Öko-Test - 17 Energydrinks Testsieger
17 Energydrinks im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
05/2025 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
Energydrinks im Test – Zwischen Energieboost und Gesundheitsrisiko
Was war Ziel des Tests?
Ökotest wollte herausfinden, wie gesundheitlich bedenklich gängige Energydrinks wirklich sind. Im Fokus standen dabei drei zentrale Fragen:
- Wie viel Zucker und Koffein steckt in den Drinks?
- Welche Zusatzstoffe sind enthalten – vor allem Süßstoffe, Vitamine und problematische Chemikalien?
- Wie sieht es mit der Belastung durch die Industriechemikalie Bisphenol A (BPA) aus, die in Dosenverpackungen stecken kann?
22 gängige Energydrinks wurden getestet – von bekannten Marken wie Red Bull, Monster und Rockstar bis zu Discounter-Produkten.
Warum sind Energydrinks ein Problem?
Energydrinks sind ein umstrittenes Produkt, besonders für Jugendliche. Sie enthalten oft viel Koffein, Zucker und Zusatzstoffe, die in Kombination Risiken bergen:
- Koffein: Eine 250-ml-Dose enthält rund 80 mg Koffein, etwa so viel wie eine Tasse Kaffee. Für Jugendliche können schon drei Dosen am Tag (750 ml) problematisch werden – ab dann wird der als sicher geltende Koffein-Tageswert der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überschritten.
- Zucker: Über die Hälfte der getesteten Drinks enthält mehr als 10 g Zucker pro 100 ml. Eine 250-ml-Dose bringt es also oft auf 8 Stück Würfelzucker – viel zu viel für die empfohlene Tagesdosis der WHO.
- Süßstoffe: Manche Hersteller setzen auf Süßstoffe wie Sucralose oder Acesulfam K, die zwar Kalorien sparen, aber den Geschmackssinn auf „süß“ trainieren – ein kritischer Aspekt gerade für Jugendliche.
- Vitamine: Viele Produkte sind mit B-Vitaminen angereichert. Ökotest kritisiert das als fragwürdiges Marketing – den Vitaminbedarf sollte man über eine gesunde Ernährung decken, nicht über Zuckerbomben.
BPA – der versteckte Risikofaktor
Der größte Aufreger im Test: In 20 von 22 Energydrinks fand Ökotest Bisphenol A (BPA) – oft in bedenklichen Mengen.
- BPA stammt meist aus den Lacken, die die Innenseiten von Dosen beschichten.
- BPA ist als hormonell wirksamer Stoff bekannt, kann die Entwicklung stören, die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, steht im Verdacht, Krebs zu fördern und das Immunsystem zu beeinflussen.
- Die EFSA hat den als „sicher“ geltenden Tageswert (TDI) für BPA drastisch gesenkt – schon eine Dose pro Tag kann bei Jugendlichen den Grenzwert überschreiten.
Besonders alarmierend: Selbst Hersteller, die behaupten, bereits auf BPA-freie Dosen umgestellt zu haben, liefern noch belastete Produkte. Die Übergangsfristen für das BPA-Verbot laufen noch bis 2026 – so lange bleibt BPA in vielen Dosen ein Problem.
Testergebnisse im Überblick
Das Gesamturteil ist ernüchternd:
- Kein Produkt schneidet besser ab als „ausreichend“.
- 18 von 22 Energydrinks erhielten die Noten „mangelhaft“ oder „ungenügend“.
- Nur zwei Drinks – darunter der Hell Energy Drink Classic und der Red Bull Energy Drink – bekamen ein „ausreichend“, weil sie entweder weniger BPA enthielten oder weniger Zucker.
Besonders schlechte Noten gab es für Produkte wie:
- Monster Energy
- WellMix Energy Drink (Rossmann)
- Crazy Wolf Energy Drink (Kaufland)
- Flying Power Energy (Aldi)
- und viele weitere Discounter-Drinks.
Sie alle fielen durch hohen BPA-Gehalt und/oder Zuckerbomben negativ auf.
Wer sollte Energydrinks meiden?
Ökotest und viele Experten sagen klar:
- Für Kinder, Jugendliche, Schwangere, Stillende und Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen sind Energydrinks nicht geeignet.
- Schon ab der dritten Dose pro Tag wird es für Jugendliche kritisch – Herzrasen, Schlaflosigkeit und im schlimmsten Fall Herzrhythmusstörungen sind mögliche Folgen.
Was empfiehlt Ökotest?
Ökotest fordert:
- BPA raus aus Dosen – jetzt! Die Hersteller müssen schneller umstellen und dürfen die langen Übergangsfristen nicht als Ausrede nutzen.
- Altersgrenzen für den Verkauf – ein Verkaufsverbot an Jugendliche ist überfällig.
- Weniger Zucker und keine Süßstoffe – vor allem Produkte für junge Zielgruppen sollten frei von gesundheitsschädlichen Mengen an Zucker und Süßstoffen sein.
- Verbraucherinformation – Warnhinweise sollten klar auf die Risiken hinweisen, idealerweise verpflichtend.
Fazit
Energydrinks bleiben ein problematisches Produkt – besonders für junge Menschen. Sie kombinieren hohe Koffein- und Zuckergehalte, riskante Zusatzstoffe und in vielen Fällen BPA aus der Verpackung. Selbst die „besseren“ Drinks im Test sind bestenfalls ein Notbehelf – ein gesundes, abwechslungsreiches Frühstück oder ein Glas Wasser sind immer die bessere Wahl als ein Energydrink.
Ökotest mahnt: Es braucht politische Regeln, bessere Kontrollen und einen bewussteren Umgang – Energie aus der Dose ist kein harmloser Spaß.