Öko-Test - 18 Beißringe Testsieger

18 Beißringe im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

08/2024 - Öko-Test

Beißringe im Test: Hilfe für zahnende Babys

Das Zahnen ist für Babys oft eine schmerzhafte Phase, die sowohl für sie als auch für ihre Eltern anstrengend sein kann. Beißringe gelten als beliebte Hilfsmittel, um den Druck auf das Zahnfleisch zu lindern und das Baby zu beruhigen. Doch wie sicher sind diese Produkte wirklich? Das ÖKO-TEST Magazin hat 18 verschiedene Beißringe aus Kunststoff, Silikon, Holz und Naturkautschuk getestet, um die besten und sichersten Modelle Für Eltern zu identifizieren. Der Test bewertet neben der Schadstofffreiheit auch die Umweltverträglichkeit und die Angaben der Hersteller.

Testmethodik: Strenge Prüfkriterien für Sicherheit und Schadstoffe

ÖKO-TEST hat die Zahnungshilfen auf Basis strenger Kriterien untersucht. Dazu gehörten chemische Analysen auf Schwermetalle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Weichmacher sowie physikalische Tests gemäß den europäischen Spielzeugrichtlinien (EN 71-1). Besonders im Fokus standen potenziell schädliche Inhaltsstoffe wie Siloxane und antimikrobielle Ausrüstungen auf Silberbasis. Zudem wurden alle Produkte auf die problematische Industriechemikalie Bisphenol A (BPA) geprüft.

Schadstofffreie Produkte sind für Eltern von besonderer Bedeutung, da Babys ihre Zahnungshilfen intensiv mit dem Mund bearbeiten. Auch das Thema Umweltfreundlichkeit spielte eine Rolle, da sich Siloxane und andere Stoffe in der Natur nur sehr schwer abbauen.

Die Testergebnisse: Mehrheit überzeugt, aber es gibt Ausnahmen

Die gute Nachricht vorweg: Bis auf ein Produkt schnitten alle Beißringe im Schadstofftest gut ab. Doch es gab auch Ausreißer, die den insgesamt positiven Eindruck trübten.

  • Babylove 2in1 Beißring, Stern (DM, 1,75 Euro) und der Babydream Kühlbeißring, Elefant (Rossmann, 1,99 Euro) erhielten Bestnoten. Sie sind schadstofffrei, sicher und entsprechen den europäischen Sicherheitsstandards. Auch die Reinigungshinweise der Hersteller sind klar und einfach.
  • Der Babynova Holz-Silikon-Beißring (8,99 Euro) und der Grünspecht Bio-Beißring, Schildkröte (6,99 Euro) schnitten ebenfalls sehr gut ab und bieten Eltern sichere Greiflinge aus Naturmaterialien wie Holz und Silikon.

Besonders positiv: Keiner der Beißringe im Test enthielt Bisphenol A. Diese Chemikalie, die hormonelle Störungen hervorrufen kann, wurde in der Vergangenheit oft in Kunststoffen verwendet. Mittlerweile verzichten die meisten Hersteller darauf, was der Test bestätigt.

Problemfälle: Übertriebene Hygiene und Silberbeschichtungen

Der Matchstick Monkey Antimikrobieller Beißring, Fudge Fox fiel durch die Verwendung von Silber als antimikrobielle Beschichtung negativ auf. Silber ist zwar wirksam gegen Bakterien, jedoch ist seine Verwendung in Alltagsgegenständen problematisch. Laut dem Umweltbundesamt können Silberverbindungen dazu beitragen, dass Bakterien Resistenzen entwickeln. Dies könnte die Gesundheit der Babys langfristig gefährden, weshalb ÖKO-TEST vor dem Einsatz solcher Technologien warnt. Der Beißring erhielt deshalb nur die Note „ausreichend“.

Auch der Sophie La Girafe Blätterbeißring aus Naturkautschuk (14,99 Euro) erhielt Abzüge, da ein Hinweis auf mögliche Allergien durch den verwendeten Kautschuk fehlte. Naturkautschuk kann bei manchen Kindern eine Latexallergie auslösen, daher sollten solche Produkte immer klar gekennzeichnet sein.

