Öko-Test - 22 Zwiebacks Testsieger
22 Zwiebacks im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
05/2024 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
Ökotest Test Zwieback: Gut geknuspert
Zwieback ist ein beliebter Snack für Kinder und wird oft bei Magen-Darm-Problemen empfohlen. Doch wie steht es um seine Inhaltsstoffe? In einem umfassenden Test hat Ökotest verschiedene Zwieback-Marken unter die Lupe genommen und dabei sowohl erfreuliche als auch bedenkliche Ergebnisse gefunden. Während die meisten Produkte gut abschnitten, gab es eine Marke, die durch Schimmelpilzgifte und problematische Pestizide negativ auffiel.
Zwieback als Kindersnack
Schon die Kleinsten lieben Zwieback. Das doppelt gebackene Feingebäck ist nicht nur lecker und knusprig, sondern lässt sich auch gut in Brei und Mus verarbeiten. Daher ist es ein idealer Einstieg in die feste Nahrung für Babys und wird von vielen Eltern dankbar ins Lebensmittelrepertoire aufgenommen. Zwieback ist auch bei Magen-Darm-Infekten beliebt, da er als besonders bekömmlich und stuhlfestigend gilt.
Zucker- und Salzgehalt
Zwieback ist jedoch nicht gleich Zwieback. Besonders bei den Produkten, die nicht speziell für Babys und Kleinkinder ausgelobt sind, zeigte sich ein hoher Zucker- und Salzgehalt. Während die speziell für Beikost entwickelten Produkte auf Zucker- und Salzzusätze verzichten, enthalten die anderen Marken teilweise bis zu sechs verschiedene Süßungsmittel. Ein Beispiel ist der Brandt Der Markenzwieback, der neben klassischem Industriezucker auch Glukosesirup, Traubenzucker, Invertzuckersirup, Gerstenmalzextrakt und Süßmolkenpulver enthält.
Ein gesunder Snack für Kinder?
Der hohe Zuckeranteil macht Zwieback nicht unbedingt zu einem gesunden Snack für Kinder. Brandt Der Markenzwieback und Goldähren Zwieback von Aldi enthalten jeweils 14 Gramm Zucker pro 100 Gramm, was deutlich mehr ist als der ungesüßte Holle Bio-Babyzwieback Dinkel, Demeter, der nur 1,8 Gramm Zucker enthält. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, weniger Zucker zu konsumieren, um Übergewicht zu vermeiden. Zwar liegen alle getesteten Produkte im Rahmen der WHO-Empfehlung, dennoch sind sie mit diesem Zuckeranteil nicht ideal für Babys und Kleinkinder.
Thiamin und Nährwertangaben
Produkte, die speziell für Babys und Kleinkinder ausgelobt sind, enthalten kein Zucker und Salz, sondern das essenzielle Vitamin B1 (Thiamin). Thiamin unterstützt den Körper bei der Energiegewinnung aus Kohlenhydraten und ist wichtig für die Entwicklung des Nervensystems. Ältere Kinder und Erwachsene sollten gezuckerten Zwieback besser maßvoll genießen. Ungesüßte Zwiebacke, die im Bio-Sortiment reichlich vorhanden sind, sind für alle Altersgruppen die gesündere Alternative.
Pestizide und Schimmelpilzgifte
Obwohl die meisten Zwieback-Marken im Test positiv bewertet wurden, gab es einige bedenkliche Inhaltsstoffe. Der Delverde Klassik Zwieback schnitt am schlechtesten ab, da das Labor zwei Pestizide und einen Wirkverstärker in Spuren nachwies, darunter Pirimiphosmethyl, das als hochgiftig für Bienen gilt. Außerdem zeigte die Analyse eine Belastung mit dem Schimmelpilzgift Deoxynivalenol (DON), das den Verdauungstrakt angreifen und das Nervensystem, die Blutbildung und das Immunsystem beeinträchtigen kann.
Cadmium-Belastung
Im Pural Dinkel Zwieback Natur, Demeter, ergab die Laborprüfung eine Belastung mit dem Schwermetall Cadmium, die den Grenzwert für Getreidebeikost für Säuglinge und Kleinkinder zu mehr als der Hälfte ausschöpft. Cadmium ist giftig für die Nieren und steht im Verdacht, fortpflanzungsschädlich zu sein. Es kommt häufig in Böden vor und kann so in die Pflanzen gelangen, die darauf wachsen.
Aromazusätze
Im Jeden Tag Zwieback wurde der Zusatz von Aroma kritisiert, da Aromastoffe verwendet werden, um Qualitätsunterschiede in der Rohware auszugleichen und die Produkte zu standardisieren. Diese Zusatzstoffe führen zu einer Note Abzug im Test.
Bewertungsgrundlage
Für die Bewertung der Zwiebacke hat Ökotest die offiziellen Grenz- und Richtwerte für Kleinkinder und Säuglinge zugrunde gelegt. Gerade die Kleinsten verzehren beim Beikoststart große Mengen getreidebasierter Nahrung, sodass die aufgenommene Menge an Schadstoffen nicht durch Snacks noch zusätzlich erhöht werden sollte.
Testmethodik
Für den Test wurden in (Bio-)Supermärkten und Drogerien insgesamt 22 Zwiebacke, darunter 16 Bio- und 6 konventionelle Produkte, eingekauft. Sieben davon sind explizit für das Beikostalter ausgelobt, die restlichen ohne Altersangabe. Im Labor wurden die Zwiebacke auf Mineralölkohlenwasserstoffe, Schwermetalle, Schimmelpilzgifte, Pestizide, Wachstumsregulatoren und Wirkverstärker sowie Acrylamid untersucht. Auch die Kunststoffbestandteile der Verpackungen wurden auf chlorierte Verbindungen getestet. Zudem wurden die Zutatenlisten auf Aromen, Süßungsmittel, Salz und den Ballaststoffgehalt überprüft. Wo Angaben fehlten, wurden sie beim Hersteller erfragt. Besondere Aufmerksamkeit galt auch der Deklaration von klimarelevanten Informationen und dem Nutriscore.
Fazit
Der Test zeigt, dass Eltern für ihre Kinder besser zu den speziell für Babys und Kleinkinder ausgelobten Produkten greifen sollten, die ohne Zucker- und Salzzusätze auskommen und wichtige Nährstoffe wie Thiamin enthalten. Auch für ältere Kinder und Erwachsene sind ungesüßte Zwiebacke die gesündere Wahl. Bei einigen konventionellen Marken sind jedoch bedenkliche Inhaltsstoffe wie Pestizide, Schimmelpilzgifte und Schwermetalle nachgewiesen worden, was deren Verzehr problematisch macht. Insgesamt bietet der Markt aber eine Vielzahl an guten Alternativen, besonders im Bio-Segment.