CT Magazin - 2 USB4-SSDs Testsieger
2 USB4-SSDs im Test-Vergleich von CT Magazin
In diesem Vergleich wurden getestet:
14/2025 - CT Magazin
Inhaltsverzeichnis
Wie schnell sind USB4-SSDs wirklich?
Mit USB4 etabliert sich ein neuer Übertragungsstandard, der nicht nur für Notebooks und Dockingstationen relevant ist, sondern auch bei externen SSDs zunehmend Einzug hält. Die Redaktion von c’t hat zwei aktuelle USB4-Modelle unter die Lupe genommen: Die „Extreme Pro with USB4“ von Sandisk und die „Turbometal SSD mit USB 4.0“ von Verbatim. Die zentrale Frage: Können diese Laufwerke die enormen theoretischen Transferraten auch in der Praxis umsetzen?
Was ist das Besondere an USB4?
USB4 bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: hohe Transferraten von bis zu 40 Gbit/s, Unterstützung für PCIe-Tunneling und Displayport sowie bessere Energieversorgung. Das alles funktioniert über den bekannten USB-C-Anschluss. Im Vergleich zu Thunderbolt 4 ist USB4 günstiger in der Herstellung – und damit auch im Verkauf. Während Thunderbolt-SSDs oft preislich im Profi-Bereich angesiedelt sind, sollen USB4-SSDs eine ähnliche Leistung zu einem breiteren Markt bringen.
Laut c’t ist USB4 mittlerweile in vielen modernen Notebooks Standard. Die Redaktion testete die beiden SSDs sowohl an einem Acer-Notebook mit USB4 als auch an einem Thunderbolt-4-System, um verschiedene Szenarien zu berücksichtigen.
Wie wurde getestet?
Wie üblich setzte c’t auf eine Kombination aus synthetischen Benchmarks und Praxisdaten. Neben Programmen wie Iometer und H2testw wurden reale Kopiervorgänge durchgeführt – etwa große Videodateien und viele kleine Dokumente. Ein besonderes Augenmerk galt dabei den Unterschieden zwischen theoretischer Maximalleistung und Alltagstauglichkeit.
Dabei zeigte sich: Beide getesteten SSDs schöpfen bei sequentiellen Transferraten das Potenzial von USB4 nahezu aus – etwa 3,5 bis 3,8 GByte/s beim Lesen und Schreiben großer Dateien. Unterschiede wurden erst dann deutlich, wenn die Geräte unter typischen Alltagsbedingungen getestet wurden, etwa beim Kopieren vieler kleiner Dateien oder im Dauerbetrieb.
Wo liegen die Schwächen?
Trotz der hohen Leistung im Idealzustand offenbarten sich in der Praxis klare Unterschiede. Die Sandisk-SSD zeigte Schwächen beim Schreiben kleiner Dateien: In einem Testsegment mit vielen Minifiles sank die Schreibrate auf unter 5 MByte/s – ein überraschend schwacher Wert für ein High-End-Gerät. Bei der Verbatim-SSD wiederum fiel auf, dass sie sich schon im Leerlauf merklich erwärmte und ein interner Lüfter ansprang – allerdings nur an Thunderbolt-Ports, nicht bei USB4-Anschlüssen.
Auch unter Dauerlast, etwa bei zufälligen Zugriffen mit hoher Anfragetiefe, zeigte die Verbatim-SSD thermisch bedingte Einbrüche. Nach etwa 15 Sekunden Dauerbelastung sank die Leistung deutlich – laut c’t zwar in der Praxis kaum relevant, aber ein Hinweis auf die thermische Architektur des Geräts.
Was verraten die Hersteller – und was nicht?
Die Transparenz über die verbauten Komponenten ist bei vielen externen SSDs weiterhin gering. Sandisk dürfte auf eigene Speicherchips und Controller setzen – bestätigt wird das vom Hersteller nicht. Bei Verbatim lässt sich zumindest ableiten, dass ein Maxiotek-Controller verbaut ist, der vermutlich mit Flash-Speicher von YMTC kombiniert wird. Genaue Angaben fehlen aber auch hier.
Das Thema Stromverbrauch blieb im Test außen vor: Sobald ein Messgerät in die Datenleitung integriert wurde, sank die Übertragungsgeschwindigkeit drastisch – womit eine verlässliche Aussage über die Leistungsaufnahme nicht mehr möglich war. c’t verweist jedoch auf laufende Entwicklungen von Messsystemen, die für USB4 und spätere Standards besser geeignet sein sollen.
Kommt bald noch mehr Tempo?
Die Zukunft gehört wohl USB4 2.0: Microsoft hat im März ein Update für Windows 11 veröffentlicht, das diese nächste Generation unterstützt – auch wenn es noch keine verfügbare Hardware dafür gibt. USB4 2.0 verspricht Transferraten von bis zu 80 Gbit/s, was die Leistungsfähigkeit externer SSDs erneut verdoppeln könnte.
Zugleich kündigte Controller-Hersteller Phison mit dem PS2251-21 einen Chip an, der als Ein-Chip-Lösung ohne PCIe-Umweg direkt USB4 spricht. Erste SSDs mit diesem Controller sollen noch 2025 erscheinen – mit bis zu 8 TByte Speicherkapazität und 4 GByte/s Transferrate.
Was bedeutet das für Käufer?
Auch wenn USB4-SSDs theoretisch gleich schnell sind, ist die praktische Leistung stark vom Einsatzzweck abhängig. Die Redaktion von c’t betont, dass Unterschiede vor allem dann spürbar werden, wenn viele kleine Dateien verarbeitet oder lange Datenströme dauerhaft geschrieben werden müssen.
Im Alltag empfiehlt sich daher ein Blick auf das eigene Nutzungsverhalten:
- Wer regelmäßig große Video- oder Backupdateien sichert, wird mit der Sandisk-SSD zufrieden sein – vor allem wegen der hohen sequenziellen Schreibleistung.
- Für klassische Office- und Multimedia-Aufgaben reicht auch die günstigere Verbatim-SSD, sofern man mit dem Lüftergeräusch leben kann.