Öko-Test - 32 Naturtrübe Apfelsäfte Testsieger

32 Naturtrübe Apfelsäfte im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

11/2024 - Öko-Test

Testbericht „Naturtrüber Apfelsaft“ von Öko-Test: Schadstoffbelastung in konventionellen Säften, Bio-Optionen überzeugender

Naturtrüber Apfelsaft ist ein beliebtes Getränk, das sich aufgrund seiner vollen Fruchtgeschmack und seiner gesundheitlichen Vorteile großer Beliebtheit erfreut. Im Vergleich zu klarem Apfelsaft enthält naturtrüber Saft mehr gesunde sekundäre Pflanzenstoffe, die beim Filtern verloren gehen. Das Verbrauchermagazin Öko-Test hat im Oktober 2024 insgesamt 32 naturtrübe Apfelsäfte getestet, darunter 16 Produkte aus ökologischem und 16 aus konventionellem Anbau. Die Ergebnisse zeigen deutliche Qualitätsunterschiede: Während viele Bio-Produkte mit Bestnoten abschnitten, zeigten sich bei konventionellen Säften vielfach Rückstände von Pestiziden und das Schimmelpilzgift Patulin.

Bio-Apfelsäfte überzeugen mit geringen Schadstoffwerten

Öko-Test betonte die gesundheitlichen Vorteile von naturtrüben Säften und lobte die Bio-Produkte: Nur in einem einzigen Bio-Apfelsaft wurden geringe Pestizidrückstände gefunden. In den meisten Bio-Produkten war die Belastung so niedrig, dass 15 von ihnen mit der Note „sehr gut“ bewertet wurden. Neben der niedrigen Schadstoffbelastung bieten Bio-Säfte zudem weitere Vorteile für die Umwelt, insbesondere wenn sie aus Streuobstwiesen stammen. Diese Anbauweise unterstützt die Artenvielfalt und begünstigt den Erhalt alter Apfelsorten, die teilweise besser für Allergiker geeignet sind.

Konventionelle Apfelsäfte: Hohe Pestizidbelastung und Patulin-Funde

Fast alle konventionellen Säfte im Test enthielten Pestizidrückstände. In 14 konventionellen Apfelsäften wurden Rückstände von zwei bis sechs verschiedenen Pestiziden nachgewiesen. Besonders kritisch bewertete Öko-Test das Insektizid Acetamiprid, das in drei Produkten, darunter „Beckers Bester Naturtrüber Apfel“ und „Rewe Beste Wahl Direktsaft Apfel naturtrüb“, in abwertungsrelevanten Mengen gefunden wurde. Acetamiprid gehört zur Gruppe der Neonicotinoide, die für ihre bienenschädigenden Effekte bekannt sind und das Nervensystem von Insekten angreifen.

Eine weitere Belastung bei konventionellen Säften ist das Schimmelpilzgift Patulin, das bei sechs Produkten nachgewiesen wurde. Patulin ist ein Mykotoxin, das als erbgutverändernd und leberschädigend gilt. In besonders hohen Mengen fand sich Patulin im „Eos Bio Apfelsaft Naturtrüb“, dessen Gehalt am gesetzlichen EU-Grenzwert kratzte. Solche Belastungen entstehen oft schon auf dem Feld und lassen sich nur durch sorgfältige Ernte und Lagerung reduzieren.

Geringere Apfelernte und steigende Preise für Apfelsaft

Öko-Test weist darauf hin, dass die deutsche Apfelernte 2024 deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Obstbauern erwarten eine Ernte, die um rund 22 Prozent unter dem Vorjahr und sogar um 26,3 Prozent unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre liegt. Besonders in Bundesländern wie Thüringen und Sachsen kam es zu massiven Ernteausfällen, teils bis zu 60 Prozent. Während einige Apfelsafthersteller die Rohstoffe aus mehreren Ländern Europas beziehen, um Schwankungen auszugleichen, zeigt sich europaweit eine ähnliche Situation. Die Preise für Apfelsaft dürften daher in naher Zukunft deutlich steigen.

