Öko-Test - 18 Fingermalfarben Testsieger
18 Fingermalfarben im Test-Vergleich von Öko-Test
In diesem Vergleich wurden getestet:
04/2025 - Öko-Test
Inhaltsverzeichnis
Warum hat Ökotest Fingermalfarben getestet?
Ökotest wollte wissen, ob Fingermalfarben für kleine Künstler sicher sind. Gerade für Kinder ab zwei Jahren sind Fingerfarben ein beliebtes Spiel- und Lernmaterial – umso wichtiger ist es, dass diese Produkte keine bedenklichen Stoffe enthalten. Früher sah es hier düster aus: In früheren Tests fanden sich krebserregende Farbstoffe, Allergene, Schwermetalle oder hormonwirksame Chemikalien. Dieses Mal hat das Magazin 18 Sets unter die Lupe genommen – mit erfreulichem Ergebnis: Fast alle Farben sind heute unbedenklich.
Die Untersuchung von Ökotest (Magazin 4/2025) zeigt, dass viele Hersteller aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt haben. 16 Produkte schneiden mit „sehr gut“ ab, nur zwei Produkte fallen auf – wegen Überschreitungen bei Konservierungsstoffen.
Was hat Ökotest bei den Fingermalfarben überprüft?
Im Fokus standen die Inhaltsstoffe und die Sicherheit der Farben. Im Labor wurde geprüft, ob die Produkte krebserregende Substanzen wie Anilin, Nitrosamine oder Schwermetalle enthalten. Auch Konservierungsstoffe wurden analysiert: Sie sind nötig, weil Fingermalfarben durch ihren Wasseranteil anfällig für Keime sind. Problematisch wird es, wenn die gesetzlich festgelegten Höchstmengen überschritten werden – wie im Test bei den Produkten von Feuchtmann und Idena. Hier wurde der Grenzwert für 2-Phenoxyethanol überschritten, was zur Abwertung führte.
Ein weiterer Testpunkt war, ob die Produkte Bitterstoffe wie Denatoniumbenzoat enthalten – wichtig, damit Kinder die Farben nicht aus Versehen essen. Alle Hersteller haben diese Pflicht erfüllt. Auch Mikroplastik und bedenkliche Farbstoffe waren kein Problem mehr: Ökotest fand keine krebserregenden Azo-Farbstoffe oder Schwermetalle.
Darüber hinaus schaute Ökotest auch auf die Verpackung: Wie viel recyceltes Plastik wird verwendet? Nur ein Anbieter, Kreul, setzte in seinen Mucki-Fingerfarben Dosen zu 61 Prozent auf Recyclingmaterial – ein klarer Vorreiter.
Was ist das Problem mit Konservierungsstoffen in Fingermalfarben?
Fingermalfarben müssen konserviert werden, um Bakterien- und Schimmelbildung zu vermeiden – das schreibt die Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG vor. Früher wurden oft aggressive Stoffe eingesetzt, die Allergien auslösen konnten. Heute setzen Hersteller überwiegend auf 2-Phenoxyethanol, das als vergleichsweise gut verträglich gilt.
Doch die Menge macht den Unterschied: Feuchtmann und Idena überschritten die erlaubte Höchstmenge und fielen deshalb durch. Crayola dagegen hielt den Höchstwert ein, versäumte aber die gesetzlich vorgeschriebene Deklaration. Dafür gab es Punktabzug, aber keine Abwertung im Bereich Inhaltsstoffe.
Was rät Ökotest Eltern beim Umgang mit Fingermalfarben?
Auch „sehr gute“ Fingermalfarben sind kein Spielzeug zum Essen. Kinder sollten beim Malen angeleitet werden und möglichst keine Farben verschlucken – daher gilt: Finger weg vom Mund beim Malen und vor allem nicht gleichzeitig essen. Angebrochene Tiegel sollten kühl gelagert und bald aufgebraucht werden, da sie schnell verkeimen können.
Ökotest empfiehlt außerdem, beim Kauf auf umweltfreundliche Verpackungen zu achten – auch wenn hier noch Luft nach oben ist. Und ganz wichtig: Auch beim Basteln zählt, dass Eltern sich bewusst für Produkte entscheiden, die sicher und schadstoffarm sind.