komfort und Eignung für Hochgebirgsbedingungen – also genau jene Kriterien, die über Sicherheit und Gehkomfort in schwierigem Gelände entscheiden.

Der Test umfasst Schuhe der Kategorie B/C bis C/D – sie verfügen über eine steife Sohle und sind mit Korb- oder Kombisteigeisen kompatibel, ohne jedoch in die Kategorie schwerer Expeditionsstiefel zu fallen. Die Redaktion des Magazins Bergsteiger hat besonders auf das Zusammenspiel aus Stabilität, Bodengefühl, Abrollverhalten, Seitenhalt, Klettereigenschaften und Profilhaftung geachtet.

Worin liegen die größten Unterschiede zwischen den Modellen?

  1. Die Sohle: Steifigkeit und Präzision entscheiden: Je steifer die Sohle, desto präziser lässt sich ein Schuh auf Felskanten, in steilem Schnee oder mit Steigeisen führen. Modelle wie der Zamberlan Brenva GTX RR oder der Scarpa Zodiac Tech LT GTX bieten hier ein nahezu „technisches“ Gefühl. Weichere Sohlen – etwa bei Garmont – ermöglichen dagegen komfortableres Abrollen, was bei langen Abstiegen spürbare Vorteile bringt. Wichtig: Trotz der Steifigkeit erlauben viele Modelle durch leicht flexible Vorfußzonen ein natürliches Gehen, wie es etwa bei Aku, Mammut oder Salewa positiv auffiel.
  2. Das Profil: Haftung in Schnee, Geröll und auf Fels: Ein tiefes, grob gestaltetes Profil ist essenziell für sicheren Tritt. Im Test lagen die Stollenhöhen zwischen 4 und 5 mm, ergänzt durch Reibungszonen an Zehen- und Fersenbereich. Modelle wie Hanwag Makra Pro GTX oder Lowa Cevedale Pro GTX überzeugten mit einer ausgewogenen Mischung aus Kantengriff und Dreckabweisung – während z. B. der Asolo Freney Evo zwar extrem robust ist, aber bei weichem Untergrund Schnee und Dreck leichter festhält.
  3. Gewicht und Material: Textil oder Leder – was wiegt weniger? Die getesteten Schuhe wiegen zwischen 1370 und 1910 Gramm pro Paar (Größe 46). Dabei zeigte sich: Textilschuhe (z. B. Salewa, Scarpa) sind oft leichter, aber auch weniger abriebfest als Leder-Modelle (Hanwag, Asolo). Besonders leichte Varianten wie der Garmont Tower Trek GTX oder der Mammut Kento Advanced High GTX richten sich an Bergsportler, die Geschwindigkeit und Dynamik suchen, ohne auf Steigeisenoptionen zu verzichten.
  4. Komfort: Passform, Schnürung und Fußvolumen: Ein zentraler Punkt des Tests war die individuelle Anpassbarkeit. Schuhe wie der Aku Viaz DFS GTX oder der Mammut Kento setzen auf Schnellschnürsysteme, die den Sitz besonders schnell anpassen lassen – auch unterwegs. Modelle von Salewa und Lowa bieten zusätzlich Trennzonen in der Schnürung oder Klemmhaken, was eine gezielte Druckverteilung ermöglicht.

Unterschiede gibt es beim Fußvolumen: Scarpa, Mammut und Hanwag fallen eher schmal aus – ideal für Kletterpassagen oder Präzisionstritte. Zamberlan und Lowa hingegen bieten mehr Volumen, sind also besser für breitere Füße geeignet oder für Touren mit dicken Socken.

Für wen eignet sich welches Modell besonders gut?

Für alpine Allrounder und Hochtouren: Stabilität und Schutz

Wer regelmäßig im Hochgebirge unterwegs ist – mit Gletschern, ausgesetzten Graten und Steigeisen – findet in Modellen wie dem Lowa Cevedale Pro GTX, Hanwag Makra Pro GTX oder Zamberlan Brenva GTX RR verlässliche Partner. Diese Schuhe bieten ausgeprägte Seitenstabilität, robuste Konstruktion und sind voll steigeisenkompatibel (hinten). Der Fokus liegt hier klar auf Sicherheit und Halt, auch wenn das Gewicht höher ausfällt.

Für schnelle, leichte Touren mit Klettereinlagen: Präzision und Bodengefühl

Modelle wie der Aku Viaz DFS GTX, der Salewa Ortles Light Mid PTX oder der Scarpa Zodiac Tech LT GTX setzen auf ein feines Gespür für Untergrund, relativ geringes Gewicht und flexible Sohlenzonen. Wer viele leichte bis mittelschwere Touren macht, dabei auch kraxelt oder Zustiege mit Klettereinlagen hat, profitiert von der präzisen Führung und dem guten Kontakt zum Boden. Der Komfort auf längeren, flachen Strecken ist allerdings etwas reduziert.

Für lange Trekkingtouren mit anspruchsvollen Abschnitten: Komfort und Vielseitigkeit

Der Garmont Tower Trek GTX oder der Mammut Kento Advanced High GTX bieten eine ausgewogene Kombination aus Komfort, Gewicht und Funktionalität. Sie sind zwar keine reinen Kletterstiefel, erlauben aber den Einsatz von Steigeisen und meistern auch felsige Passagen. Besonders Touren mit viel Gepäck profitieren von der tendenziell weicheren Dämpfung dieser Modelle.

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