CT Magazin - 2 Radcomputer Testsieger

2 Radcomputer im Test-Vergleich von CT Magazin

CT Magazin

03/2025 - CT Magazin

Wo liegen die Vorteile von XXL-Displays am Lenker?

Garmin und Wahoo haben ihre neuesten Radcomputer nicht einfach nur größer gerechnet – sie stecken 3,5- und 3,8-Zoll-Displays in robuste Gehäuse, die eher an erste Smartphones erinnern als an klassische Fahrradgetestos. In unserem c’t-Test wurden Edge 1050 und Elemnt Ace gegen die günstigeren Mittelklasse-Modelle antreten gelassen. Das Ergebnis: Auf den riesigen Bildschirmen sieht man nicht nur auf einen Blick viel mehr Kartenausschnitt und Fahrdaten, sondern navigiert auch deutlich komfortabler. Detailarme Mäusekinos wie beim Bolt oder Edge 540 kosten zwar nur die Hälfte, erfordern aber häufiges „Scrollen“ und genaues Hinsehen – auf Tour oder beim Rennradfahren nicht immer die angenehmste Übung. Die Testergebnisse stammen aus ausgiebigen Praxistouren mit beiden Geräten sowie parallel geführten Vergleichsfahrten auf dem Trail und im Straßengewirr.

Klingeltöne und Sprachansagen – Luxus oder Club der Vernetzten?

Sowohl Garmin als auch Wahoo haben dem Ace und dem Edge 1050 eine „virtuelle Klingel“ und Sprachansagen spendiert. Ein Fingerwisch ans Display oder ein Tipp auf die Front löst einen Glocken-„Ping“ aus, um Fußgänger zu warnen – eine nette Dreingabe, die aber keinesfalls die physische Glocke ersetzt. Noch spannender ist die Routenführung per Stimme, die auf dem Edge 1050 auf Deutsch funktioniert, beim Ace bislang nur in englischer Version. In der Praxis sind beide Features kaum Alltagspflicht, aber sie zeigen, wie sehr sich die Hersteller der „Connected Bike“-Idee verschrieben haben.

Wie intuitiv sind Touch und Tasten wirklich?

Wahoo setzt auf große Hardwaretasten unter dem Display, die das Blättern zwischen Datenseiten und die Zoom-Funktion quasi blind erlauben. Garmin zieht Gesten-­Wischer übers Menü vor und versteckt Start/Stopp sowie Rundentaste eher unauffällig an den Bildschirmecken. Im Test erwies sich das Wahoo-Konzept als flotter Einstieg, besonders mit Handschuhen und im Regen – der Ace lässt sich dank seiner perfekt positionierten Druckschalter nahezu blind bedienen. Beim Edge 1050 muss man schon mal hingucken, um nicht versehentlich das Overlay‐Menü zu öffnen. Wer sich aber erst einmal in die Garmin-Steuerung eingefuchst hat, profitiert von den unzähligen Mikro-Einstellungen, die jenseits der Grundfunktionen für ambitionierte Radler bereitstehen.

Ist das Mehr an Funktion den Aufpreis wert?

Mit Preisen von rund 600 Euro für den Ace und circa 700 Euro für den Edge 1050 spielen beide Modelle in der Königsklasse. Abseits der riesigen Bildschirme gibt es viele Details, die den Preis rechtfertigen: von der Unfall-Notfallfunktion über Live-Tracking bis zu individuellen Trainingsplänen in der Garmin-App. Dennoch sind beide so schwer, dass sie wohl eher auf Tourenrädern und E-Bikes landen als an Federleicht-Rennrennern. Wer nur Routen aufzeichnen und Basis-Navigation sucht, findet in Bolt und Edge 540 für unter 300 Euro inzwischen ein erstaunlich rundes Paket.

Wen spricht das Luxus-Segment wirklich an?

Unser c’t-Test mit ausführlichen Streckenversuchen auf Asphalt und Schotter zeigt: Wer auf jede Grammersparnis pocht, greift lieber zu Mittelklasse-Radcomputern. Alle anderen, die entspannte Navigation, große Karteneinblicke und ein scharfes Display als echten Komfortgewinn empfinden, werden mit Edge 1050 und Elemnt Ace glücklich. Einsteiger finden beim Ace den leichteren Zugang, Profis und Vielnutzer das breitere Funktionsspektrum im Garmin-Kosmos.