Öko-Test - 23 Tampons im Schwermetall-Test Testsieger
23 Tampons im Schwermetall-Test im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
09/2024 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
- Schwermetalle in Tampons: Ökotest gibt Entwarnung – Ein Überblick
- Hintergrund: Schwermetalle in Tampons?
- Der Test von Ökotest: 23 Tamponmarken unter der Lupe
- Entwarnung: Keine bedenklichen Schwermetallmengen in deutschen Tampons
- Bio-Baumwolle schneidet besser ab
- Antimon in konventionellen Tampons
- Blei in Tampons: Kein Anlass zur Sorge
- Keine Freisetzung von Schwermetallen
- Fazit: Keine Gesundheitsgefahr durch Tampons
- Empfehlungen für Konsumentinnen
- Schlussfolgerung: Tampons sind sicher
Schwermetalle in Tampons: Ökotest gibt Entwarnung – Ein Überblick
Tampons gehören zu den sensibelsten Hygieneartikeln für Frauen. Umso größer war die Aufregung, als eine US-Studie toxische Schwermetalle in diesen Produkten nachwies. Darunter fanden sich giftige Substanzen wie Arsen, Blei und Cadmium, die in Produkten nachgewiesen wurden, die direkt mit der empfindlichen Vaginalschleimhaut in Kontakt kommen. Ökotest reagierte auf diese Berichte und führte eine eigene Testreihe durch, um die Belastung von in Deutschland erhältlichen Tampons zu überprüfen.
Hintergrund: Schwermetalle in Tampons?
Die US-Studie, durchgeführt von der Columbia University, analysierte 30 Tampons von 14 Marken, darunter auch einige, die in Europa verkauft wurden. Untersucht wurden 16 verschiedene Elemente, darunter Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Arsen und Quecksilber. In jedem Tampon wurde mindestens eine der Substanzen gefunden, jedoch in Konzentrationen, die weit unter den geltenden EU-Grenzwerten lagen.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) bestätigte daraufhin, dass die Belastung der Tampons im Vergleich zu anderen Quellen, wie Lebensmitteln oder Trinkwasser, vernachlässigbar sei. Dennoch entschloss sich Ökotest, eigene Analysen durchzuführen, um Klarheit für deutsche Konsumentinnen zu schaffen.
Der Test von Ökotest: 23 Tamponmarken unter der Lupe
Für den Test wurden 23 Tampons der Größe „normal“ in Drogerien, Discountern und Supermärkten eingekauft, darunter sowohl bekannte Marken als auch Eigenmarken und neun Produkte aus Bio-Baumwolle. Die Produkte wurden auf insgesamt 17 Elemente untersucht, einschließlich der giftigen Schwermetalle, die bereits in der US-Studie getestet wurden. Zusätzlich wurde der Gehalt an Antimon überprüft, einem Spurenelement, das als Katalysator in der Polyesterproduktion eingesetzt wird. Polyester wird häufig in Vliesmaterialien verwendet, die den Saugkern vieler herkömmlicher Tampons umhüllen.
Entwarnung: Keine bedenklichen Schwermetallmengen in deutschen Tampons
Die Ergebnisse des Ökotests waren erfreulich: Obwohl in den meisten getesteten Tampons Spuren von Schwermetallen nachgewiesen wurden, lagen die Gehalte weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte und sogar den strengen Anforderungen des Umweltgütesiegels „Blauer Engel“ für Hygieneprodukte. Quecksilber und Selen konnten in keinem der Produkte nachgewiesen werden.
Bio-Baumwolle schneidet besser ab
Tampons aus Bio-Baumwolle schnitten tendenziell besser ab als konventionelle Produkte. In den Bio-Tampons wurden geringere Mengen an Schwermetallen wie Antimon, Blei und Cadmium gefunden. Dies deutet darauf hin, dass der ökologische Anbau und die Verarbeitung von Bio-Baumwolle weniger anfällig für Verunreinigungen durch industrielle Prozesse sind.
Antimon in konventionellen Tampons
Ein kritischer Punkt war der Nachweis von Antimon, das vor allem in Tampons mit einem Vlies aus Polyester nachgewiesen wurde. Das höchste Antimon-Aufkommen wurde bei den Satessa Tampons (Aldi-Eigenmarke) festgestellt. Wäre es extrahierbares Antimon, hätte das Produkt die Grenzwerte des Blauen Engels überschritten. Dennoch relativiert Ökotest dieses Ergebnis: Selbst wenn sich das gesamte Antimon aus den Tampons lösen würde – was als unwahrscheinlich gilt – müsste eine Frau mehr als 180 Tampons an einem Tag verwenden, um die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) tolerierte Tagesdosis von Antimon zu überschreiten.
Blei in Tampons: Kein Anlass zur Sorge
Auch Blei wurde in allen getesteten Tampons nachgewiesen, jedoch in sehr geringen Mengen. Ökotest stellte fest, dass man über Trinkwasser täglich eine weitaus höhere Menge an Blei aufnimmt als durch die Nutzung von Tampons. Zudem wurde in einer simulierten Schweißlösung, die den Kontakt von Tampons mit dem Körper nachahmt, keine nennenswerte Freisetzung von Schwermetallen festgestellt.
Keine Freisetzung von Schwermetallen
Um sicherzustellen, dass die Schwermetalle nicht in den Körper übergehen, untersuchte Ökotest die Tampons zusätzlich mit einer synthetischen sauren Schweißlösung. Hierbei stellte sich heraus, dass praktisch keine Schwermetalle aus den Tamponmaterialien herausgelöst wurden. Dies bedeutet, dass die gemessenen Schwermetallgehalte im Material selbst verbleiben und nicht in den Körper übergehen.
Fazit: Keine Gesundheitsgefahr durch Tampons
Ökotest gibt nach dem ausführlichen Test von 23 Tamponmarken Entwarnung: Auch wenn geringe Mengen von Schwermetallen in den Produkten nachgewiesen wurden, liegen diese weit unterhalb der Grenzwerte. Für Anwenderinnen besteht kein Grund zur Sorge, selbst bei konventionellen Produkten. Tampons aus Bio-Baumwolle weisen tendenziell eine geringere Belastung auf und sind daher für umweltbewusste Konsumentinnen eine gute Wahl.
Empfehlungen für Konsumentinnen
Für Frauen, die auf maximale Sicherheit achten und gleichzeitig umweltfreundlichere Produkte bevorzugen, sind Tampons aus Bio-Baumwolle eine empfehlenswerte Wahl. Diese Produkte zeigen in der Regel geringere Schwermetallbelastungen und werden häufig ohne den Einsatz von synthetischen Materialien hergestellt.
Für die Zukunft empfiehlt Ökotest den Herstellern, weiterhin auf Transparenz zu setzen und Rohstoffe auch auf Schwermetalle zu überprüfen. Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) spricht sich zudem dafür aus, die Zusammensetzung von Menstruationsprodukten verpflichtend zu deklarieren, um den Verbraucherinnen eine fundierte Kaufentscheidung zu ermöglichen.
Schlussfolgerung: Tampons sind sicher
Der Ökotest-Bericht zeigt deutlich, dass Tampons, sowohl konventionelle als auch solche aus Bio-Baumwolle, sicher sind und keine nennenswerte Gesundheitsgefahr durch Schwermetalle darstellen. Dennoch bleibt die Empfehlung, Produkte mit einem geringeren ökologischen Fußabdruck, wie Tampons aus Bio-Baumwolle oder wiederverwendbare Menstruationstassen, in Erwägung zu ziehen.