Öko-Test - 19 Melatonin-Sprays Testsieger
19 Melatonin-Sprays im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
10/2025 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
Wie sinnvoll sind Melatonin-Sprays für besseren Schlaf?
Melatonin-Sprays gelten als unkomplizierte Hilfe bei Einschlafproblemen. In Apotheken, Drogerien und Online-Shops werden sie intensiv beworben – oft mit dem Versprechen, den natürlichen Schlafrhythmus zu unterstützen. Doch ein aktueller Test von ÖKO-TEST zeigt: Der Nutzen dieser Präparate ist gering, das Risiko dagegen nicht zu unterschätzen. Von 19 getesteten Produkten fielen 16 durch – entweder mit „mangelhaft“ oder sogar „ungenügend“.
Wie wirkt Melatonin – und für wen ist es gedacht?
Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das bei Dunkelheit ausgeschüttet wird und den Tag-Nacht-Rhythmus steuert. Für bestimmte Patientengruppen – etwa ältere Menschen mit Insomnie oder Kinder mit neurologischen Erkrankungen – kann Melatonin unter ärztlicher Aufsicht hilfreich sein. Doch die frei verkäuflichen Sprays richten sich vor allem an gesunde Erwachsene mit gelegentlichen Schlafproblemen. Dabei zeigen Studien nur eine geringe Wirkung: Im Schnitt verkürzt sich die Einschlafzeit um wenige Minuten. Gleichzeitig kann das Hormon auch am nächsten Morgen noch nachwirken – mit möglichen Nebenwirkungen wie Benommenheit oder verminderter Konzentrationsfähigkeit.
Was sagen die Inhaltsstoffe über Qualität und Sicherheit aus?
Die Testergebnisse zeigen große Unterschiede zwischen Deklaration und tatsächlichem Gehalt an Melatonin. Bei vielen Produkten lagen die Abweichungen im zweistelligen Prozentbereich. Einige überschritten sogar die Grenze von einem Milligramm pro Dosis – was aus Sicht vieler Aufsichtsbehörden bereits den Übergang zum Arzneimittel bedeutet. Auch Süßstoffe und Zusatzstoffe wie Polysorbat 80 fanden sich in mehreren Sprays – beides Stoffe, die kritisch bewertet werden, insbesondere in Hinblick auf mögliche Auswirkungen auf die Darmflora.
Fehlen wichtige Warnhinweise auf den Verpackungen?
Ja. Kein einziges Produkt im Test enthielt alle Hinweise, die laut Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) notwendig wären. Besonders problematisch: Weniger als die Hälfte warnen vor einer möglichen Beeinträchtigung beim Autofahren, kaum ein Produkt nennt alle Risikogruppen – etwa Kinder, Schwangere oder Personen mit Autoimmunerkrankungen. Nur drei Anbieter zeigten sich im Test offen für Nachbesserungen. Für Verbraucher*innen bedeutet das: Der Kauf solcher Sprays sollte gut überlegt sein – und keinesfalls die erste Maßnahme bei Schlafproblemen darstellen.