Umweltbelastung durch Siloxane

In einigen Silikonbeißringen wurden Siloxane (D5 und D6) nachgewiesen, darunter bei Produkten von Bieco und Haba. Siloxane sind nicht gesundheitsschädlich, aber sie reichern sich in der Umwelt an und bauen sich nur sehr langsam ab. Besonders problematisch ist dies, da viele der Beißringe, die Siloxane enthalten, als „umweltfreundlich“ beworben werden. Eltern, die Wert auf nachhaltige Produkte legen, sollten daher besonders auf diese Stoffe achten.

Reinigung: Was Eltern beachten sollten

Die Reinigung von Beißringen ist ein entscheidender Faktor, um die Hygiene sicherzustellen. ÖKO-TEST fand heraus, dass die Reinigungsempfehlungen der Hersteller oft stark variieren. Während einige Produkte problemlos in der Spülmaschine oder durch Auskochen sterilisiert werden können, erfordern andere eine schonendere Handhabung.

  • Modelle wie der Mam Cooler Beißring, Fuchs/Katze (8,29 Euro) können nur bei niedrigen Temperaturen in der Spülmaschine gereinigt werden.
  • Dagegen sind Beißringe aus Holz oder Naturkautschuk wie der Grünspecht Bio-Beißring besonders pflegeintensiv, da sie nur mit einem feuchten Tuch abgewischt werden dürfen.

Wichtig ist auch, dass Eltern auf die Hinweise zur Entsorgung bei Beschädigungen achten. Beißringe, die Risse oder andere Beschädigungen aufweisen, sollten sofort entsorgt werden, da sie eine Gefahr für das Kind darstellen könnten.

Empfehlungen für den Kauf von Beißringen

  1. Wählen Sie schadstofffreie Produkte: Achten Sie auf Modelle, die keine bedenklichen Stoffe wie BPA, Siloxane oder Silber enthalten. Beißringe aus Silikon oder Holz sind oft eine gute Wahl, da sie leicht zu reinigen sind und in der Regel keine problematischen Chemikalien enthalten.
  2. Vermeiden Sie antimikrobielle Ausrüstungen: Produkte, die mit Silber beschichtet sind oder andere antimikrobielle Technologien nutzen, sind in der Regel überflüssig und können sogar gesundheitliche Risiken bergen. Für die Hygiene reicht es aus, den Beißring regelmäßig zu reinigen.
  3. Beachten Sie die Reinigungshinweise: Überprüfen Sie, ob der Beißring spülmaschinenfest oder dampfsterilisierbar ist. Wenn ein Modell spezielle Pflege erfordert, sollten Sie dies vor dem Kauf bedenken.
  4. Verpackungshinweise sind wichtig: Achten Sie darauf, dass alle relevanten Informationen auf der Verpackung stehen. Dazu gehören Hinweise auf mögliche Allergien (z.B. bei Naturkautschuk) und auf die Entsorgung bei Beschädigungen.

Fazit: Sicher und schadstofffrei kauen

Der Test von ÖKO-TEST zeigt, dass Eltern auf eine breite Auswahl an sicheren und schadstofffreien Beißringen zurückgreifen können. Besonders Produkte aus Kunststoff oder Silikon, die ohne bedenkliche Zusätze auskommen, bieten eine gute Wahl. Antimikrobielle Technologien auf Silberbasis sind hingegen überflüssig und potenziell gefährlich. Auch die Umweltfreundlichkeit der Materialien sollte nicht vernachlässigt werden, da Stoffe wie Siloxane die Natur belasten.

Für Eltern, die auf der Suche nach einem sicheren Beißring sind, bieten die Testergebnisse eine wertvolle Orientierung. Produkte wie der Babydream Kühlbeißring oder der Babynova Holz-Silikon-Beißring zählen zu den Testsiegern und sind empfehlenswert, um den Zahnungsschmerz von Babys zu lindern – ohne dabei die Gesundheit oder die Umwelt zu gefährden.