Öko-Test - 12 Fruchtriegel für Kinder Testsieger

12 Fruchtriegel für Kinder im Test-Vergleich von Öko-Test

Öko-Test

05/2024 - Öko-Test

Ökotest: Fruchtriegel für Kinder

Fruchtriegel gelten oft als gesunde Alternative zu Süßigkeiten und werden gerne als Snack für zwischendurch angeboten. Doch sind sie wirklich so gesund, wie sie vermarktet werden? Ökotest hat zwölf verschiedene Fruchtriegel für Kinder unter die Lupe genommen und dabei einige bedenkliche Ergebnisse gefunden. Die Untersuchung zeigt, dass viele dieser Riegel nicht nur eine Zuckerbombe darstellen, sondern auch mit Schimmelpilzgiften und Schwermetallen belastet sein können. Ein besonderes Augenmerk lag auf den Produkten von Bebivita und Rossmann, die besonders schlecht abgeschnitten haben.

Zuckerbomben im Test

Alle getesteten Fruchtriegel enthalten zu viel Zucker. Im Durchschnitt finden sich 42,6 Gramm Zucker pro 100 Gramm in diesen Snacks – das ist fast so viel wie in herkömmlichen Schokoriegeln. Dabei handelt es sich zwar hauptsächlich um Fruchtzucker aus den Hauptzutaten wie Apfelsaftkonzentrat und getrockneten Bananen, doch auch dieser kann gesundheitliche Probleme verursachen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder im Alter von ein bis drei Jahren eine maximale Zuckerzufuhr von 15 Gramm pro Tag. Die Fruchtriegel im Test enthalten pro 25-Gramm-Portion knapp zehn Gramm Zucker und erreichen damit schon über die Hälfte des empfohlenen Tageslimits.

Schimmelpilzgifte und Schwermetalle

Neben dem hohen Zuckergehalt sind auch die Belastungen durch Schimmelpilzgifte und Schwermetalle besorgniserregend. Drei Produkte im Test wiesen Schimmelpilzgifte wie HT-2 und T-2 auf, die den Verdauungstrakt schädigen und das Nerven- sowie Immunsystem stören können. Besonders betroffen war der Genuss Plus Kids Apfel Mango von Rossmann, der den TDI (Tolerable Daily Intake) zu mehr als der Hälfte ausschöpft. Zwei weitere Produkte, der Alnatura Banane Apfel Früchteriegel und der Bebivita Fruchtriegel Apfel-Banane, wiesen erhöhte Bleigehalte auf. Blei reichert sich im Körper an und kann insbesondere bei Kindern zu Nervenschäden führen. Der Bebivita-Riegel erhielt zudem Abzüge für zugesetztes Eisen, was vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als bedenklich eingestuft wird, da es bei Überversorgung zu Magen-Darm-Beschwerden und langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen kann.

Methodik des Tests

Die zwölf getesteten Fruchtriegel trugen alle Auslobungen wie „Kids“ oder „Kinder“ und hatten Altersempfehlungen ab dem zwölften Monat. Darunter waren elf Bio-Produkte, die in Drogerien, Supermärkten und Biomärkten zu Preisen zwischen 0,35 und 0,79 Euro pro 25 Gramm eingekauft wurden. Die Untersuchung erfolgte in verschiedenen unabhängigen Laboren. Die Riegel wurden auf Mykotoxine, Pestizidrückstände, Desinfektionsmittel, Mineralölbestandteile (MOSH/MOSH-Analoge sowie MOAH), und Schwermetalle wie Blei und Cadmium analysiert. Darüber hinaus wurden die Zuckergehalte gemessen und die Umweltauslobungen sowie gesundheits- und nährwertbezogene Angaben überprüft.

Gesundheitsrisiken und Empfehlungen

Die hohe Zuckerzufuhr durch Fruchtriegel kann zu Karies, Übergewicht und Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes führen. Auch die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein sieht die Fruchtriegel aufgrund des hohen Zuckergehalts lediglich als Alternative zu anderen Süßigkeiten, jedoch keinesfalls als Ersatz für frisches Obst.

Empfehlungen der Experten

Professor Berthold Koletzko vom Universitätsklinikum München rät aufgrund des hohen Zuckergehalts vom Verzehr der Fruchtriegel ab. Er kritisiert zudem, dass die Produkte trotz hoher Zuckermengen rechtlich als „ohne Zuckerzusatz“ ausgelobt werden dürfen, was irreführend sein kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Kinder nicht an eine hohe Zuckerzufuhr zu gewöhnen und rät von stark zuckerhaltigen Lebensmitteln ab.

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