Öko-Test - 20 Concealer Testsieger
20 Concealer im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
05/2024 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
Ökotest: Concealer-Test enthüllt Schwachstellen
Concealer sind ein fester Bestandteil jeder Make-up-Routine, da sie Rötungen, Unreinheiten und Augenringe zuverlässig abdecken. Doch hinter der makellosen Fassade der kleinen Tuben verbirgt sich oft mehr als nur kosmetische Magie. Ökotest hat 20 Produkte in hellen Farbnuancen wie „porcelain“, „ivory“ und „light“ getestet und dabei aufgedeckt, dass einige Produkte von namhaften Marken wie L'Oréal und Max Factor bedenkliche Inhaltsstoffe enthalten, die ihre Wirkung trüben. Dieser Bericht beleuchtet die Testmethoden, die Ergebnisse und die Auswirkungen auf Verbraucher und Umwelt.
Methodik des Tests
Ökotest schickte 20 Concealer, darunter acht mit Naturkosmetiksiegel, in verschiedene Labore zur Prüfung. Die getesteten Produkte wurden in Drogerien, Bio-Supermärkten, Discountern und online gekauft, mit Preisen zwischen 1,36 Euro und 31 Euro für jeweils 5 Milliliter. Dabei lag der Fokus auf hellen Farbvarianten. Die Labore untersuchten sie auf Formaldehyd/-abspalter, Chlorphenesin, deklarationspflichtige Duftstoffe, polyzyklische und Nitromoschusverbindungen sowie Schwermetalle wie Arsen, Blei, Antimon und Nickel. Außerdem wurde der Anteil von Nanomaterial bei eingesetztem Titandioxid überprüft.
Naturkosmetik punktet
Naturkosmetik schnitt im Test insgesamt gut ab. Alle Produkte mit Naturkosmetiksiegel, bis auf den Dr. Hauschka Concealer Macadamia 01, der aufgrund von Deklarations- und weiteren Mängeln nur „befriedigend“ bewertet wurde, erhielten die Bewertungen „sehr gut“ oder „gut“. Die geprüften Naturkosmetik-Produkteüberzeugten durch unbedenkliche Inhaltsstoffe und gute Hautverträglichkeit.
Konventionelle Alternativen enttäuschen
Im Gegensatz dazu zeigten viele konventionelle Concealer erhebliche Mängel. Der L’Oréal Infaillible 24h More Than Concealer (Farbton 320 Porcelain) erhielt die Note „ungenügend“. Ein Hauptkritikpunkt war der künstliche Moschusduft Galaxolid, der sich im menschlichen Fettgewebe und in der Umwelt anreichert und das Hormonsystem beeinträchtigen kann.
Problematische Inhaltsstoffe
- Formaldehyd/-abspalter: Drei Abdeckstifte (Nyx, Mac und Max Factor) enthielten Formaldehyd/-abspalter. Diese Stoffe gelten als Kontaktallergene und können Augenschäden und Hautreizungen verursachen. Sie haben daher nichts in Kosmetika zu suchen, die in die Nähe der Augen aufgetragen werden.
- Chlorphenesin: Das Labor fand Chlorphenesin in den Produkten von Mac, Max Factor und Manhattan. Dieser Konservierungsstoff kann Allergien auslösen und die Haut reizen. Die Konservierung ist zwar herausfordernd, aber andere Hersteller zeigen, dass es auch ohne problematische Substanzen geht.
- Weitere bedenkliche Stoffe:Der Douglas Ultimate Concealer (Farbton 10 Fair Beige) enthält den UV-Filter Ethylhexylmethoxycinnamat, dessen hormonelle Wirksamkeit im Tierversuch nachgewiesen wurde. PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen können, fanden sich in allen konventionellen Lösungen außer denen von Catrice, Essence und Rival de Loop. Synthetische Polymere, die die Umwelt belasten können, wurden ebenfalls häufig nachgewiesen.
Hygienische Versiegelung
Neun Concealer im Test waren nicht hygienisch versiegelt, was als weiterer Mangel gewertet wurde. Eine hygienische Versiegelung ist wichtig, um das Produkt vor Keimen zu schützen, die durch den Applikator ins Produkt gelangen können.
Noch mehr Schattenseiten
- Nanomaterialien: Ein weiteres Thema sind Nanomaterialien, die in einigen Concealern zur Verbesserung der Deckkraft eingesetzt werden. Titandioxid in Nanogröße gilt im Hautkontakt als sicher, muss aber in der Deklaration kenntlich gemacht werden. Beim Dr. Hauschka Concealer Macadamia 01 fehlte diese Angabe.
- Umweltbelastung durch Verpackungen: Die Kunststoffverpackungen wurden standardmäßig auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen geprüft. Zudem fragten die Tester die Hersteller nach dem Anteil recycelter Kunststoffe in den Tuben. Eine transparente Deklaration und umweltfreundliche Verpackungen sind für eine nachhaltige Kosmetikindustrie essenziell.
Verbraucher sollten kritisch wählen
Die Ergebnisse des Ökotest zeigen deutlich, dass Verbraucher bei der Wahl ihres Korrekturstifts auf die Inhaltsstoffe achten sollten. Naturkosmetik bietet hier oft eine unbedenklichere Alternative zu konventionellen Produkten. Verbraucher sollten auf deklarierte Inhaltsstoffe und eventuell problematische Konservierungsmittel achten, um gesundheitliche Risiken zu minimieren. Transparenz bei den Inhaltsstoffen und der Verpackung ist entscheidend für eine verantwortungsbewusste Kaufentscheidung.