Audio & Stereoplay - 2 Radiant Acoustics Kompaktboxen Testsieger

2 Radiant Acoustics Kompaktboxen im Test-Vergleich von Audio & Stereoplay

Audio & Stereoplay

09/2025 - Audio & Stereoplay

Wer steckt hinter Radiant Acoustics – und warum lohnt ein Blick?

Eine neue Marke verspricht viel, doch bei Radiant Acoustics ist der Hintergrund bemerkenswert: Hinter den Dänen steht Peter Lyngdorf, bekannt durch DALI und Steinway Lyngdorf sowie engagiert in Projekten wie Purifi. Genau diese Nähe erklärt, warum AUDIO & STEREOPLAY die Kompaktlautsprecher Clarity 4.2 und Clarity 6.2 genauer geprüft hat – mit dem Anspruch, bezahlbares High End ohne Showeffekte zu liefern.

Was macht die Technik so ungewöhnlich?

Im Zentrum stehen Purifi-Treiber der Ushindi-Serie mit charakteristischer „Neutral-Surround“-Sicke und aufwendig kontrolliertem Antrieb. Ziel ist ein lineares Verhalten über den gesamten Hub und damit minimale Verzerrungen. Den Hochton übernimmt ein großformatiger AMT, bei der 6.2 zusätzlich in einen gefrästen Aluminium-Waveguide mit Lamellen eingebettet, damit der Übergang zum Tiefton kontrolliert bleibt. Passivmembranen arbeiten im Push-Pull und reduzieren Gehäuseresonanzen. AUDIO & STEREOPLAY hebt hervor, dass diese Bausteine nicht auf Effekte, sondern auf Präzision einzahlen.

Wie sind Verarbeitung und Design gelungen?

Skandinavisch reduziert, sauber ausgeführt, ohne sichtbare Schrauben: Die massive Aluminiumfront sorgt für Ruhe und verleiht den Gehäusen einen klaren Auftritt. MDF-Wände, innere Versteifungen und Basotect-Dämpfung bekämpfen Vibrationen, die Lackierung wirkt hochwertig. Die Rückseite bleibt bewusst schlicht – mit soliden Buchsen und einer großflächigen Metallplatte, auf der die Frequenzweiche sitzt. Das Ergebnis ist wohnraumtauglich, ohne das Technische zu verstecken. Genau diesen nüchternen Ansatz betont der Test von AUDIO & STEREOPLAY.

Wie klingen die Claritys im Hörraum?

Der Eindruck ist eindeutig: sehr neutral, sauber durchgezeichnet und beeindruckend schnell. Beide Modelle spielen tiefer, als ihre Abmessungen erwarten lassen, und verbinden den druckvollen Bass mit feiner Textur in den Mitten und einem detaillierten Hochton. Der Zugewinn an Kontur bleibt auch bei moderaten Pegeln erhalten, wo die Informationsfülle am besten greift. Die Lautsprecher sind damit eher „Klanglupen“ als Schönfärber – Aufnahmenqualität wird unmittelbar hörbar.

Welche Aufstellung passt – und was bedeutet das für den Raum?

Die Empfehlung lautet wandnah und nahezu parallel, mit eher neutraler bis leicht halliger Akustik. Ein Hörabstand ab rund zwei Metern (bei der 6.2 etwas mehr) lässt das Abstrahlverhalten homogen wirken. Wer stärker anwinkelt oder zu frei stellt, verliert etwas von der Balance im Übergang. Kurz: einfache, nachvollziehbare Regeln, die in vielen Wohnräumen praktikabel sind.

Welcher Verstärker harmoniert?

Beide Lautsprecher danken stabile Leistung. Die 4.2 verlangt spürbar kräftige, laststabile Amps mit eher wärmerer Gangart; die 6.2 ist effizienter und kommt mit etwas weniger Leistung aus, profitiert aber ebenfalls von Substanz und Kontrolle. Wer viel Pegel fährt oder dynamische Musik hört, sollte Reserven einplanen – nicht, um zu kaschieren, sondern damit die Schnelligkeit nicht ausgebremst wird.

Was sagt das Labor – und wie ordnet der Test das ein?

Die Messungen zeigen ausgewogene Frequenzgänge mit kleinen Senken im Präsenzbereich, saubere Abstrahlung und für die Größe beachtliche Tieftonreichweite. Die 6.2 bündelt im Hochton durch den Waveguide gezielter, was den Übergang glättet; die 4.2 bleibt breiter und gleichmäßig. Insgesamt bestätigt das Labor, was der Hörtest nahelegt: hohe Auflösung, starke Dynamik und sehr niedrige Eigenverfärbung. AUDIO & STEREOPLAY bewertet entsprechend überdurchschnittlich.

Ist der „Game-Changer“-Anspruch berechtigt?

Große Worte braucht es nicht. Entscheidend ist, dass Konzept, Chassis und Gehäuse zu einem sehr stimmigen Ganzen verschmelzen. Radiant Acoustics liefert Lautsprecher, die ohne Tuning-Tricks neutral, schnell und tiefreichend spielen – mit einer Verarbeitung, die dem Anspruch standhält. Genau das macht sie für Hörer interessant, die ehrliche Präzision suchen und bereit sind, in die passende Elektronik zu investieren.

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