Computer Bild - 2 Smarte Dashcams von Nextbase Testsieger

2 Smarte Dashcams von Nextbase im Test-Vergleich von Computer Bild

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06/2025 - Computer Bild

Wie gut sind die neuen Dashcams von Nextbase wirklich?

Computer Bild hat zwei neue Modelle der britischen Marke Nextbase getestet, die mit kompaktem Design und praktischen Funktionen im unteren Preissegment punkten sollen. Die Nextbase Piqo 1K und Piqo 2K treten an, um moderne Dashcam-Technologie auch für kleinere Budgets verfügbar zu machen. Doch wie viel Technik steckt tatsächlich in den kleinen Geräten? Und können sie im Alltag überzeugen? Der Test von Computer Bild gibt darauf ausführlich Antwort.

Können die Piqo-Modelle mit teureren Dashcams mithalten?

Nextbase hat mit der iQ kürzlich eine smarte Premium-Dashcam auf den Markt gebracht, die unter anderem mit Radar-Rundumüberwachung und mobiler Internetverbindung ausgestattet ist – allerdings auch entsprechend teuer. Mit den neuen Piqo-Modellen zielt der Hersteller auf ein preisbewusstes Publikum. Die Piqo 1K bietet eine maximale Auflösung von 2560 x 1080 Pixeln und kostet zum Marktstart 119 Euro. Die Piqo 2K mit 2560 x 1440 Pixeln ist für 149 Euro erhältlich.

Beide Modelle verzichten auf ein Display, setzen aber auf eine durchdachte App-Steuerung. In Sachen Optik und Bauform unterscheiden sich 1K und 2K nicht. Beide sind mit nur 4 x 10 x 4 Zentimetern äußerst kompakt. Die Halterung ist fest und flexibel zugleich – sie besteht aus einem abnehmbaren Klebepad und einem Kugelgelenk, mit dem sich die Kameras individuell ausrichten lassen. Laut dem von Computer Bild durchgeführten Test fällt positiv auf, dass die Piqos kaum die Sicht durch die Windschutzscheibe beeinträchtigen.

Wie funktioniert die Bedienung der Dashcams ohne Display?

Da beide Dashcams kein integriertes Display besitzen, läuft die Einrichtung und Bedienung komplett über die Nextbase-App, die für Android und iOS verfügbar ist. Das mag zunächst gewöhnungsbedürftig erscheinen, funktionierte im Test aber zuverlässig. Die Menüs der App sind übersichtlich, die Einrichtung geht schnell von der Hand. Für die Nutzung ist kein Account notwendig – es sei denn, man möchte das kostenpflichtige Zusatzpaket Protect freischalten.

Auch die Livebild-Ansicht der Kamera ist über die App möglich, allerdings mit merklicher Zeitverzögerung. Ohne Smartphone funktioniert die Dashcam allerdings nicht. Diese starke Kopplung an das Mobilgerät war im Computer Bild-Test einer der deutlichsten Kritikpunkte. Immerhin lassen sich die Dashcams im sogenannten Gastmodus auch ohne Registrierung in vollem Funktionsumfang nutzen – abgesehen von Cloud-Speicher, Notrufsystem und Garantieverlängerung, die nur über das Protect-Abo freigeschaltet werden.

Welche Zusatzfunktionen bieten die Piqos?

Trotz ihres günstigen Preises bringen die Piqo-Modelle viele Funktionen mit. Schon in der Basisversion sind GPS und WLAN an Bord. Auch ein G-Sensor für Unfallerkennung ist integriert. Er sorgt dafür, dass bei einem plötzlichen Stoß automatisch ein gesicherter Clip erstellt wird. Im Test allerdings reagierte dieser Sensor nur auf sehr starke Kräfte – eine normale Vollbremsung bei 30 km/h reichte nicht aus, um die automatische Speicherung auszulösen. Erst nachdem die Auslöseschwelle manuell gesenkt wurde, funktionierte die Notaufnahme zuverlässiger – allerdings mit dem Nebeneffekt, dass dann auch viele unwichtige Ereignisse gespeichert wurden.

