Öko-Test - 18 Kinder- Zahnbürsten Testsieger

18 Kinder- Zahnbürsten im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

09/2024 - Öko-Test

Test von Ökotest: Kinderzahnbürsten 2024

Die Zahnpflege von Kindern stellt für viele Eltern eine Herausforderung dar. Neben dem richtigen Erlernen der Technik ist die Wahl der geeigneten Zahnbürste von zentraler Bedeutung. Das Verbrauchermagazin Ökotest hat im September 2024 einen Test zu Kinderzahnbürsten veröffentlicht, der auf die Bedürfnisse der Kleinen und mögliche Schadstoffe eingeht. Insgesamt wurden 18 Modelle verschiedener Marken hinsichtlich Handhabung und Materialqualität untersucht. Dabei erhielt der Großteil der Produkte eine Empfehlung, doch drei Produkte fielen in einzelnen Bereichen negativ auf.

Testkriterien und Methodik

Im Rahmen des Tests wurden die Borstenbeschaffenheit, die Griffigkeit und der chemische Inhalt der Zahnbürsten detailliert geprüft. Das Team von Ökotest beauftragte dazu einen Gutachter, der die Produkte unter einem Rasterelektronenmikroskop analysierte, um die Borstenenden auf Abrundung und mögliche scharfe Kanten zu überprüfen. Zusätzlich wurden die Produkte im Labor auf Schwermetalle, Weichmacher und andere gesundheitsschädliche Stoffe getestet.

Schadstoffanalyse

Glücklicherweise waren die Ergebnisse in Bezug auf Schadstoffe durchweg positiv: Keine der Zahnbürsten enthielt schädliche Substanzen wie Weichmacher oder polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Dies ist ein erfreuliches Ergebnis, besonders im Vergleich zu vorherigen Tests, die häufiger problematische Inhaltsstoffe aufdeckten.

Die besten Kinderzahnbürsten im Test

Von den 18 getesteten Modellen erhielten sieben Produkte die Bestnote „sehr gut“. Ein besonderes Merkmal dieser Bürsten war, dass sie trotz ihrer guten Qualität kostengünstig sind. Fünf der sieben „sehr gut“ bewerteten Zahnbürsten kosteten im Doppelpack weniger als 1 Euro. Dies zeigt, dass eine gute Zahnpflege für Kinder nicht teuer sein muss. Unter den Top-Produkten fanden sich Modelle der Marken Dentalux Kids, Dontodent Kids und Oral-B Kids.

Schwächen: Abrundung der Borsten und Handhabung

Ein kritischer Punkt, der bei einigen Kinderzahnbürsten zur Abwertung führte, war die mangelhafte Abrundung der Borsten. Besonders bei den Modellen Curaprox Kids Ultra Soft und Nickelodeon Paw Patrol Kids Toothbrush, Soft fiel auf, dass weniger als 50 % der Borstenenden ausreichend abgerundet waren. Dies könnte das empfindliche Zahnfleisch der Kinder verletzen, was zu einem Abzug von drei Noten im Bereich „Gebrauchseignung“ führte.

Ein weiteres Manko zeigte sich bei den Zahnbürsten mit auffällig gestalteten Griffen, wie etwa der Dr. Best Milchzahn-Zahnbürste, die mit einer großen Comicfigur am Griff ausgestattet ist. Während solche Designs bei Kindern beliebt sind, können sie die richtige Handhabung der Zahnbürste erschweren, da der Griff oft zu kurz oder unhandlich wird.

Sonderfälle: Besondere Borstenstrukturen

Einige Zahnbürsten im Test wiesen ungewöhnliche Borstenstrukturen auf, die von den herkömmlichen Bewertungsmaßstäben abwichen. So hatten die Modelle Signal Kinderzahnbürste, Conni, Ultra Soft und die Nano Zahnbürste für Kinder extrem dünne und spitz zulaufende Borsten. Diese wurden von den Testern als nicht bewertbar eingestuft, da sie nicht den üblichen Testkriterien entsprachen. Die Hersteller argumentierten, dass diese Borsten besonders schonend reinigen sollen, lieferten jedoch keine ausreichenden Belege, was zu einer Abwertung führte.

Empfehlungen für Eltern: Was beim Kauf zu beachten ist

Laut Dr. Lisa Hitschler, Molekularbiologin bei Ökotest, sollten Eltern auf einige wesentliche Punkte achten, wenn sie eine Zahnbürste für ihr Kind auswählen:

  1. Borstenabrundung: Wichtig ist, dass die Borstenenden gut abgerundet sind, um das empfindliche Zahnfleisch nicht zu verletzen.
  2. Bürstenkopf und Griff: Der Bürstenkopf sollte klein und abgerundet sein, damit auch die hinteren Zähne gut erreicht werden können. Ein abgewinkelter Kopf ist hier von Vorteil.
  3. Griffigkeit: Der Griff der Zahnbürste muss für kleine Kinderhände gut zu fassen sein. Zu sperrige Designs, etwa mit großen Comicfiguren, sollten vermieden werden, da sie die Handhabung erschweren.

Für die Putzroutine empfahl das Magazin das sogenannte KAIplus-System, bei dem Eltern sicherstellen, dass sowohl Kau-, Außen- als auch Innenflächen der Zähne geputzt werden. Dieses System kombiniert die Eigenleistung der Kinder mit dem gründlichen Nachputzen durch die Eltern.

Umweltaspekte: Nachhaltige Alternativen

Ein weiteres wichtiges Thema, das im Test behandelt wurde, ist die Nachhaltigkeit. Rund 44 Millionen Kinderzahnbürsten landen jährlich im Müll. Daher wurden auch Varianten aus alternativen Materialien wie Holz oder Bambus unter die Lupe genommen. Diese umweltfreundlichen Alternativen bieten eine Möglichkeit, Plastikmüll zu reduzieren, haben aber auch ihre Tücken. Holzzahnbürsten etwa können nach dem Gebrauch schimmeln, wenn sie nicht richtig getrocknet werden. Zudem bestehen die Borsten dieser Alternativen oft aus biobasierten Kunststoffen, die ähnlich wie herkömmliche Kunststoffe nur schwer abbaubar sind.

Fazit des Ökotest Kinderzahnbürsten-Tests

Der Test von Ökotest hat gezeigt, dass es eine breite Auswahl an kindgerechten und hochwertigen Zahnbürsten gibt. Viele der getesteten Modelle sind günstig und bieten dennoch hervorragende Qualität. Eltern sollten beim Kauf vor allem auf die Abrundung der Borsten, die Griffigkeit und die Schadstofffreiheit achten. Nachhaltige Alternativen bieten Potenzial zur Müllvermeidung, sind jedoch hinsichtlich der Borsten noch verbesserungswürdig.

Mit der richtigen Bürste samt passender Kinderzahnpasta und der Unterstützung der Eltern steht einer gründlichen und gesunden Zahnpflege nichts im Weg.

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