CT Magazin - 4 E-Bike-Motoren Testsieger

4 E-Bike-Motoren im Test-Vergleich von CT Magazin

CT Magazin

09/2025 - CT Magazin

Welche E-MTB-Antriebe haben die meiste Power?

Im aktuellen Vergleichstest von Robin Brand und Steffen Herget müssen die beiden Marktführer Bosch und Shimano gegen die Newcomer DJI und Hepha antreten. Bosch hat mit seinem neu aufgelegten Performance Line CX den stärksten Pedelec-Motor überarbeitet und ihm ein leiseres Leerlaufverhalten spendiert. Shimano kontert mit dem EP801 und 85 Nm Drehmoment. DJI setzt mit seinem Avinox M1 gleich auf 105 Nm bzw. kurzzeitig sogar auf 120 Nm und ist mit 2,52 kg der leichteste im Feld. Hepha mischt mit dem P101 in Europa auf und liefert ebenfalls bis zu 90 Nm aus einem nur 2,8 kg schweren Gehäuse.

Was spürt man beim Fahren?

Bosch und Shimano schieben das Bike mit souveräner Geländegängigkeit nach oben, sie vermitteln vor allem in den mittleren Fahrmodi eine traktorenhafte, gleichmäßige Unterstützung. Wer es direkter mag, findet im Hepha-System den dynamischsten Antrieb ­– er reagiert schon im Eco-Modus kraftvoll auf Muskelkraft. Am beeindruckendsten, sowohl bei Anstiegen als auch im Zwischenspurt, agiert DJI: Ein kurzer Druck auf den Boost-Knopf sorgt für eine brachiale Schubwelle von bis zu 1 000 W und lässt so selbst steile Passagen zur leichten Übung ­werden.

Wie groß ist die Reichweite?

Trotz des nominal zweitkleinsten Akkus legte das Hepha-Rad im Test mit etwa 80 km die längste Strecke zurück. DJI folgt nur wenig dahinter, während Bosch mit seinem 600-Wh-Pack bei kalten Temperaturen bereits nach 40 km schlappmacht. Shimano bewegt sich mit seinem 800-Wh-Akku in einem guten Mittelfeld, verbraucht bergauf jedoch am meisten – etwa 15 Wh pro Kilometer.

Welche Rolle spielen Apps und Extras?

Shimano und Hepha bieten in ihren Konfigurations-Apps nur das Nötigste: Unterstützungsstufen lassen sich fein justieren, detaillierte Navi-Funktionen fehlen. Deutlicher schlägt Bosch zurück: Mit der kostenlosen Flow-App lassen sich Fahrmodi, Tourenplanung, Diebstahlschutz und automatische Gangschaltung steuern – wer alle Features wie das GPS-Modul nutzen will, zahlt im Zusatzabo. DJI verpackt in seiner App beinahe noch mehr Daten, von Diebstahlsicherung über Sensor-Statistiken bis zu Online-Trackaufzeichnung und Display-Navigation.

Wer setzt sich durch?

Im Test von Robin Brand und Steffen Herget hat jede Lösung ihre Stärken. Bosch und Shimano punkten durch das breiteste Händler- und Servicenetz. Hepha begeistert Sportler mit einem lebhaften, packenden Ansprechverhalten. DJI hingegen drückt mit dem leichtesten Motor die härtesten Anstiege weg und kombiniert das mit einer App-Welt, die kaum Wünsche offenlässt. Wer reine Treib-Power sucht, wird beim DJI Amflow fündig. Wer dagegen auf ein breites Händler-Ökosystem und eine ausgewogene Performance setzt, liegt mit Bosch- oder Shimano-Systemen richtig. Und wer einfach nur Spaß am dynamischen Pedaltreten hat, sollte das Hepha-Rad ausprobieren. Dieser Test wurde von Robin Brand und Steffen Herget im c’t-Labor durchgeführt.

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