Schimmelpilzgift Mepiquat rückläufig

Ein weiterer Fortschritt gegenüber früheren Tests ist der Rückgang des Wachstumsregulators Mepiquat. In der vorherigen Testreihe hatten noch drei Apfelsäfte die zulässigen Rückstandshöchstmengen überschritten, doch in diesem Jahr war Mepiquat nur in wenigen Produkten und nur in Spuren vorhanden. Dieser Rückgang zeigt, dass Produzenten Maßnahmen ergreifen, um die Belastung mit unerwünschten Rückständen zu verringern.

Verpackungen: Umweltschädliche Materialien und ihre Auswirkungen

Neben den Inhaltsstoffen wurde auch die Umweltverträglichkeit der Verpackungen bewertet. Besonders kritisch sieht Öko-Test Einweg-Glasflaschen und PET-Einwegflaschen mit einem niedrigen Rezyklatanteil (weniger als 50 Prozent). Einweg-Glasflaschen, wie sie im „Edeka Bio Apfelsaft naturtrüb“ verwendet werden, belasten die Umwelt erheblich. Um eine bessere Umweltbilanz zu erreichen, wäre es laut Öko-Test sinnvoller, Mehrweg-Glasflaschen zu verwenden, die bis zu 50 Mal wiederbefüllt werden können.

Auch bei Kunststoffflaschen wünscht sich Öko-Test höhere Rezyklatanteile, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Einweg-PET-Flaschen mit weniger als 50 Prozent Recyclingmaterial schnitten im Test daher schlechter ab. Getränkekartons hingegen wurden als umweltfreundlichere Alternative bewertet, da sie in einer 2020 durchgeführten Studie des Ifeu-Instituts als mindestens gleichwertig mit Glas-Mehrwegverpackungen eingestuft wurden.

In den Deckeldichtungen einiger Glasflaschenprodukte wurden PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen gefunden, die bei der Entsorgung umweltschädlich sind. Öko-Test fordert die Hersteller auf, umweltfreundlichere Alternativen für die Deckelmaterialien zu finden, ohne die Sicherheitsfunktion zu beeinträchtigen.

Werbung mit Selbstverständlichkeiten und Deklarationsmängel

Einige Hersteller warben auf ihren Verpackungen mit Eigenschaften, die bereits gesetzlich vorgeschrieben sind, wie der Verzicht auf Zuckerzusatz, Farbstoffe und Konservierungsmittel. Öko-Test wertete diese Art der „Werbung mit Selbstverständlichkeiten“ ab, da solche Angaben die Verbraucher irreführend beeinflussen könnten.

Ein weiterer Kritikpunkt betraf die fehlende Deklaration „mild“ bei Produkten mit einem Gesamtsäuregehalt von weniger als vier Gramm pro Liter. Gemäß den deutschen Leitsätzen für Fruchtsaft und Fruchtnektar müsste ein derartiger Saft als „mild“ deklariert werden, was bei einigen Produkten jedoch nicht erfolgte. Der „Bio Sonne Bio-Saft Apfel naturtrüb“ von Norma war hiervon betroffen und erhielt daher Abzüge.

Fazit: Bio-Apfelsaft als gesündere und umweltfreundlichere Wahl

Zusammengefasst zeigt der Test von Öko-Test, dass Bio-Apfelsäfte aufgrund der geringeren Pestizid- und Schadstoffbelastung sowie der umweltfreundlicheren Verpackungen insgesamt besser abschneiden als konventionelle Produkte. Für Verbraucher, die auf Qualität und Nachhaltigkeit achten, sind Bio-Produkte daher die empfehlenswertere Wahl.

Die besten Deals aufs HandyBlitzangebote & echte Rabatte WhatsApp Telegram