Als nützlich erwies sich der sogenannte Guardian Mode. In diesem lassen sich geografische Zonen definieren oder Geschwindigkeitsgrenzen festlegen. Wird eine dieser Vorgaben verletzt, beginnt die Dashcam mit der Aufzeichnung. Das kann hilfreich sein, wenn man sein Fahrzeug verleiht oder einem Werkstattmitarbeiter übergibt.

Wer das zusätzliche Protect-Abo abschließt (2,99 Euro monatlich oder 29,99 Euro jährlich), bekommt 180 Tage Cloud-Speicher, eine SOS-Funktion mit automatischer Verbindung zur Rettungsleitstelle sowie zwölf Monate Garantieverlängerung. Das Notrufsystem überträgt im Ernstfall GPS-Position und Fahrzeugdaten an eine Leitstelle – allerdings nur, wenn das Smartphone aktiv gekoppelt ist.

Wie gut ist die Bildqualität wirklich?

Die Bildqualität zählt bei Dashcams zu den wichtigsten Kriterien – und hier liefern die beiden Piqo-Modelle laut Computer Bild eher durchwachsene Ergebnisse. Bei Tageslicht wirken die Aufnahmen in beiden Auflösungsvarianten solide. Die Piqo 2K punktet mit etwas kräftigeren Farben und sichtbar mehr Details. Der große Bildwinkel erlaubt eine gute Übersicht auch auf mehrspurigen Straßen, und Verkehrsteilnehmer sind klar erkennbar.

Anders sieht es bei Nachtfahrten aus. Dort zeigen sich deutliche Schwächen: Dunkle Bereiche sind oft zu dunkel, helle Stellen wie von Scheinwerfern angestrahlte Nummernschilder überstrahlen. In solchen Fällen sind Kennzeichen nicht mehr lesbar. Beide Kameras kämpfen zudem mit starker Körnung und auffälligem Bildrauschen – selbst bei optimalen Tageslichtbedingungen. Auch feine Details gehen dadurch häufig verloren.

Ein weiterer Nachteil: Die Piqos verfügen weder über Akku noch über eine HDMI-Schnittstelle. Dafür zeichnen sie dauerhaft auf, wobei alte Aufnahmen automatisch überschrieben werden. Wird der große Knopf an der Kamera gedrückt, lässt sich eine Szene manuell sichern – eine Funktion, die im Alltag sehr hilfreich sein kann.

Wie lautet das Urteil von Computer Bild?

Im direkten Vergleich mit der hauseigenen Nextbase 322GW – die allerdings größer und teurer ist – zeigen sich die Piqos als kompakte, funktionale Alternative, jedoch mit technischen Kompromissen. Die 322GW bietet eine deutlich zuverlässigere Unfallerkennung und eine bessere Bildqualität, ist aber auch wesentlich voluminöser und weniger dezent.

Am Ende reicht es für die beiden Piqo-Modelle nur für eine „befriedigende“ Testnote. Die Piqo 2K erreicht mit 2,6 die etwas bessere Bewertung, die Piqo 1K liegt mit 2,7 nur knapp dahinter. Besonders positiv fiel im Test von Computer Bild die einfache Montage, die geringe Sichtbeeinträchtigung und die Funktionsvielfalt auf. Abstriche müssen Nutzer allerdings bei der Nachtbildqualität, der zwingenden App-Nutzung und der eingeschränkten Notfallfunktion machen.

Für wen lohnen sich die Piqos?

Die Dashcams von Nextbase sind vor allem für Autofahrer interessant, die tagsüber unterwegs sind, eine dezente Bauweise bevorzugen und keine hochkomplexe Technik benötigen. Für diesen Zweck sind die Piqos funktional gut ausgestattet, einfach zu bedienen und preislich attraktiv. Wer hingegen auf zuverlässige Beweissicherung auch bei Nachtfahrten angewiesen ist oder eine unabhängig nutzbare Kamera sucht, wird mit den Piqos eher nicht glücklich. In solchen Fällen lohnt sich der Griff zu einem hochwertigeren Modell mit Bildschirm und sensiblerer Notfalltechnik.

Unterm Strich zeigen die Piqo 1K und 2K: Auch günstige Dashcams können heute einiges leisten. Doch es bleibt dabei – bei der Sicherheit zählt nicht nur, was auf dem Papier steht, sondern was die Kamera im Ernstfall tatsächlich liefert.

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